Schwulenhass in FPÖ Gruppe

Die öffentliche Facebookgruppe „FPÖ“ hatten wir schon mehrmals im Visier. Laut Beschreibung keine offizielle Gruppe der Partei, allerdings mit originalem Logo im Header. Administriert wird diese Gruppe von zwei Schwechater FPÖ-Politikern: Odo Döschl und Johanna Laura Schellenhuber.

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noen.at

Unterstützung bekommen die beiden seit einiger Zeit auch von einem Fakeprofil namens „Carina Spitzweg“.

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Die Bildersuche ergibt, dass das Profilfoto von „Carina Spitzweg“ lediglich ein gestohlenes Stock-Foto ist. Da sich die Administratoren einer Gruppe meist persönlich kennen und sich auch viel Vertrauen entgegenbringen müssen, gehen wir davon aus, dass Herr Döschl und Frau Schellenhuber wissen, wer sich hinter Spitzweg versteckt und diese Person schützen. Warum das so erschreckend ist, zeigen folgende Postings in besagter Gruppe:

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Diese Postings rufen auch unter vielen blauen Mitgliedern der Gruppe Ärger hervor, einige fordern sogar, dass diese „Dame“ nicht mehr länger die Administratorfunktion ausüben solle. Die ersten beiden Beiträge wurden  wieder gelöscht – aber von uns gesichert. „Carina Spitzweg“ ist auch nach diesen Entgleisungen immer noch Administrator. Warum schützt die FPÖ solche Leute?

Was ein Bild alles auslösen kann…

Die ÖBB will ihre Leser informieren, dass die Familienvorteilscard auch von Freunden, die mit ihren Kindern unterwegs sind, benützt werden kann und verdeutlicht das auf einem Plakat, auf dem zwei Männer und ein Baby abgebildet sind. Ein Mann hat eine etwas dunklere Hautfarbe.

Der Linzer Gemeinderat Manfred Pühringer postet ein Foto des Plakats auf seine private Timeline (sichtbar für über 2.300 Facebookfreunde). Der Shitstorm, der durch das Posten dieses harmlosen Bildes ausgelöst wurde, ist kaum fassbar. Wir möchten euch die Kommentare zeigen und dokumentieren, wie weit Homophobie und Rassismus bereits in Österreich Einzug gehalten haben.

Besonders aufgefallen ist uns dabei Bruno Weber. Er ist nicht nur FPÖ-Stadtrat der Stadtgemeinde Amstetten, sondern auch Kammerrat der AK Niederösterreich und Vorstandsmitglied der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse und administriert den offiziellen Facebookauftritt der FPÖ Amstetten. Wörtlich schreibt er: „[…] 2 vermeintliche Schwuchteln m Baby und davon noch ein Neger. Mir graust…“

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Den letzten Kommentar haben wir als Titel gewählt.

FPÖ St. Barbara verbreitet antisemitische Verschwörungstheorien

Nicht zum ersten Mal fällt die FPÖ St. Barbara durch hetzerische Postings auf, doch diesmal schrillten bei uns sofort die Alarmglocken.

Der „Hooton-Plan“

Der „Hooton-Plan“ des US-Amerikaners Earnest Hooton (1887-1954) taucht neben dem „Morgenthau-Plan“, „Kaufman-Plan“ und dem „Kalergi-Plan“ immer wieder bei Rechtsextremen, Neonazis und Antisemiten auf, wenn von „Umvolkung“ oder „Genozid-Projekt“ fantasiert wird.
Der Plan war lediglich ein Textbeitrag Hootons zu einer 1943 erschienen Ausgabe des Boulevardmagazins „PM Daily“, das 1948 wieder eingestellt wurde und war somit nie Teil der offiziellen US-Politik. In dem Beitrag plädierte er unter Anderem für die Ansiedlung nicht-deutscher Bevölkerung in Deutschland, um „den deutschen Nationalismus und die aggressive Ideologie zu zerstören“.
Der neonazistische Wikipedia-Klon „Metapedia“ bezeichnet Hooton deswegen als „deutschenhassenden Völkermordplaner“
Es ist die selbe antisemitische These, wie sie auch von Johann Gudenus mit seinen „stichhaltigen Gerüchten“ über George Soros genährt wird.
Die These besagt, dass Juden Kriege in muslimischen Ländern fördern und damit für eine von ihnen gewollte und gesteuerte Flüchtlingswelle von Moslems nach Europa sorgen würden. Ziel sei es, Europa „umzuvolken„, zu „islamisieren„, zu „unterwerfen“ und damit zu schwächen.

Umvolkung„, ein Begriff aus der NS-Zeit, findet man heute meist nur noch auf neonazistischen Portalen wie Metapedia. Rechtsextreme wie die Identitären haben den Begriff der heutigen Zeit angepasst und sprechen von „Austausch“ oder „Bevölkerungsaustausch„.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Stufe 1: Um ein Feindbild aufzubauen, dämonisiert man Menschen aus moslemischen Ländern, stellt sie und den Islam generell als das Böse hin, sie wären nur an einer „Islamisierung“ und Zerstörung „unserer Jüdisch-Christlichen Werte und Traditionen“ interessiert und würden ohnehin allesamt die Sharia in Europa fordern. Zusätzlich wären alle Moslems natürlich „importierte Antisemiten“, vor denen man „unsere Juden“ beschützen müsste, der beste Beweis also, dass „wir“ (FPÖler, AFDler, Patrioten, etc.) niemals Antisemiten sein könnten.

Stufe 2: Nun wird den Juden (!) vorgeworfen, im Rahmen einer „zionistisch-freimaurerischen Weltverschwörung“ die Flüchtlingswelle dieser „Invasoren“ zu fördern und dies um den Preis, sogar ihre eigenen Leute zu opfern.
Dass Hooton vorgeworfen wird, Jude und US-Amerikaner gewesen zu sein, untermauert  die These der „amerikanisch-jüdischen Verschwörung gegen die Deutschen und Europa“, bloß gibt es keinerlei Belege dafür, dass er jüdischer Abstammung sein sollte.

Johann Gudenus hatte schon einmal von „illegalen Invasoren“ (sic!) in Bezug auf Flüchtlinge gesprochen. Die Begriffserklärung finden Sie in unserem ARTIKEL dazu.

FPÖ St. Barbaras Quelle

Interessant sind natürlich auch immer die Quellen, von wo solche Postings geteilt werden.
In diesem Fall ist es der für uns nicht unbekannte „Eric Johann Pirklbauer“, dessen Liste der Likes auf Facebook erwartungsgemäß ausfällt. Hier ein kleiner Auszug davon.

Doch wen entdecken wir inmitten Herrn Pirkelbauers erwartungsgemäßen Likes?
Gabriele Beierl, Betreiberin der Facebookseite „ÖVP für Sebastian Kurz„, Verteidigerin der ÖVP/FPÖ Regierung vor „linkem Hass“ und Mitadmin der Gruppe „Opas gegen Links“.

Nachdem sich die ÖVP unter Sebastian Kurz von der ursprünglich „christlich-sozialen“ Volkspartei zu einer rechtspopulistischen Wirtschafts- u. Konzernpartei gewandelt hatte und man bei den meisten FPÖ-WählerInnen in ihren Likes auf Facebook BK Sebastian Kurz gleich neben Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus findet, wundert uns Frau Beierl ebendort nicht wirklich.

 

 

Das Allerletzte! FPÖ GR Berndorfer hetzt mit Foto eines toten Babys.

Ende Juni 2018 kenterte ein Flüchtlingsboot mit rund 120 Flüchtlingen 6 Kilometer vor der libyschen Küste. Nur 14 Überlebende konnte die libysche Küstenwache retten, für 3 Babys kam jede Hilfe zu spät – sie konnten nur noch tot geborgen werden.

Der Guntramsdorfer FPÖ-Gemeinderat Stefan Berndorfer teilt daraufhin ein Posting von einem deutschen Antisemiten und Verschwörungstheoretiker mit den Spezialgebieten Chemtrails, NWO, Bilderberger, Jüdische Weltverschwörung etc.

Mit „Unfassbar, #lügenpresse, #fakenews“ kommentiert Berndorfer das Posting, in dem die zwei Männer, die eines der 3 ertrunkenen Babys bergen, in einem Bild dilettantisch in eine Studioszenerie montiert wurden, um zu suggerieren, das alles wäre nur inszeniert.

Hier sieht man die Bergung der toten Babys, bei denen schon die Leichenstarre eingesetzt hatte – Kommentare beim Originalposting behaupteten, es wären nur Puppen:

In einem weiteren Bild wird die Echtheit der Fotos sogar aufgrund der Hautfarbe des Babys hinterfragt.
In den Kommentaren des Originalpostings eskaliert es dementsprechend, ein User fordert sogar:


Diese Tragödie fand leider tatsächlich statt und wurde auch vom AFP-Fotografen Mahmud Turkia dokumentiert [LINK].
Auch Mimikama nahm sich dieser Sache an, die scheinbar ihren Ausgang in Italien nahm:
https://www.mimikama.at/allgemein/foto-bootsunglueck/

Was zur Hölle!

Fragen wir uns, treibt FPÖ Funktionäre wie in diesem Fall Stefan Berndorfer dazu, sogar ertrunkene Babys für ihre rassistische und niederträchtige anti-Flüchtlingshetze zu missbrauchen? Und wie muss man eigentlich drauf sein, sogar für jeden aufmerksamen Menschen klar ersichtliche Fake News als Quelle heranzuziehen, um Medien und Flüchtlingshelfer zu diskreditieren?
Und dann noch von einem Antisemiten und Verschwörungstheoretiker wie Thomas Wolf teilen, auf dessen Profil kein normaler Mensch kommen würde?

Straches und Wochenblicks Fake-News zum Thema „150-Euro-Challenge“

So spielt man die Ärmsten unserer Gesellschaft gegeneinander aus:
 
Heinz-Christian Strache teilt die FPÖ „Fake-News-Schleuder“ Wochenblick* und kommentiert wie „Journalist“ Philipp Fehrerberger, die bösen „Mainstream-Medien“ würden die „Sozial“ministerin Beate Hartinger-Klein mit ihrem 150 Euro Sager verkürzt und falsch zitieren.

* So nennt der Wochenblick Medien, die korrekt über den 150-Euro-Sager der FPÖ-Sozialministerin berichten.

 

FAIL!

 
Die beiden Herren von ganz Rechts außen beschreiben die Grundversorgung, die Flüchtlinge bis zum Abschluss ihres Asylverfahrens erhalten. Die 150 Euro sind allerdings nur das Maximum.
Im Interview bei „Fellner Live“ geht es ausschließlich um die neue Mindestsicherung ab 1. Jänner 2019, die auch Flüchtlinge allerdings erst nach einem positiven Abschluss ihres Asylverfahrens erhalten, vorausgesetzt, sie beantragen sie überhaupt.
Von „neu nach Österreich Gekommenen“ kann bei einer Verfahrensdauer von bis zu 3 Jahren wohl keine Rede sein.
 
Hier das Transkript der relevanten Passage ab 38:45:
 
Fellner: Die Leute, die lange gearbeitet haben, kriegen nach wie vor eine volle Mindestsicherung – diejenigen, die neu nach Österreich kommen, kriegen eine sehr amputierte Mindestsicherung, wo eigentlich bargeldmäßig kaum was übrigbleiben wird, wenn ich das richtig verstanden hab.
Hartinger-Klein: Also zum Leben, ja. Man wird leben können, aber unser Ziel ist es…
Fellner [unterbricht]: Wenn man von 150 Euro leben kann, dann ja.
Hartinger-Klein: Ja, wenn man die Wohnung auch noch bekommt, dann sicher.
 
Video bei oe24.at:
 
Artikel im Wochenblick: