Wem ein Verbrecher gegen die Menschlichkeit gefällt, sieht auch kein Problem mit Rassismus.

Nachdem wir am Samstag das Nazi-Posting der Administratorin der Seite „FPÖ-Vöcklamarkt“ entdeckten, wurde die Story von diversen Medien publiziert, darunter auch von oe24.at.
Kaum veröffentlicht, sahen sich einige User genötigt, das Nazi-Posting zu verteidigen oder zu verharmlosen. Allesamt natürlich FPÖ WählerInnen.
Einer stach uns nur 2 Stunden nach Veröffentlichung ins Auge:
Bernd Babitsch.

Babitsch ist stellvertretender Stadtparteiobmann der FPÖ Pinkafeld, der Ortspartei von Verkehrsminister Norbert Hofer und Ehefrau Verena, die ebenfalls für die FPÖ im Gemeinderat sitzt.

Am Dienstag, 18.9.2018 brachte der Standard die Geschichte über die Rassismusverteidigung Babitschs auf Facebook, die dieser kurz darauf zu erklären versuchte:

„…dass der Eindruck entsteht ich würde einen rassistischen Standpunkt vertreten.
Jeder der mich kennt weiß, dass dem nicht so ist.“

…und natürlich „tue es ihm ausdrücklich leid, dieses Posting in dieser Form verfasst zu haben.“
Die übliche Reaktion ertappter Hassposter oder Rassisten, denn an dem Posting der FPÖ-Vöcklamarkt war absolut nichts missverständlich und ebenso auch nicht an der Verteidigung des Begriffs „Rasse“ mit dem Vergleich Mensch/Tierzucht.
Was glaubwürdig ist, ist der Umstand, dass es Babitsch leid tut, erwischt worden zu sein.
Jeder, der mich kennt, weiß dass dem nicht so ist.“, war natürlich der Auftrag an uns, die ihn nicht persönlich kennen, ihn etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, denn bisher ist uns noch nie jemand mit tadelloser Gesinnung untergekommen, der „aus Versehen“ etwas „missverständlich Rassistisches“ gepostet hätte.
Wer so schreibt, meint es auch so, und das haben wir uns auch prompt näher angesehen:

Babitsch kommentiert bei der „sozialen Heimatpartei“ NPD

Auf Seiten wie die der NPD rutscht man nicht versehentlich und kommentiert neben Leuten, die Moslems an Bäume hängen wollen oder mit Bomben ihrem Islamhass Nachdruck verleihen wollen.

Babitsch kommentiert bei „unzensuriert“ mit Neonazis

Auch auf Seiten wie „unzensuriert.at“, die auch von Heinz-Christian Strache geteilt werden, kommt kein normaler Mensch und kommentiert schon gar nicht in diesem Umfeld mit.
Wolfgang Lehner (real „Lechner“) zum Beispiel, ist bekannter Neonazi und würde am Liebsten „Das ganze (Moslem)Dreckspack ungeschaut erschießen“ (sic!), „Giovanni“ denkt an „unsere Öfen“ – gemeint sind die Verbrennungsöfen in den Krematorien der KZs. Und „Uwe Baar“ ist eine Gedenkseite für das 2011 verstorbene Mitglied Uwe „Onkel“ Baar, der als neonazistisch eingestuften  Hooligan-Gruppierung von „Unsterblich Wien“.

Was und wer Bernd Babitsch gefällt

Kommen wir zu den Likes von Herrn Babitsch, bevor wir zu etwas witzigeren Kommentaren von ihm am Ende kommen:

Hier wird es äußerst interessant, besonders in Bezug auf seine Aussage „Wer mich kennt, weiß, dass ich keine rassistischen Standpunke vertrete“.

Die deutsche „NPD“ die in Deutschland schon knapp davor stand, verboten zu werden, muss hier nicht noch näher erwähnt werden.

Bei der „PNOS“ (Partei National Orientierter Schweizer) handelt es sich um eine rechtsextreme, völkisch-nationalistische Schweizer Partei, die im Jahr 2001 vom Schweizer Bundesamt für Polizei als rechtsextreme Organisation eingestuft wurde.

Die „Deutsche Burschenschaft“ ist der umstrittene rechtsextreme Dachverband von 70 Burschenschaften bei dem man nur Mitglied werden kann, wenn ein Elternteil deutscher Herkunft ist und das andere Elternteil zumindest aus dem europäischen Kulturraum kommt.

