Antisemitismus im „freiheitlichen Forum“ gegen Oskar Deutsch, Präsident der IKG

Seit einem Jahr stehen unzählige antisemitische Kommentare in der Facebook Gruppe „Freiheitliches Forum“ gegen Oskar Deutsch, den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG).

Oskar Deutsch, wird vom in diversen rechtsextremen FPÖ-Gruppen umtriebigen Hetzer „Peter Grill“ aus einem offenen Brief vom 22. Oktober 2017 an die damaligen Regierungsparteien zitiert.
So hieß es in dem Brief: „Deutschnationale haben in der Regierung nichts verloren!“ und „Wenn sich der nationalistische Wolf einen blauen Schafspelz überzieht, ändert er sein Wesen nicht, nur sein Aussehen.“.
Daraus konstruiert Peter Grill „Ein Jude beschimpft 26% FPÖ-Wähler als Nazis!„.
In den daraus resultierenden Kommentaren wird so gut wie kein Vorurteil gegen Juden, keine antisemitische Beschimpfung oder Verschwörungstheorie ausgelassen.

Die Gruppe „Freiheitliches Forum“ nannte sich in Vergangenheit auch schon „Wir wollen Norbert Hofer als BP & HC Strache alls(sic!) Kanzler“ und „Freiheitliche Widerstandsbewegung“.
Derzeit hat die Gruppe über 6.000 Mitglieder, die sich aus FPÖlern, AfDlern, Identitären, Hooligans und Neonazis zusammensetzen. Ein Auszug aus der Mitgliederliste:

Günther Kumpitsch, FPÖ Nationalrat u. Polizeijurist (!)
Michael Hornak, Vorstandsmitglied bei der FPÖ Schwechat, Personalvertreter der  AUF/FEG bei der LPD Wien (!)
Dietrich Kops, FPÖ Landtagsabgeordneter u. GR Wien
Friedrich Dallinger, FPÖ BR Wien 10, Nowotny Gedenken
Manfred Dvorak, FPÖ Klubobmann-Stellvertreter FPÖ Wien 15
Friedrich Trawniczek, FPÖ Ex-BR Wien 12, Nowotny Gedenken
Harald Sturm, FPÖ GR in Kaumberg
Reinhard Lehner, FPÖ Ortsparteiobmann Breitenau
Siegfried Steiner, FPÖ Stadtparteiobmann Mattersburg
Alfred Gleitsmann, FPÖ GR Eichgraben
Andreas Traxler, FPÖ Ortsparteiobmann und Gemeinderat in Vorderweißenbach
Gottfried Jarolin, FPÖ Stadtparteiobmann Gänserndorf
Otto Hofmair, FPÖ Ersatz GR Ansfelden
Mario Rosensteiner, FPÖ GR u. Obmann Brunn am Gebirge

Harald Peter Wiedner, Identitäre Steiermark
Roland Moritz, Identitäre Oberösterreich
Reconquista Steiermark (Identitäre Steiermark)
Thomas Kirschner, PDV Graz

Tino Chrupalla (AfD), Bundestagsabgeordneter der AfD – Vorsitzender AfD Kreisverband Görlitz
Steffen Wegert (AfD), Stadtrat Chemnitz, Schatzmeister im Chemnitzer AfD-Kreisvorstand
Dieter Gareis (AfD), Schatzmeister AfD Kulmbach
Bernd Reichert (AfD), AfD Aachen
David Berger, Philosophia Perennis

62 ausgewählte Kommentare:

 

NS-Rhetorik der FPÖ: Früher Juden – heute Flüchtlinge

Die antisemitische NS-Rhetorik der FPÖ:

Früher Juden – heute Flüchtlinge

Die Bezirksobfrau der FPÖ Nassereith/Tirol Marion Senger van Rens, postet in der öffentlichen Facebook-Gruppe „FPÖ“, die von FPÖ FunktionärInnen administriert wird, einen Artikel aus dem Gratisblatt „Heute“, in dem es um die Pläne des ehemaligen Wehrsportlers und nun Vizekanzlers HC Strache geht, Flüchtlinge in Kasernen unterzubringen und über sie pauschal ein nächtliches Ausgangsverbot zu verhängen.
Sofort fühlen sich FPÖ-Wähler bemüßigt, ihre Menschenverachtung zur Schau zu stellen, die sie für Flüchtlinge empfinden und alles wogegen sie von ihrer Partei verhetzt wurden.

 

 

Hier widmen wir uns nicht den üblichen Todeswünschen, die wir vorhin zu diesem Thema behandelten. Diesmal geht es um Bezeichnungen wie
Ungeziefer
Kakerlaken
Läuse
Rasse
die früher von Antisemiten und später auch von den Nazis angewandt wurden, um den politischen Gegner und Juden als Ungeziefer zu degradieren. Diese Biologismen sind ganz typisch für die Sprache des Antisemitismus und eine typische NS-Denkfigur.
Insbesondere die Juden wurden rhetorisch dämonisiert, gleichzeitig moralisch entwertet und durch einen bestimmten Sprachgebrauch – zum Beispiel durch Tiervergleiche – entmenschlicht. Schimpfwörter wie „Parasit“, „Wanze“, „Spulwurm“ und „Ungeziefer“ sollten bewirken, dass die Empathie mit ihnen verloren ging und sich beim Hörer kein Mitgefühl mit den Angegriffenen einstellte.

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Paul de Lagarde, ein Vertreter des damals „modernen Antisemitismus“ schrieb 1887:

„…die, die diesen Juden das Wort reden, oder die zu feige sind, dies wuchernde Ungeziefer zu vertreten. Mit Trichinen und Bacillen wird nicht verhandelt, Trichinen und Bacillen werden auch nicht erzogen, sie werden so schnell wie möglich vernichtet.“
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Adolf Hitler schrieb später in „Mein Kampf“:

„Der Jude ist und bleibt der typische Parasit, ein Schmarotzer, der wie ein schädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet, sowie nur ein günstiger Nährboden dazu einlädt.“
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Jörg Haider gab Ähnliches von sich:

„Nicht die Freiheitlichen sind die Schädlinge der Demokratie. Wir sind das Schädlingsbekämpfungsmittel. Bei uns regieren die Rothäute und die Schwarzen – und nicht wie üblich, dass sie in den Reservaten leben.“
(Die Presse, 22. November 1989)
„Jeder Asylant holt sofort seine Familie nach und lässt sie gesundheitlich sanieren. Auf Kosten der tüchtigen und fleißigen Österreicher.“
(Kleine Zeitung Graz, 12. Januar 1998)
„Jeder Buschneger hat in Zukunft die Möglichkeit, seine Kollegen in Österreich zu behandeln.“
(über das neue Ärztegesetz, Der Standard, 13. Oktober 1998)
„Jetzt wird in der Schule endlich mal Ordnung gemacht. Parasitäre Elemente müssen zur Kenntnis nehmen, dass der Fasching vorbei ist.“
(über die Lehrer, Der Standard, 28. Juni 2000)
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Ein makaberes Detail am Rande:
Die NS-Schergen schickten die Juden unter dem Vorwand der Entlausung in die Gaskammern der Konzentrationslager, um sie mit dem Giftgas Zyklon B zu ermorden, das in den zwanziger Jahren eigentlich für Schädlingsbekämpfung entwickelt worden war.
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Auf die Kontakte von Marion Senger van Rens und anderen FPÖ Politikern zur Rechtsextremen/Neonaziszene der AfP gehen wir demnächst näher ein.