Christian Höbarts rassistisches Heldenmärchen

„Nationalrat stellt drei Ladendiebe
in Supermarkt“

titelt ein Heute-Redakteur mit dem Kürzel „Lie“ (engl.: Lüge), vermutlich Joachim Lielacher am 29. August im Gratisblatt „Heute“.
Lielacher wäre ein perfekter Kandidat für diesen Artikel, ist er für rassistische Aussagen, gefakte Artikel (Islamisten im Gemeindebau) und FPÖ-Nähe bekannt.
In der Vorschau des „Heute“-Artikels auf Twitter und auf Facebook, steht eindeutig zu lesen, dass es sich bei den von Höbart festgehaltenen Männern um 3 Ladendiebe handelte. Nicht Verdächtige, nicht mutmaßliche, nein: „LadenDIEBE“, noch vor Eintreffen der Exekutive unter Übergehung der Judikative schuldig gesprochen, ganz zufällig Asylwerber, die dann auch von der Polizei festgenommen wurden.

„Gegen 15.15 Uhr am Montag bemerkte ich drei junge Männer, offenbar Asylwerber, beim Billa. Das Trio wollte Waren stehlen…“

Berichtet der Nationalratsabgeordnete dem Gratisblatt. Die Sache hat freilich einen gewaltigen Haken: Sie stimmt nicht!

„Aber daraus habe sich „kein polizeilich relevanter Sachverhalt“ ergeben, die Kollegen haben die drei Kunden durchsucht und nur ein Cola gefunden – das haben sie allerdings bezahlt, wie die
Kassierin bestätigte.“

Stellt ein Sprecher der LPD Niederösterreich gegenüber Kontrast.at klar.

Auch die Polizei NÖ konnte keinen Ladendiebstahl bestätigen:

Auf „Heute.at“ entdeckt man dann immerhin das Wort „mutmaßlich“ vor „Ladendieben“, das in sämtlichen Vorschauen fehlt. Dass ganz am Anfang des Artikels von Höbart, dem „Gauner-Schreck“ zu lesen ist – die drei verdächtigten Männer werden also zu Gaunern abgestempelt – und erst im letzten Satz „Laut Polizei blieb aber nichts Strafrelevantes übrig.“ erwähnt wird, zeigt die perfide Strategie des Redakteurs:

– In den Vorschauen werden die 3 jungen Männer als Diebe vorverurteilt

– Mit „Gauner-Schreck“ werden die von Höbart zu Unrecht Festgehaltenen weiters als Gauner vorverurteilt

– Der letzte Satz, so Heute-Leser so weit lesen, lässt beim Leser das Gefühl zurück „Naja, für eine Anzeige hats halt nicht gereicht, aber irgendwas wird schon gewesen sein.“

Denn hätte man den Artikel so geschrieben, wie es sich tatsächlich zugetragen hatte, wäre der 3.489ste Sommerlochartikel über „Nessie“ das Monster vom Loch Ness interessanter gewesen.
So aber gibt es solche Leser-Reaktionen bei „Heute“:

 

Heimo Lepuschitz

der Kommunikationskoordinator der FPÖ, der schon den Fackelzug der Sozialistischen Jugend mit den Fackelzügen der Nationalsozialisten verglich, teilt den Artikel natürlich ebenfalls ungeprüft und nur mit „Bravo @Hoebi75“ kommentiert auf Twitter.

Christian Höbart bedankt sich artig und ist stolz darauf, „Fachkräfte“ – ein bei Rechtsextremen beliebter rassistischer Ausdruck für Flüchtlinge bzw. Asylwerber – bei der „Arbeit“ gestört zu haben.
Und wieder Rassismus, denn mit „Arbeit“ ist in FPÖ-Kreisen natürlich Diebstahl gemeint, der sämtlichen Dunkelhäutigen, wie den 3 jungen Marokkanern, pauschal unterstellt wird.
Geteilt und gelikt wird der Tweet bei Lepuschitz und Höbart u.A. von

Stefan Magnet, InfoDIREKT, Rechtsextremer (auf einem Foto mit den verurteilten Neonazis Gottfried Küssel und Felix Budin, sowie Elmar Podgorschek (FPÖ) zu sehen), ehemals Bund freier Jugend (BfJ) der 2006 bei der „41. Akademie der AFP“ einen Vortrag unter dem Titel „Integration ist Völkermord“ hielt.

Siegfried Wasching, Identitärer und parlamentarischer Mitarbeiter von Axel Kassegger, der uA. für Stefan Magnets „InfoDIREKT“ oder „Sezession“ schreibt.

Leo Kohlbauer, Wiener Landtagsabgeordneter und für seine Anti-Islamhetze bekannt, sieht hinter allem und jedem einen „Kniefall vor dem Islam“

Gabriele Beierl, ganz rechts außen bei der ÖVP, Betreiberin der Facebookseite „ÖVP für Sebastian Kurz“, Verteidigerin der ÖVP/FPÖ Regierung vor „linkem Hass“ und Mitadmin der Gruppe „Opas gegen Links“.

 

 

Norbert Hofer sponsert von Strache geteilten Artikel im Wochenblick, der neo-nazistische Ausschreitungen in Chemnitz beschönigt. GF Geroldinger pflegt Kontakt zu Neonazi.

 

 

Wir sind schon auf die Erklärung Norbert Hofers gespannt, warum er in diesem einschlägig bekannten Hetzmedium gleich zwei Anzeigen auf einer Seite schaltet, die weder informieren, noch einen anderen Zweck erfüllen.

Die Grafik für die Anzeigen ist in ein paar Minuten erledigt, das Geld schnell überwiesen.
Ein Schelm, wer dabei Böses denkt.

Dass der „Wochenblick“ kein Problem mit Neo-Nazis hat, dürfte uA. mit GF Norbert Geroldinger zu erklären sein, der dem wegen Wiederbetätigung rechtskräftig verurteilten und immer noch hochaktiven Neonazi Franz Radl zu dessen erfolgloser Berufungsverhandlung „Alles Gute und Daumen hoch !“ (sic!) wünschte.

Goebbels Zitat in FPÖ-Gruppe und Wolfgang Jung gefällt Neo-Nazi Aufmarsch in Chemnitz

Titelt „Heute.at“ am 28.August 2018 zur Menschenjagd auf Migranten und den anschließenden Krawallen durch Neo-Nazis im deutschen Chemnitz.

In der einschlägig bekannten Facebook-Gruppe „Sag ja zu HC Strache und Norbert Hofer“ wird ein Live-Video des Russischen Propaganda Senders „RT Deutsch“ zu den Vorkommnissen gepostet, das auch dem Wiener FPÖ-Landtagsabgeordneten Wolfgang Jung gefällt. Nicht verwunderlich, sehen viele FPÖ-WählerInnen diesen Mob aus Hooligans und Neonazis als „besorgte Bürger“, die lediglich ihr Recht zur Selbstverteidigung wahrnehmen.

Das Video bekommt 13 Likes – 1 davon eben von Wolfgang Jung – und 1 Kommentar, der es in sich hat.

Mit „Nun, Volk, steh auf, und Sturm, brich los!“ endet nämlich die 109-minütige „Sportpalastrede“ von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels am 18. Februar 1943, in der er zur Intensivierung des „totalen Krieges“ aufrief.

Diese Phrase stammt in dieser Version eindeutig von Joseph Goebbels, basiert allerdings auf der ähnlich lautenden Textzeile „Das Volk steht auf, der Sturm bricht los“ aus dem Gedicht Männer und Buben des deutschen Dichters und Dramatikers Theodor Körner (1791-1813).

 

Edit 2.9.2018:
Seit nunmehr 5 Tagen steht der Goebbels-Spruch ungelöscht auf der Seite.
Wolfgang Jung sieht immer noch einen „mehr als berechtigten“ Protest besorgter Bürger, obwohl auf unzähligen Fotos und Videos, wie zB. in diesem Video vom 27.8.2018 und auch von der Nachfolgekundgebung am 1.9.2018 in Chemnitz, unzählige Neonazis mit Sprüchen wie folgenden gezeigt werden.

„Wir sind die Fans! Adolf Hitler Hooligans.
Deutschland den Deutschen! Ausländer raus!
Merkel muss weg!
Komm her, du scheiß Kanacke!
Ausländer raus! 
Festung Europa! Macht die Grenzen dicht! (IB Spruch)“

 

„Problem mit DSGVO, wenn die Gfraster aufmucken!“

„Lt. Datenschutzverordnung könnte er ein Problem bekommen,
wenn die Gfraster aufmucken!“

Schreibt eine Userin zu einem Posting eines Mitglieds der FPÖ Wien Hietzing, das den Mindestsicherungsbescheid der MA40, den Johann Gudenus zumindest teilweise anonymisierte, völlig unanonymisiert auf Facebook postet.

 

Der unanonymisierte Bescheid wurde mittlerweile von mehreren FPÖ WählerInnen gepostet bzw. geteilt.
So auch auf dem Twitter Account von Bundeskanzler Sebastian Kurz am 22. August 2018 20:22, wo er bereits seit 3 Tagen ungelöscht bzw. von Medieninhaber Kurz unkommentiert zu sehen ist.
Dass der Schweigekanzler kein einziges kritisches Wort zur Veröffentlichung des Bescheids verliert, ist wohl dem Umstand geschuldet, dass er dann erst recht Johann Gudenus vom rechtsextremen Koalitionspartner FPÖ in die Pflicht nehmen müsste.

Gudenus: Hetze und Rassismus gegen Familie

Am 21. August 2018 um 20:58 postet das aus diversen FPÖ- u. Hetzgruppen bekannte Profil „Amanda Cairns“ den unanonymisierten Mindestsicherungsbescheid einer Familie mit arabisch klingenden Namen.
Darin sind als bezugsberechtigte Personen 2 Erwachsene und fünf Kinder im Alter von 3-10 Jahren angeführt. Aktenzahl, Namen, Adresse und Geburtsdaten sind sichtbar – ein klarer Verstoß gegen das Datenschutzgesetz.
„Amanda Cairns“ postet den Bescheid kommentarlos. Die antisemitische Verschwörungstheorie des „Hooton-Plans“ (Artikel dazu HIER) postet sie dafür mit Kommentar.

 

Es war uns klar, dass es nicht all zu lange dauern wird, bis sich einer der Berufshetzer der FPÖ der Sache annehmen wird um die Bevölkerung gegen die Ärmsten unserer Gesellschaft aufzuhetzen.

Am 22. August um 13:51, dem nächsten Tag also,  war es dann soweit:
Johann Gudenus, ressortloser Klubobmann des FPÖ Parlamentsklubs mit einem Gehalt von 14x 14.884,80 Euro im Jahr, postet den Bescheid gerade so anonymisiert, dass Vornamen und Aktenzahl (!) immer noch sichtbar sind.
Mehrere UserInnen posten den unanonymisierten Bescheid in die Kommentare.


Nicht nur, dass er sich damit des Verstoßes gegen das Datenschutzgesetz und div. Persönlichkeitsrechte strafbar macht, ist die Message an sein Wahlvolk klar:
„Ausländer bekommen fürs Nichtstun knapp 2000 Euro – Rot-Grün sind schuld und gehören in die Wüste geschickt.“ und:

„Wir sind nicht das Weltsozialamt.“

Wo Gudenus´ Wording herstammt, muss wohl nicht all zu lange erklärt werden. Nämlich von der ebenfalls „sozialen Heimatpartei“ NPD.

Gudenus´ Hetze in Zahlen

 

Die Familie
Laut Bescheid bekommt die 7-köpfige Familie zur Deckung des Lebensunterhalts und des Wohnbedarfs im Dezember 2017 1.970,80 Euro. Dies macht pro Person 281,50 Euro/Monat. Rechnet man noch die Familienbeihilfe in der Höhe von 789,10 Euro dazu, die die Familie noch zusätzlich erhalten kann, sind es dann 2759,90 Euro/Monat und somit pro Person 393,27 Euro/Monat. 12x im Jahr.
Die Voraussetzungen und Höhe von Mindestsicherung und Familienbeihilfe gelten für alle Berechtigten gleichermaßen – egal ob Österreicher oder Flüchtlinge mit positivem Bescheid.

Johann Gudenus
Gudenus ist seit 19.12.2017 geschäftsführender Klubobmann der FPÖ ohne Ressort und erhält für Hetze (konstruktive Tätigkeiten für die Bevölkerung sind nicht bekannt) 14x im Jahr 14.884,80 Euro/Monat.
Zuvor war er – damals noch kindlos – 2 Jahre lang nicht amtsführender Vizebürgermeister und wurde fürs Nichtstun mit 14x 9.441,60 Euro/Jahr vom Steuerzahler durchgefüttert.

Schwulenhass in FPÖ Gruppe

Die öffentliche Facebookgruppe „FPÖ“ hatten wir schon mehrmals im Visier. Laut Beschreibung keine offizielle Gruppe der Partei, allerdings mit originalem Logo im Header. Administriert wird diese Gruppe von zwei Schwechater FPÖ-Politikern: Odo Döschl und Johanna Laura Schellenhuber.

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noen.at

Unterstützung bekommen die beiden seit einiger Zeit auch von einem Fakeprofil namens „Carina Spitzweg“.

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Die Bildersuche ergibt, dass das Profilfoto von „Carina Spitzweg“ lediglich ein gestohlenes Stock-Foto ist. Da sich die Administratoren einer Gruppe meist persönlich kennen und sich auch viel Vertrauen entgegenbringen müssen, gehen wir davon aus, dass Herr Döschl und Frau Schellenhuber wissen, wer sich hinter Spitzweg versteckt und diese Person schützen. Warum das so erschreckend ist, zeigen folgende Postings in besagter Gruppe:

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Diese Postings rufen auch unter vielen blauen Mitgliedern der Gruppe Ärger hervor, einige fordern sogar, dass diese „Dame“ nicht mehr länger die Administratorfunktion ausüben solle. Die ersten beiden Beiträge wurden  wieder gelöscht – aber von uns gesichert. „Carina Spitzweg“ ist auch nach diesen Entgleisungen immer noch Administrator. Warum schützt die FPÖ solche Leute?

Was ein Bild alles auslösen kann…

Die ÖBB will ihre Leser informieren, dass die Familienvorteilscard auch von Freunden, die mit ihren Kindern unterwegs sind, benützt werden kann und verdeutlicht das auf einem Plakat, auf dem zwei Männer und ein Baby abgebildet sind. Ein Mann hat eine etwas dunklere Hautfarbe.

Der Linzer Gemeinderat Manfred Pühringer postet ein Foto des Plakats auf seine private Timeline (sichtbar für über 2.300 Facebookfreunde). Der Shitstorm, der durch das Posten dieses harmlosen Bildes ausgelöst wurde, ist kaum fassbar. Wir möchten euch die Kommentare zeigen und dokumentieren, wie weit Homophobie und Rassismus bereits in Österreich Einzug gehalten haben.

Besonders aufgefallen ist uns dabei Bruno Weber. Er ist nicht nur FPÖ-Stadtrat der Stadtgemeinde Amstetten, sondern auch Kammerrat der AK Niederösterreich und Vorstandsmitglied der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse und administriert den offiziellen Facebookauftritt der FPÖ Amstetten. Wörtlich schreibt er: „[…] 2 vermeintliche Schwuchteln m Baby und davon noch ein Neger. Mir graust…“

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Den letzten Kommentar haben wir als Titel gewählt.