Andreas Bors ist Bezirksparteiobmann der Tullner FPÖ, ist mit einem Hitlergrußfoto aufgefallen und welch Wunder: immer noch in der FPÖ. Nur der Einzug in den NÖ Landtag konnte durch starken medialen Druck verhindert werden.

 

Markus Ripfl war Obmann des RFS und ist Mitglied der B! Olympia.
Anfang des Jahres wurde er endgültig aufgrund medialen Drucks wegen Neonaziuntrieben aus der FPÖ ausgeschlossen. Seitdem versucht er mit seinem Grüppchen „Die Stimme“ die FPÖ als Partei rechts zu überholen, wenn er nicht gerade auf dem Wiener Zentralfriedhof NS-Helden ehrt, oder „völkisch vlogt“.

Und zu guter Letzt:
Saif al-Islam al-Gaddafi
Saif ist ist der zweitälteste Sohn des ehemaligen libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi. 2011 wurde Saif vom Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit zur Verhaftung ausgeschrieben.
Denn im Zuge des Libyschen Bürgerkriegs 2011 waren vom Gaddafi-Regime Folter, Morde und  Vergewaltigungen ausgegangen, um die Bevölkerung einzuschüchtern und den Aufstand niederzuschlagen.

 

Wem neben Neonazis sogar Verbrecher gegen die Menschlichkeit gefallen, kann natürlich niemals ein Rassist sein. Niemals.

 

„Asylanten/Tier“ Vergleich

Schon einmal fühlte sich Babitsch bemüßigt, in grottenschlechtem Deutsch einen Artikel in der „Kronen Zeitung“ zu kommentieren, in dem ein Posting des Caritas-Geschäftsführers Klaus Schwertner thematisiert wurde.
…warum so viele ausländerfeindliche MitbürgerInnen Hund- und KatzenliebhaberInnen sind„, fragt sich neben uns auch Klaus Schwertner um danach noch die Frage nach den „ernsthaften Problemen mit der deutschen Sprache“ bei Ausländerfeinden zu stellen.
Doch auch etwas witzig ist, dass Babitsch gerade hier in für rechte Hassposter bekannt übler Rechtschreibung seine rassistischen Thesen zum Besten gibt.

Auch hier beantwortet er die Frage Schwertners unfreiwillig:

Um das Ganze noch etwas abzurunden, entdecken wir ein Like zu einem Video über „Geoengineering“ über dem Wiener Hauptbahnhof.

 

Edit:
Am 19.9.2018 ist Bernd Babitsch aus der FPÖ ausgetreten.
Warum die Posterin des Nazi-Posts in Vöcklamarkt noch nicht aus der Partei ausgetreten ist oder wurde, fragen wir uns allerdings.

 

 

 

Die Wahrheit über Straches „Soros-Plan“

Interessant!

Strache postet einen Artikel vom 9.5.2018 aus dem Kurier, in dem es um den „Soros-Plan“ geht, der von der ungarischen Regierung an Bundespräsident Van der Bellen geschickt wurde.

Das Schreiben soll mit 6 kurzen und aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten belegen, dass George Soros für die Einwanderungswelle nach Europa verantwortlich wäre.
Die „stichhaltigen Gerüchte“ von Johann Gudenus und die allgemeine Panik der Rechtsextremen vor der „Umvolkung und Islamisierung“ Europas sind hinlänglich bekannt.

Die Ähnlichkeit der Zielsetzung zum von Rechtsextremen und Antisemiten verbreiteten „Hooton-Plan„[1] ist offensichtlich.

Strache kann sich wie immer sicher sein, dass sich keiner seiner Wähler dafür interessieren wird, was George Soros in seinem Plan von 2016 wirklich meinte. Dabei wäre der Plan eigentlich schnell zu finden und würde Erstaunliches zu Tage fördern.

Hier eine Zusammenfassung des Plans in der „Neuen Zürcher Zeitung“:
https://www.nzz.ch/international/die-eu-und-der-angebliche-soros-plan-ld.1320976

Und hier der vollständige Text in Deutsch:
https://www.wiwo.de/politik/europa/plan-von-george-soros-sieben-punkte-so-loesen-wir-die-fluechtlingskrise/13900490-all.html

[1] https://fpoefails.org/2018/08/11/fpoe-st-barbara-verbreitet-antisemitische-verschwoerungstheorien/

#EheFürAlle: Strache vs. VfGH

Es fällt zunehmend schwerer, seriös zu bleiben und die Contenance zu wahren, denn…

…laut Erkenntnis des VfGH ist der Weg für die Ehe für Alle ab 1. Jänner 2019 endlich geebnet. Fein.

Justizminister Moser meint zu dem Erkenntnis:
„Ich folge dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs, das besagt:
Ehe für alle und Eingetragene Partnerschaft für alle.“

Der geschiedene und wiederverheiratete Heinz-Christian Strache aber, will allen Ernstes trotz Trennung von Kirche und Staat, die zölibatäre Kirche zu diesem VfGH-Erkenntnis befragen, das freilich für alle Menschen gilt.
Egal, ob sie überhaupt an Götter glauben, oder an welche, oder ob für sie die österreichische Amtskirche bindend ist.

Laut einer Studie von Ulrike Zartler von der Universität Wien, Desiree Krivanek und Caroline Berghammer von der ÖAW aus 2018[1]  zeigt sich, dass bei aus der Kirche Ausgetretenen, kirchliche Moralvorstellungen großteils abgelehnt werden – Lehre zu Homosexualität, Abtreibung, Verhütung – sowie die Organisation der Kirche kritisiert werden und Frauenpriestertum, Zölibat und Hierarchie ebenfalls Gründe für den Kirchenaustritt waren.

Laut einer Market-Umfrage im Auftrag des Standard von 2018[2] glauben überhaupt nur 8% der Befragten an die „heilige katholische Kirche“.
Nur 21% der engagierten Katholiken glauben noch daran.

Weiters möchten wir an Norbert Hofer erinnern, der 2009 aus der katholischen Kirche mit der Begründung einer „linkskatholischen Hexenjagd gegen die FPÖ“ ausgetreten ist.
„Die damals stattgefundene „Kampagne gegen die FPÖ“ sei eine „dumme, heuchlerische und politisch motivierte Hexenjagd“. Eine solche habe es historisch häufig gegeben. „Hunderttausende unschuldige Frauen wurden von den moralisch impotenten Inquisitoren der katholischen Kirche als Hexen auf dem Scheiterhaufen – bei lebendigem Leib und vor den Augen ihrer Kinder – verbrannt.“, so Norbert Hofer.“ (oe24.at, 25.10.2016)[3]

 

https://diepresse.com/home/innenpolitik/5491658/Ehe-fuer-alle-Strache-will-erst-mit-Kirche-reden?from=suche.intern.portal

[1] derstandard.at/2000077003979/Immer-mehr-Katholiken-treten-in-Oesterreich-aus-der-Kirche-aus

[2] https://derstandard.at/2000077112169/In-Oesterreich-glauben-mehr-Menschen-an-Esoterik-als-an-Gott

[3] https://www.oe24.at/oesterreich/politik/Warum-Hofer-aus-der-katholischen-Kirche-ausgetreten-ist/256214310

 

Christian Höbarts rassistisches Heldenmärchen

„Nationalrat stellt drei Ladendiebe
in Supermarkt“

titelt ein Heute-Redakteur mit dem Kürzel „Lie“ (engl.: Lüge), vermutlich Joachim Lielacher am 29. August im Gratisblatt „Heute“.
Lielacher wäre ein perfekter Kandidat für diesen Artikel, ist er für rassistische Aussagen, gefakte Artikel (Islamisten im Gemeindebau) und FPÖ-Nähe bekannt.
In der Vorschau des „Heute“-Artikels auf Twitter und auf Facebook, steht eindeutig zu lesen, dass es sich bei den von Höbart festgehaltenen Männern um 3 Ladendiebe handelte. Nicht Verdächtige, nicht mutmaßliche, nein: „LadenDIEBE“, noch vor Eintreffen der Exekutive unter Übergehung der Judikative schuldig gesprochen, ganz zufällig Asylwerber, die dann auch von der Polizei festgenommen wurden.

„Gegen 15.15 Uhr am Montag bemerkte ich drei junge Männer, offenbar Asylwerber, beim Billa. Das Trio wollte Waren stehlen…“

Berichtet der Nationalratsabgeordnete dem Gratisblatt. Die Sache hat freilich einen gewaltigen Haken: Sie stimmt nicht!

„Aber daraus habe sich „kein polizeilich relevanter Sachverhalt“ ergeben, die Kollegen haben die drei Kunden durchsucht und nur ein Cola gefunden – das haben sie allerdings bezahlt, wie die
Kassierin bestätigte.“

Stellt ein Sprecher der LPD Niederösterreich gegenüber Kontrast.at klar.

Auch die Polizei NÖ konnte keinen Ladendiebstahl bestätigen:

Auf „Heute.at“ entdeckt man dann immerhin das Wort „mutmaßlich“ vor „Ladendieben“, das in sämtlichen Vorschauen fehlt. Dass ganz am Anfang des Artikels von Höbart, dem „Gauner-Schreck“ zu lesen ist – die drei verdächtigten Männer werden also zu Gaunern abgestempelt – und erst im letzten Satz „Laut Polizei blieb aber nichts Strafrelevantes übrig.“ erwähnt wird, zeigt die perfide Strategie des Redakteurs:

– In den Vorschauen werden die 3 jungen Männer als Diebe vorverurteilt

– Mit „Gauner-Schreck“ werden die von Höbart zu Unrecht Festgehaltenen weiters als Gauner vorverurteilt

– Der letzte Satz, so Heute-Leser so weit lesen, lässt beim Leser das Gefühl zurück „Naja, für eine Anzeige hats halt nicht gereicht, aber irgendwas wird schon gewesen sein.“

Denn hätte man den Artikel so geschrieben, wie es sich tatsächlich zugetragen hatte, wäre der 3.489ste Sommerlochartikel über „Nessie“ das Monster vom Loch Ness interessanter gewesen.
So aber gibt es solche Leser-Reaktionen bei „Heute“:

 

Heimo Lepuschitz

der Kommunikationskoordinator der FPÖ, der schon den Fackelzug der Sozialistischen Jugend mit den Fackelzügen der Nationalsozialisten verglich, teilt den Artikel natürlich ebenfalls ungeprüft und nur mit „Bravo @Hoebi75“ kommentiert auf Twitter.

Christian Höbart bedankt sich artig und ist stolz darauf, „Fachkräfte“ – ein bei Rechtsextremen beliebter rassistischer Ausdruck für Flüchtlinge bzw. Asylwerber – bei der „Arbeit“ gestört zu haben.
Und wieder Rassismus, denn mit „Arbeit“ ist in FPÖ-Kreisen natürlich Diebstahl gemeint, der sämtlichen Dunkelhäutigen, wie den 3 jungen Marokkanern, pauschal unterstellt wird.
Geteilt und gelikt wird der Tweet bei Lepuschitz und Höbart u.A. von

Stefan Magnet, InfoDIREKT, Rechtsextremer (auf einem Foto mit den verurteilten Neonazis Gottfried Küssel und Felix Budin, sowie Elmar Podgorschek (FPÖ) zu sehen), ehemals Bund freier Jugend (BfJ) der 2006 bei der „41. Akademie der AFP“ einen Vortrag unter dem Titel „Integration ist Völkermord“ hielt.

Siegfried Wasching, Identitärer und parlamentarischer Mitarbeiter von Axel Kassegger, der uA. für Stefan Magnets „InfoDIREKT“ oder „Sezession“ schreibt.

Leo Kohlbauer, Wiener Landtagsabgeordneter und für seine Anti-Islamhetze bekannt, sieht hinter allem und jedem einen „Kniefall vor dem Islam“

Gabriele Beierl, ganz rechts außen bei der ÖVP, Betreiberin der Facebookseite „ÖVP für Sebastian Kurz“, Verteidigerin der ÖVP/FPÖ Regierung vor „linkem Hass“ und Mitadmin der Gruppe „Opas gegen Links“.

 

 

FPÖ St. Barbara verbreitet antisemitische Verschwörungstheorien

Nicht zum ersten Mal fällt die FPÖ St. Barbara durch hetzerische Postings auf, doch diesmal schrillten bei uns sofort die Alarmglocken.

Der „Hooton-Plan“

Der „Hooton-Plan“ des US-Amerikaners Earnest Hooton (1887-1954) taucht neben dem „Morgenthau-Plan“, „Kaufman-Plan“ und dem „Kalergi-Plan“ immer wieder bei Rechtsextremen, Neonazis und Antisemiten auf, wenn von „Umvolkung“ oder „Genozid-Projekt“ fantasiert wird.
Der Plan war lediglich ein Textbeitrag Hootons zu einer 1943 erschienen Ausgabe des Boulevardmagazins „PM Daily“, das 1948 wieder eingestellt wurde und war somit nie Teil der offiziellen US-Politik. In dem Beitrag plädierte er unter Anderem für die Ansiedlung nicht-deutscher Bevölkerung in Deutschland, um „den deutschen Nationalismus und die aggressive Ideologie zu zerstören“.
Der neonazistische Wikipedia-Klon „Metapedia“ bezeichnet Hooton deswegen als „deutschenhassenden Völkermordplaner“
Es ist die selbe antisemitische These, wie sie auch von Johann Gudenus mit seinen „stichhaltigen Gerüchten“ über George Soros genährt wird.
Die These besagt, dass Juden Kriege in muslimischen Ländern fördern und damit für eine von ihnen gewollte und gesteuerte Flüchtlingswelle von Moslems nach Europa sorgen würden. Ziel sei es, Europa „umzuvolken„, zu „islamisieren„, zu „unterwerfen“ und damit zu schwächen.

Umvolkung„, ein Begriff aus der NS-Zeit, findet man heute meist nur noch auf neonazistischen Portalen wie Metapedia. Rechtsextreme wie die Identitären haben den Begriff der heutigen Zeit angepasst und sprechen von „Austausch“ oder „Bevölkerungsaustausch„.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Stufe 1: Um ein Feindbild aufzubauen, dämonisiert man Menschen aus moslemischen Ländern, stellt sie und den Islam generell als das Böse hin, sie wären nur an einer „Islamisierung“ und Zerstörung „unserer Jüdisch-Christlichen Werte und Traditionen“ interessiert und würden ohnehin allesamt die Sharia in Europa fordern. Zusätzlich wären alle Moslems natürlich „importierte Antisemiten“, vor denen man „unsere Juden“ beschützen müsste, der beste Beweis also, dass „wir“ (FPÖler, AFDler, Patrioten, etc.) niemals Antisemiten sein könnten.

Stufe 2: Nun wird den Juden (!) vorgeworfen, im Rahmen einer „zionistisch-freimaurerischen Weltverschwörung“ die Flüchtlingswelle dieser „Invasoren“ zu fördern und dies um den Preis, sogar ihre eigenen Leute zu opfern.
Dass Hooton vorgeworfen wird, Jude und US-Amerikaner gewesen zu sein, untermauert  die These der „amerikanisch-jüdischen Verschwörung gegen die Deutschen und Europa“, bloß gibt es keinerlei Belege dafür, dass er jüdischer Abstammung sein sollte.

Johann Gudenus hatte schon einmal von „illegalen Invasoren“ (sic!) in Bezug auf Flüchtlinge gesprochen. Die Begriffserklärung finden Sie in unserem ARTIKEL dazu.

FPÖ St. Barbaras Quelle

Interessant sind natürlich auch immer die Quellen, von wo solche Postings geteilt werden.
In diesem Fall ist es der für uns nicht unbekannte „Eric Johann Pirklbauer“, dessen Liste der Likes auf Facebook erwartungsgemäß ausfällt. Hier ein kleiner Auszug davon.

Doch wen entdecken wir inmitten Herrn Pirkelbauers erwartungsgemäßen Likes?
Gabriele Beierl, Betreiberin der Facebookseite „ÖVP für Sebastian Kurz„, Verteidigerin der ÖVP/FPÖ Regierung vor „linkem Hass“ und Mitadmin der Gruppe „Opas gegen Links“.

Nachdem sich die ÖVP unter Sebastian Kurz von der ursprünglich „christlich-sozialen“ Volkspartei zu einer rechtspopulistischen Wirtschafts- u. Konzernpartei gewandelt hatte und man bei den meisten FPÖ-WählerInnen in ihren Likes auf Facebook BK Sebastian Kurz gleich neben Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus findet, wundert uns Frau Beierl ebendort nicht wirklich.

 

 

Das Allerletzte! FPÖ GR Berndorfer hetzt mit Foto eines toten Babys.

Ende Juni 2018 kenterte ein Flüchtlingsboot mit rund 120 Flüchtlingen 6 Kilometer vor der libyschen Küste. Nur 14 Überlebende konnte die libysche Küstenwache retten, für 3 Babys kam jede Hilfe zu spät – sie konnten nur noch tot geborgen werden.

Der Guntramsdorfer FPÖ-Gemeinderat Stefan Berndorfer teilt daraufhin ein Posting von einem deutschen Antisemiten und Verschwörungstheoretiker mit den Spezialgebieten Chemtrails, NWO, Bilderberger, Jüdische Weltverschwörung etc.

Mit „Unfassbar, #lügenpresse, #fakenews“ kommentiert Berndorfer das Posting, in dem die zwei Männer, die eines der 3 ertrunkenen Babys bergen, in einem Bild dilettantisch in eine Studioszenerie montiert wurden, um zu suggerieren, das alles wäre nur inszeniert.

Hier sieht man die Bergung der toten Babys, bei denen schon die Leichenstarre eingesetzt hatte – Kommentare beim Originalposting behaupteten, es wären nur Puppen:

In einem weiteren Bild wird die Echtheit der Fotos sogar aufgrund der Hautfarbe des Babys hinterfragt.
In den Kommentaren des Originalpostings eskaliert es dementsprechend, ein User fordert sogar:


Diese Tragödie fand leider tatsächlich statt und wurde auch vom AFP-Fotografen Mahmud Turkia dokumentiert [LINK].
Auch Mimikama nahm sich dieser Sache an, die scheinbar ihren Ausgang in Italien nahm:
https://www.mimikama.at/allgemein/foto-bootsunglueck/

Was zur Hölle!

Fragen wir uns, treibt FPÖ Funktionäre wie in diesem Fall Stefan Berndorfer dazu, sogar ertrunkene Babys für ihre rassistische und niederträchtige anti-Flüchtlingshetze zu missbrauchen? Und wie muss man eigentlich drauf sein, sogar für jeden aufmerksamen Menschen klar ersichtliche Fake News als Quelle heranzuziehen, um Medien und Flüchtlingshelfer zu diskreditieren?
Und dann noch von einem Antisemiten und Verschwörungstheoretiker wie Thomas Wolf teilen, auf dessen Profil kein normaler Mensch kommen würde?

Straches und Wochenblicks Fake-News zum Thema „150-Euro-Challenge“

So spielt man die Ärmsten unserer Gesellschaft gegeneinander aus:
 
Heinz-Christian Strache teilt die FPÖ „Fake-News-Schleuder“ Wochenblick* und kommentiert wie „Journalist“ Philipp Fehrerberger, die bösen „Mainstream-Medien“ würden die „Sozial“ministerin Beate Hartinger-Klein mit ihrem 150 Euro Sager verkürzt und falsch zitieren.

* So nennt der Wochenblick Medien, die korrekt über den 150-Euro-Sager der FPÖ-Sozialministerin berichten.

 

FAIL!

 
Die beiden Herren von ganz Rechts außen beschreiben die Grundversorgung, die Flüchtlinge bis zum Abschluss ihres Asylverfahrens erhalten. Die 150 Euro sind allerdings nur das Maximum.
Im Interview bei „Fellner Live“ geht es ausschließlich um die neue Mindestsicherung ab 1. Jänner 2019, die auch Flüchtlinge allerdings erst nach einem positiven Abschluss ihres Asylverfahrens erhalten, vorausgesetzt, sie beantragen sie überhaupt.
Von „neu nach Österreich Gekommenen“ kann bei einer Verfahrensdauer von bis zu 3 Jahren wohl keine Rede sein.
 
Hier das Transkript der relevanten Passage ab 38:45:
 
Fellner: Die Leute, die lange gearbeitet haben, kriegen nach wie vor eine volle Mindestsicherung – diejenigen, die neu nach Österreich kommen, kriegen eine sehr amputierte Mindestsicherung, wo eigentlich bargeldmäßig kaum was übrigbleiben wird, wenn ich das richtig verstanden hab.
Hartinger-Klein: Also zum Leben, ja. Man wird leben können, aber unser Ziel ist es…
Fellner [unterbricht]: Wenn man von 150 Euro leben kann, dann ja.
Hartinger-Klein: Ja, wenn man die Wohnung auch noch bekommt, dann sicher.
 
Video bei oe24.at:
 
Artikel im Wochenblick: