Rechtsextremer Terror in Halle/Saale: Wer für Wochenblick-LeserInnen die wahren Mörder sind.

Am 9. Oktober 2019 ermordete der 27-jährige deutsche Neonazi Stephan B. im deutschen Halle/Saale 2 Menschen.
Eine Frau vor einer Synagoge, die er erfolglos zu stürmen versuchte und ein Mann in einem Döner-Imbiss fielen dem Holocaustleugner und Antisemiten zum Opfer.
B. streamte die Tat auf der Plattform Twitch (das Video liegt uns vor) und kommentierte sie in Deutsch und Englisch, weiters hinterließ er ein Manifest wie die rechtsextremen Attentäter/Massenmörder Anders Breivik, Brenton T. (Christchurch/NZ) oder der Synagogenattentäter von San Diego/CA, John T. E.
Darin erklärte er, warum er sein Attentat gerade an Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag ausführte und welcher Hass ihn antrieb. Er leugnete den Holocaust und gab als Motiv für seine Tat an, Feminismus würde zu weniger Geburten führen, deswegen gäbe es Masseneinwanderung – und hinter all diesen Problemen stecke „der Jude“.

Der Wochenblick, ein rechtsextremes Hassmedium aus Oberösterreich, das federführend in der Verbreitung freiheitlicher Anti-Islam/Ausländer/Flüchtlingshetze ist, berichtet ebenfalls über dieses Attentat. Die LeserInnen sehen fast ausschließlich den Täter bzw. die Schuld bei Angela Merkel und ihrer Willkommenspolitik, Werner Faymann, Flüchtlingen, Muslimen und Gutmenschen. „Nazi ist nur, wer denkt.“

Detail am Rande: Der GF des Wochenblick, Norbert Geroldinger, ein ehemaliger FPÖ-Funktionär aus Brunnenthal/OÖ ist auf Facebook nicht nur mit dem 2014 wegen Wiederbetätigung verurteilten Neonazi Franz Radl befreundet (am 19. Sept. 2019 wurde Radl erneut nicht rechtskräftig am LG Wien verurteilt), Geroldinger wünschte Radl zu dessen Berufungsverhandlung wegen § 3g VerbG. am 23. Juni 2014 „Alles Gute und Daumen hoch !“.
Das Daumendrücken brachte freilich nichts, Radls Berufung wurde abgewiesen.

36 ausgewählte Kommentare von Wochenblick-LeserInnen:

FPÖ-Gemeinderat huldigt dem faschistischen Ustascha-Regime

„Ich bin ursprünglich aus Kroatien und dort vor dem Bürgerkrieg geflohen.
Ich weiß was Friede und Sicherheit wert ist und bin dankbar in Österreich
leben zu dürfen.“

So stellt sich der 28-jährige Alen Ćorković auf der Facebook-Seite der FPÖ-Stockerau als Gemeinderat vor.
Zu schön, um wahr zu sein. Ein scheinbar bestens integrierter junger Mann aus dem Ausland, sein Deutsch ist nicht ganz perfekt, aber weit besser, als das vieler seiner einheimischen Parteikollegen. Doch neben der Mitgliedschaft in einer rechtsextremen und ausländerfeindlichen Partei, gibt es noch einen Haken. Einen gewaltigen Haken eigentlich: Er ist glühender Fan des faschistischen, kroatischen Ustascha-Regimes

Das Ustascha-Regime

Die Ustascha war ein von Ante Pavelić 1928 gegründeter und von ihm geführter, zunächst illegaler kroatischer rechtsextrem-terroristischer Geheimbund, der sich zu einer faschistischen Bewegung entwickelte.
Die Ustascha bediente sich ideologisch an Elementen des italienischen Faschismus und Nationalsozialismus. Diese Elemente umfassten auch den Antisemitismus, Antikommunismus, Rassismus und zusätzlich Serbenhass.
Der Ustascha-Staat blieb bis 1945 ein treuer Verbündeter des Deutschen Reiches und entsandte auch Truppen zur Unterstützung des deutschen Feldzuges gegen die Sowjetunion. Militärisch war er jedoch hauptsächlich mit dem Kampf gegen die von Tito angeführten Partisanen und gegen die Tschetniks (Serbische Nationalmonarchistische Bewegung) beschäftigt. Die bekannteste Einheit der Ustascha war die Schwarze Legion (Crna Legija), die als Kommentar in den Postings des FPÖ-Funktionärs ebenfalls vorkommt.

Der Ustascha-Staat erließ Rassengesetze nach dem Vorbild des Dritten Reiches, die sich gegen Juden und Roma, aber vorwiegend gegen Serben richteten, die kollektiv zu Feinden des kroatischen Volkes erklärt wurden. Serben, Juden, Roma und kroatische Antifaschisten wurden in Konzentrationslagern, deren größtes das KZ Jasenovac war, eingesperrt und vor allem von der Ustascha-Miliz auf zumeist brutalste Weise ermordet. Die zahlenmäßig stärkste Gruppe unter den Opfern stellten dabei die Serben dar.
Berichten zufolge waren bereits in den ersten 4 Monaten der Ustascha Herrschaft ca. 200.000 Serben ermordet und 104.000 in das deutsche Besatzungsgebiet nach Serbien deportiert worden.

Der Völkermord der Ustascha

Wie viele Menschen diesem Völkermord zum Opfer fielen, ist bis heute umstritten. Die Angaben variieren von mehr als 300.000 bis zu 750.000 ermordeten Menschen, zumeist vertreten von kroatischen bzw. serbischen Historikern. In der westlichen Forschung wird die Zahl der Serben, welche den Ustascha zum Opfer fielen, auf 330.000 bis 390.000 geschätzt.
Ca. 290.000 der 1,9 Millionen Serben sowie die große Mehrheit der 30.000 bis 40.000 Juden und der 25.000 bis 40.000 Roma, die zu Kriegsbeginn auf dem Einflussgebiet der Ustascha lebten, fielen der Ustascha zum Opfer, davon zwischen 60.000 und 100.000 im KZ Jasenovac.

„Za Dom – Spremni!“ und das Ustascha-Wappen

Die Grußformel der Ustascha lautete „Za Dom – Spremni!“ kurz: „ZDS“ (Für die Heimat – Bereit!) und wurde spätestens ab der Annäherung an das faschistische Italien und das nationalsozialistische Deutschland mit erhobenem rechten Arm ausgesprochen.
Diese Grußformel selbst ist im heutigen Kroatien verboten. In Österreich ist das Ustascha-Wappen – es beginnt im Unterschied zum offiziellen, mit einem weißen Feld statt mit einem roten – seit 1. März 2019 verboten.

Za Dom – Spremni!“ bzw. „ZDS„, wie auch das vorhin beschriebene Ustascha-Wappen, werden wir in den Kommentaren bei und von FPÖ-Gemeinderat Alen Ćorković noch öfters sehen.

Wir sind gespannt, was die serbischstämmige, Niederösterreichische FPÖ-LAbg. Vesna Schuster (geb. Racic) zur Ideologie der von ihrem Parteikollegen verehrten Ustascha meint.

 

Hier postet Ćorković eine Fahne der „Stockerau Jugend“ mit dem Ustascha-Wappen, die mit „ZDS“ (Za Dom – Spremni) und einem Bild der kroatischen Wehrmacht kommentiert wird. Alen Ćorković gefällt dieses Bild.

Hier gibt der FPÖ-Gemeinderat eine positive Bewertung für einen kroatischen „Patrioten“-Shop ab.
Als Model des Shops mit dem Ustascha-Wappen fungiert Marko Perković, Frontmann der kroatischen Band „Thompson“. Thompson ist eine kroatische Rockband, die nach dem Spitznamen ihres Gründers und Frontmannes Marko Perković benannt ist. Der in Kroatien erfolgreichen Band wird eine Verherrlichung des kroatischen Faschismus vorgeworfen. Bei Konzerten der Band wurde auch das faschistische Ustascha-Lied „Jasenovac i Gradiška Stara“ gespielt, das die Tötung von Juden und Serben in den Konzentrationslagern Jasenovac und Stara Gradiška verherrlicht.

Stolz präsentiert der Kriegsflüchtling seinen Ohrstecker mit dem Portrait des Ustascha-Gründers Ante Pavelić.

Za Dom – Spremni!“ bzw. „ZDS“ von und bei einem Posting mit Ćorković hinter Ustascha-Fahnen.

Unterwegs mit den Fans der Ustascha-begeisterten „Stockerau Jugend“.

Und schlussendlich ein letztes Bild mit Ustascha T-Shirt (eines von vielen).

 

Die FPÖ hat ihren Göring gelesen. Wie in FPÖ Gruppen mittels Fake News rassistische Stimmung gemacht wird.

„Das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.“

Mit diesen Worten wird NS-Reichsmarschall Hermann Göring am 18. April 1946 vom amerikanischen Gerichtspsychiater G.M. Gilbert im „Nürnberger Tagebuch“ zitiert.

 


Am 19. 8.2019 postet ein „Michael Thomas (waschpusch)“ ein Video mit dem Kommentar „Einwanderer greifen die Polizei an“. Es wird bei dem deutschen AfD-Sympathisanten zwar nur 3x kommentiert, dafür aber 4.568x geteilt.

Unter anderem wird dieses Video in den FPÖ-Gruppen „Wir wollen H.C. zurück“ (1.981 Mitglieder) und „FPÖ – öffentliche Gruppe“ (11.408 Mitglieder) geteilt.
Mitglieder in „Wir wollen H.C. zurück“ sind ua. folgende FPÖ-Funktionäre bzw. Personen aus der Holocaustleugnerszene wie der AFP:

Heinz-Christian Strache
Markus Gudenus
Leo Kohlbauer
Markus Tschank
Helwig Leibinger
Silvia M.
Werner L.

 

Das Video belegt wieder einmal ganz klar, dass der Hass der WählerInnen rechtsextremer Parteien wie FPÖ oder AfD in inoffiziellen Parteigruppen täglich mit Fake News am Köcheln gehalten wird. Dazu benötigt es nur ein Video oder Foto, einen beliebigen Text dazu und schon läuft die rassistische Hassmaschinerie.
Es ist von Angreifern und Invasoren die Rede, schuld daran sind die „Gutmenschen“, die Lösung: FPÖ wählen.
Die FPÖ hat also ihren Göring gelesen.
Bildinhalt, Herkunft oder Wahrheitsgehalt der Begleitkommentare werden prinzipiell nicht hinterfragt, wie man am gegenständlichen Beispiel wunderbar erkennen kann:

Das Video zeigt Ausschnitte der Proteste und Straßenschlachten aus Baltimore/USA, die im April 2015 stattfanden. Auslöser war die Verhaftung des Afroamerikaners Freddie Gray wegen Besitzes eines verbotenen Messers, der in Polizeigewahrsam an einem gebrochenen Rückgrat starb.
Proteste und Straßenschlachten wie in dem Video zu sehen, waren die Folge. Der hauptverantwortliche Polizist wurde 2016 freigesprochen.

Die Kommentare beziehen sich ausschließlich auf Flüchtlinge, Muslime, Angela Merkel, Gutmenschen, Europa, Österreich, die FPÖ als Lösung für diese Probleme und: „Erschießen!!!“

Hier nun 59 ausgewählte Kommentare aus beiden Gruppen:

Antisemitismus im Freiheitlichen Forum wegen Artikel über Holocaustüberlebenden Rudolf Gelbard

Seit fast 2 Jahren stehen unzählige antisemitische Kommentare (am Ende des Artikels) in der Facebook Gruppe „Freiheitliches Forum“ gegen den am 24.10.2018 verstorbenen Holocaustüberlebenden und Zeitzeugen Rudolf Gelbard.

Markus Stuefer, Redaktionsmitglied des rechtsextremen Mediums „ZAROnews“, das immer wieder holocaustleugnende/relativierende Artikel publizierte, postet einen Artikel über Gelbard, der erneut vor der FPÖ warnte und dafür attackiert wurde.
ZAROnews ist eine von Robert Zach im Jahr 2006 gegründete Presse und PR-Agentur mit Sitz in der Schweiz. Es existieren Redaktionen in Deutschland und Österreich, die auch auf Facebook äußerst aktiv diverse rechtsextreme „Patriotengruppen“ täglich befüllen.
Bereits als Heinz-Christian Strache, Ex-BPO der FPÖ von ZAROnews teilte, verfassten wir einen ausführlichen Artikel über ZAROnews und Robert Zach.

Die Gruppe „Freiheitliches Forum“ nannte sich in Vergangenheit auch schon „Wir wollen Norbert Hofer als BP & HC Strache alls(sic!) Kanzler“ und „Freiheitliche Widerstandsbewegung“.
Derzeit hat die Gruppe 6.100 Mitglieder, die sich aus FPÖlern, AfDlern, Identitären, Hooligans und Neonazis zusammensetzen. Ein Auszug aus der Mitgliederliste (Stand 31.8.2019):

Günther Kumpitsch, FPÖ Nationalrat u. Polizeijurist(!)*
Michael Hornak, Vorstandsmitglied bei der FPÖ Schwechat, Personalvertreter der  AUF/FEG bei der LPD Wien (!)*
Dietrich Kops, FPÖ Landtagsabgeordneter u. GR Wien
Friedrich Dallinger, FPÖ BR Wien 10, Nowotny Gedenken
Manfred Dvorak, FPÖ Klubobmann-Stellvertreter FPÖ Wien 15
Friedrich Trawniczek, FPÖ Ex-BR Wien 12, Nowotny Gedenken
Harald Sturm, FPÖ GR in Kaumberg
Reinhard Lehner, FPÖ Ortsparteiobmann Breitenau
Siegfried Steiner, FPÖ Stadtparteiobmann Mattersburg
Alfred Gleitsmann, FPÖ GR Eichgraben
Andreas Traxler, FPÖ Ortsparteiobmann und Gemeinderat in Vorderweißenbach
Gottfried Jarolin, FPÖ Stadtparteiobmann Gänserndorf*
Otto Hofmair, FPÖ Ersatz GR Ansfelden
Mario Rosensteiner, FPÖ GR u. Obmann Brunn am Gebirge

Harald Peter Wiedner, Identitäre Steiermark
Roland Moritz, Identitäre Oberösterreich
Reconquista Steiermark (Identitäre Steiermark)
Thomas Kirschner, PDV Graz

Tino Chrupalla (AfD), Bundestagsabgeordneter der AfD – Vorsitzender AfD Kreisverband Görlitz
Steffen Wegert (AfD), Stadtrat Chemnitz, Schatzmeister im Chemnitzer AfD-Kreisvorstand
Dieter Gareis (AfD), Schatzmeister AfD Kulmbach
Bernd Reichert (AfD), AfD Aachen
David Berger, Philosophia Perennis

* Kumpitsch, Hornak und Jarolin sind nach unserem letzten Artikel über diese Gruppe aus ihr ausgetreten.

 

24 ausgewählte Kommentare:

Antisemitismus im „freiheitlichen Forum“ gegen Oskar Deutsch, Präsident der IKG

Seit einem Jahr stehen unzählige antisemitische Kommentare in der Facebook Gruppe „Freiheitliches Forum“ gegen Oskar Deutsch, den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG).

Oskar Deutsch, wird vom in diversen rechtsextremen FPÖ-Gruppen umtriebigen Hetzer „Peter Grill“ aus einem offenen Brief vom 22. Oktober 2017 an die damaligen Regierungsparteien zitiert.
So hieß es in dem Brief: „Deutschnationale haben in der Regierung nichts verloren!“ und „Wenn sich der nationalistische Wolf einen blauen Schafspelz überzieht, ändert er sein Wesen nicht, nur sein Aussehen.“.
Daraus konstruiert Peter Grill „Ein Jude beschimpft 26% FPÖ-Wähler als Nazis!„.
In den daraus resultierenden Kommentaren wird so gut wie kein Vorurteil gegen Juden, keine antisemitische Beschimpfung oder Verschwörungstheorie ausgelassen.

Die Gruppe „Freiheitliches Forum“ nannte sich in Vergangenheit auch schon „Wir wollen Norbert Hofer als BP & HC Strache alls(sic!) Kanzler“ und „Freiheitliche Widerstandsbewegung“.
Derzeit hat die Gruppe über 6.000 Mitglieder, die sich aus FPÖlern, AfDlern, Identitären, Hooligans und Neonazis zusammensetzen. Ein Auszug aus der Mitgliederliste:

Günther Kumpitsch, FPÖ Nationalrat u. Polizeijurist (!)
Michael Hornak, Vorstandsmitglied bei der FPÖ Schwechat, Personalvertreter der  AUF/FEG bei der LPD Wien (!)
Dietrich Kops, FPÖ Landtagsabgeordneter u. GR Wien
Friedrich Dallinger, FPÖ BR Wien 10, Nowotny Gedenken
Manfred Dvorak, FPÖ Klubobmann-Stellvertreter FPÖ Wien 15
Friedrich Trawniczek, FPÖ Ex-BR Wien 12, Nowotny Gedenken
Harald Sturm, FPÖ GR in Kaumberg
Reinhard Lehner, FPÖ Ortsparteiobmann Breitenau
Siegfried Steiner, FPÖ Stadtparteiobmann Mattersburg
Alfred Gleitsmann, FPÖ GR Eichgraben
Andreas Traxler, FPÖ Ortsparteiobmann und Gemeinderat in Vorderweißenbach
Gottfried Jarolin, FPÖ Stadtparteiobmann Gänserndorf
Otto Hofmair, FPÖ Ersatz GR Ansfelden
Mario Rosensteiner, FPÖ GR u. Obmann Brunn am Gebirge

Harald Peter Wiedner, Identitäre Steiermark
Roland Moritz, Identitäre Oberösterreich
Reconquista Steiermark (Identitäre Steiermark)
Thomas Kirschner, PDV Graz

Tino Chrupalla (AfD), Bundestagsabgeordneter der AfD – Vorsitzender AfD Kreisverband Görlitz
Steffen Wegert (AfD), Stadtrat Chemnitz, Schatzmeister im Chemnitzer AfD-Kreisvorstand
Dieter Gareis (AfD), Schatzmeister AfD Kulmbach
Bernd Reichert (AfD), AfD Aachen
David Berger, Philosophia Perennis

62 ausgewählte Kommentare:

 

Stadtrat: „Die linken Nazis sind der Abschaum“

Hans Christian Steinacher ist FPÖ Stadtrat der Kärntner Stadtgemeinde Völkermarkt. Wir schlagen ihm vor, sich einmal intensiv mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und dann dieses hochgradig pietätslose Posting zu überdenken.

Gerade als Polizist hat er eine Vorbildwirkung. Die Verharmlosung des Nationalsozialismus ist kein Kavaliersdelikt.

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FPÖ St. Barbara verbreitet antisemitische Verschwörungstheorien

Nicht zum ersten Mal fällt die FPÖ St. Barbara durch hetzerische Postings auf, doch diesmal schrillten bei uns sofort die Alarmglocken.

Der „Hooton-Plan“

Der „Hooton-Plan“ des US-Amerikaners Earnest Hooton (1887-1954) taucht neben dem „Morgenthau-Plan“, „Kaufman-Plan“ und dem „Kalergi-Plan“ immer wieder bei Rechtsextremen, Neonazis und Antisemiten auf, wenn von „Umvolkung“ oder „Genozid-Projekt“ fantasiert wird.
Der Plan war lediglich ein Textbeitrag Hootons zu einer 1943 erschienen Ausgabe des Boulevardmagazins „PM Daily“, das 1948 wieder eingestellt wurde und war somit nie Teil der offiziellen US-Politik. In dem Beitrag plädierte er unter Anderem für die Ansiedlung nicht-deutscher Bevölkerung in Deutschland, um „den deutschen Nationalismus und die aggressive Ideologie zu zerstören“.
Der neonazistische Wikipedia-Klon „Metapedia“ bezeichnet Hooton deswegen als „deutschenhassenden Völkermordplaner“
Es ist die selbe antisemitische These, wie sie auch von Johann Gudenus mit seinen „stichhaltigen Gerüchten“ über George Soros genährt wird.
Die These besagt, dass Juden Kriege in muslimischen Ländern fördern und damit für eine von ihnen gewollte und gesteuerte Flüchtlingswelle von Moslems nach Europa sorgen würden. Ziel sei es, Europa „umzuvolken„, zu „islamisieren„, zu „unterwerfen“ und damit zu schwächen.

Umvolkung„, ein Begriff aus der NS-Zeit, findet man heute meist nur noch auf neonazistischen Portalen wie Metapedia. Rechtsextreme wie die Identitären haben den Begriff der heutigen Zeit angepasst und sprechen von „Austausch“ oder „Bevölkerungsaustausch„.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Stufe 1: Um ein Feindbild aufzubauen, dämonisiert man Menschen aus moslemischen Ländern, stellt sie und den Islam generell als das Böse hin, sie wären nur an einer „Islamisierung“ und Zerstörung „unserer Jüdisch-Christlichen Werte und Traditionen“ interessiert und würden ohnehin allesamt die Sharia in Europa fordern. Zusätzlich wären alle Moslems natürlich „importierte Antisemiten“, vor denen man „unsere Juden“ beschützen müsste, der beste Beweis also, dass „wir“ (FPÖler, AFDler, Patrioten, etc.) niemals Antisemiten sein könnten.

Stufe 2: Nun wird den Juden (!) vorgeworfen, im Rahmen einer „zionistisch-freimaurerischen Weltverschwörung“ die Flüchtlingswelle dieser „Invasoren“ zu fördern und dies um den Preis, sogar ihre eigenen Leute zu opfern.
Dass Hooton vorgeworfen wird, Jude und US-Amerikaner gewesen zu sein, untermauert  die These der „amerikanisch-jüdischen Verschwörung gegen die Deutschen und Europa“, bloß gibt es keinerlei Belege dafür, dass er jüdischer Abstammung sein sollte.

Johann Gudenus hatte schon einmal von „illegalen Invasoren“ (sic!) in Bezug auf Flüchtlinge gesprochen. Die Begriffserklärung finden Sie in unserem ARTIKEL dazu.

FPÖ St. Barbaras Quelle

Interessant sind natürlich auch immer die Quellen, von wo solche Postings geteilt werden.
In diesem Fall ist es der für uns nicht unbekannte „Eric Johann Pirklbauer“, dessen Liste der Likes auf Facebook erwartungsgemäß ausfällt. Hier ein kleiner Auszug davon.

Doch wen entdecken wir inmitten Herrn Pirkelbauers erwartungsgemäßen Likes?
Gabriele Beierl, Betreiberin der Facebookseite „ÖVP für Sebastian Kurz„, Verteidigerin der ÖVP/FPÖ Regierung vor „linkem Hass“ und Mitadmin der Gruppe „Opas gegen Links“.

Nachdem sich die ÖVP unter Sebastian Kurz von der ursprünglich „christlich-sozialen“ Volkspartei zu einer rechtspopulistischen Wirtschafts- u. Konzernpartei gewandelt hatte und man bei den meisten FPÖ-WählerInnen in ihren Likes auf Facebook BK Sebastian Kurz gleich neben Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus findet, wundert uns Frau Beierl ebendort nicht wirklich.

 

 

12-Stunden-Tag: So täuscht die FPÖ ihre WählerInnen

2018: Die FPÖ ist in der Regierung.
Im Parlament soll der 12-Stunden-Tag bzw. die 60-Stunden-Woche ohne Begutachtung, ohne Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern, dafür im Wirtschafts- u. nicht im Sozialausschuss von FPÖ/ÖVP durchgepeitscht werden.
Das ist ein Novum. Besonders, wo sich die als „soziale Heimatpartei“ bezeichnende FPÖ als Partei für den „kleinen Mann“ präsentiert.
Eine Erklärung dazu könnte auch der Pressesprecher von SPÖ-Parteichef Christian Kern liefern:

Was die Frage aufwerfen würde, warum sollten sie die 60h-Woche nicht durchwinken wollen? Tatsächlich ein soziales Gewissen (zumindest für „unsare Leut“), das eine Spaltung zwischen einer sozial eingestellten Fraktion in der FPÖ und der rücksichtslos nach Macht strebenden Führungsriege bedeuten könnte? Oder ist man einfach nur besorgt, dass das bei den Wählern nicht so gut ankommen könnte, denn diesmal würde es sie direkt betreffen und nicht „die Asylanten“.

Bei Vizekanzler Strache liegen die Nerven blank, denn jetzt bekommt er nicht nur wegen seinem CETA-Umfaller auch geballte Kritik von FPÖ-WählerInnen zu spüren, die er in immer patzigerem Ton mit Unwahrheiten zu zerstreuen versucht.

 

FPÖ 2017 vs. 2018

Am 10.10.2017 veröffentlichte die GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) unter „12-Stunden-Tag – Die Stellungnahmen der Parteien“ drei Fragen an die Parteivorsitzenden der Parlamentsparteien zur Arbeitszeit:
Die FPÖ antwortete auf die 1. Frage „Plant Ihre Partei eine Initiative zur Ausdehnung der täglichen Höchstarbeitszeit auf 12 Stunden?“ folgendes:

„Wir planen als Parlamentspartei keine Ausdehnung der täglichen Höchstarbeitszeit. „


und weiter:


„Derzeit laufen dazu nach unseren Informationen Gespräche zwischen den Sozialpartnern. Im Sinne der Arbeitnehmerinteressen ist für uns ganz zentral, dass es bei Veränderungen bei der Arbeitszeit keine Verschlechterung für den einzelnen Arbeitnehmer gibt, dh. keine finanziellen Einbußen bzw. bei erhöhter Arbeitszeit entsprechenden Ausgleich in attraktiver Bezahlung für die Überstunden.“

 

Am 16.9.2013 meinte Heinz-Christian Strache im Kurier-Wahlchat noch:

 

2018

Die FPÖ hat es Dank der rechtspopulistischen Wirtschaftspartei ÖVP von Sebastian Kurz endlich in die Regierung geschafft, sieht die Sache nun völlig anders aus.

Heinz-Christian Strache und Beate Hartinger-Klein verharren nur noch in aggressiver Verteidigungshaltung, reden sich um Kopf und Kragen und müssen jetzt den Preis dafür zahlen, dass sie von Sebastian Kurz in die Regierung geholt wurden.
An Skurrilität ist die Realitätsferne und Inkompetenz der Gesundheits- u. Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) im Ö1 Morgenjournal Interview mit Stefan Kappacher kaum noch zu überbieten.
Doch, da gab es noch ihre Verteidigung des Stopps des totalen Rauchverbots in der Gastronomie („Doch die letzte Bundesregierung hat die Gastfreundschaft in unserem Land gegenüber einer bestimmten Gruppe von Menschen verboten…„) oder ihre Ausführungen zur Zerschlagung der AUVA.

Das Interview
https://oe1.orf.at/player/20180616/518479/070904000

Transkript von neuwal.com
https://neuwal.com/transkript/20180616-beate-hartinger-klein-stefan-kappacher-morgenjournal-oe1.php

 

Die Fakten erklärt von:
Christoph Klein, Chef der Arbeiterkammer Wien
(https://www.facebook.com/christoph.klein.ak.wien/photos/a.367935986980220.1073741828.366939620413190/459193411187810/?type=3&theater)

Erwin Zangerl (ÖVP!), Chef der Arbeiterkammer Tirol
https://kurier.at/politik/inland/zerstoert-gesellschaft-schwarzer-ak-chef-gegen-12-stunden-tag/400051583

Rechtsanwalt Matthias Unterrieder, Partner der Anwaltssozietät Wolf Theiss
https://www.trend.at/wirtschaft/arbeitszeitflexibilisierung-gerangel-stunden-tag-10137925

Kontrast.at
https://kontrast.at/regierung-peitscht-12-stunden-tag-ohne-begutachtung-durch/

Sexuelle Belästigung eines FPÖ-Hassposters und die Reaktionen von FPÖlern darauf

„Ich möchte euch heute etwas über Albert Lastufka erzählen.“

beginnt die grüne ex-Parlamentarierin Sigi Maurer ein Posting auf Facebook, das einem den Mund offen stehen lässt und uns übelste Reaktionen von Seiten der FPÖ erahnen lässt.
Wir wurden natürlich in der öffentlichen FPÖ Gruppe diesbezüglich nicht enttäuscht, aber zurück zu Maurers Story:

„Herr Lastufka hat ein kleines Geschäft für craft beer auf der Strozzigasse Nr. 11 im 8. Wiener Gemeindebezirk. Herr Lastufka steht häufig mit Freunden ab dem frühen Nachmittag vor seinem Geschäft und trinkt Bier. Der Gehsteig in der Strozzigasse ist jetzt nicht gerade breit, das heißt wer an ihm und seinen Freunden vorbei will, muss entweder auf die Straße ausweichen oder zwischen Herrn Lastufka und seinen Freunden durch.

Das Geschäft von Herrn Lastufka befindet sich auf meinem direkten Weg in die Arbeit, ich gehe mindestens zwei Mal pro Tag dort vorbei. Gestern Nachmittag musste ich wieder einmal zwischen Herrn Lastufka und seinen Freunden durch – eine Situation die sie genutzt haben, um mich deppert anzureden. Eine halbe Stunde später hatte mir Herr Lastufka auf Facebook untenstehende Nachrichten geschickt.“

erzählt Sigi Maurer weiter und postet die Nachrichten des FPÖ-Wählers an sie, der ob seiner ungewollt selbst verschuldeten Berühmtheit sofort auf seinem Facebook-Profil dazu Stellung nimmt und behauptet, er habe das gar nicht gepostet, es könnten mehrere Leute in seinem Lokal den PC nutzen.
EINSERSCHMÄH! Und welch Zufall, in seiner Rechtfertigung findet man die selben Fehler, wie in den Nachrichten an Sigi Maurer und auch auf seiner Website.

Dass wir diese Fehler inklusive des exzessiven Gebrauchs von Satzzeichen ständig bei FPÖ-Wählern wie Herrn Lastufka finden, er in seinem mittlerweile gelöschten Facebookprofil hauptsächlich die FPÖ liked und sich sein Geschäft im Haus der Burschenschaft „Bruna Sudetia“ befindet (auch eine mit „interessanten“ Liederbüchern), rundet das Bild natürlich ab.

 

So weit, so bekannt.
Dass solche in Nachrichten verpackten sexuellen Belästigungen naturgemäß bei FPÖlen nicht gerade für Entrüstungsstürme gegen den Belästiger sorgen, sondern im Gegenteil, sich dann gegen das Opfer richten, ist längst bekannt.
Hier möchten wir am aktuellen Beispiel der öffentlichen FPÖ-Gruppe mit 9.681 Mitgliedern demonstrieren, wie die selbsternannten FrauenbeschützerInnen ihr „gesundes Volksempfinden“ ausdrücken.

„Tomi Kirsch“ – im echten Leben „Thomas Kirschner“ aus Graz, Chef der rechtsextremen und rassistischen „Partei des Volkes“ (PDV) postet einen Artikel über die Causa mit gewohnt tiefem Kommentar.

 

Andi Hufnagl, Mitarbeiter der Pressestelle der FPÖ Wien ist noch vergleichsweise „harmlos“ mit seinem Kommentar

während es bei den anderen Mitgliedern der FPÖ-Gruppe dann erst richtig zur Sache geht.
In ihrem bei FPÖlern gewöhnlichem sexualisierten Hass gegen Frauen, erfahren wir, dass „Peter Pilz ja auch auf Buben steht„, man kommt ausnahmsweise nicht gleich auf Flüchtlinge, doch auf „maximal Pigmentierte„, meint, ihr etwas reinschieben zu müssen, sie müsse ob ihrer angenommenen Notstandigkeit „einmal ordentlich gefickt werden“ und ähnliche Grausligkeiten, die wir selbstverständlich gesichert haben.

Bundespräsident wünscht friedvollen Ramadan. FPÖ-Gruppe: „Antichrist! Abschaum! Volksverräter!“

Bundespräsident Alexander Van der Bellen wünschte auf Twitter den muslimischen Mitbürgern einen friedvollen Ramadan.


Was erwartungsgemäß in der öffentlichen FPÖ-Gruppe mit 9.708 Mitgliedern passierte, zeigt wie täglich in diesen Gruppen und Seiten zu lesen, auf welchem Niveau sich FPÖ-WählerInnen bewegen, wenn es um Andersdenkende oder den Islam geht.

„Antichrist! Abschaum! Volksverräter!“

Sind nur ein paar der Bezeichnungen, die FPÖ-WählerInnen für den amtierenden Bundespräsidenten finden.

Dass sich die Strachejünger nicht einmal mit den grundlegendsten Prinzipien unseres Wahlrechts auskennen, beweist ein FPÖler, der in interessantem Deutsch meint, VdB hätte die Stichwahl im Dezember 2016 mit 40% gewonnen. Dass man bei der Wahl zwischen zwei Kandidaten logischerweise über 50% erreichen muss – im Falle Van der Bellens waren es 53,8% – sollte bei wahlberechtigten Bürgern eigentlich vorausgesetzt werden.

§ 188 StGB

Strafrechtlich interessant wird es, wenn Muslime als „Sektenmitglieder einer verfassungswidrigen Religion“ bezeichnet werden.

 

Und hier die nun eine Auswahl freiheitlicher Nächstenliebe: