Udo Landbauer warb für Buch mit NS-Liedgut

Wie profil berichtet, bat Udo Landbauer in zwei mit seinem Konterfei versehenen Schreiben an Sympathisanten der „Jungen Patrioten“ um Spenden, darunter auch für ein vom Verein 2010 herausgegebenes „Liederbüchlein für unterwegs“. Das Buch beinhaltet unter anderem mit „Hohe Nacht der klaren Sterne“ eines der bekanntesten Weihnachtslieder aus der Zeit des Nationalsozialismus und mit „Und wenn wir marschieren“ das Bundlied des Bundes Deutscher Mädel (BDM).


Das Büchlein konnte man über den antisemitischen AULA-Verlag beziehen, der als Organ der deutschnationalen, schlagenden Burschenschaften sowie als der FPÖ nahestehend und von ihr finanziert gilt.


In einem Artikel in der „Aula“,  wurden im Juli 2015 Überlebende des KZ Mauthausen als „Landplage“ und „Kriminelle“ bezeichnet, die nach der Befreiung „raubend und plündernd, mordend und schändend“ durchs Land gezogen seien.

Landbauer ist Mitglied der pennalen Burschenschaft Germania Wiener Neustadt.

https://www.profil.at/oesterreich/landbauer-rechtsextremen-verein-8651538

Hier noch ein Artikel über Udo Landbauer in der Presse vom 17.1.2018:
https://www.pressreader.com/austria/die-presse/20180117/282175061525916

Der Präsident der Kultusgemeinde über die FPÖ

Folgender Kommentar ist vor einigen Tagen im „Haaretz“ erschienen. Er gibt nicht zwingend unsere Meinung wieder, wir haben ihn aber trotzdem für euch übersetzt:

„Die neo-Nazis der FPÖ können ihren Hass auf Juden nicht verbergen, indem sie nach Israel reisen.
Während wir die Befreiung Europas feiern, trauern sie um das Ende des dritten Reichs. Wir werden ihre Beteiligung an der Regierung nicht normalisieren.

Die jüdische Gemeinde in Österreich und der Staat Israel sind nicht bereit, der FPÖ ein „koscheres Zertifikat“ auszustellen (Anm.: diese zu akzeptieren).
Der Grund für den Boykott der Minister der FPÖ ist nicht die Nazi-Vergangenheit des deutschnationalen Lagers. Die Partei hat sich niemals davon distanziert.
Was die FPÖ heute ist – und wofür sie steht – ist das eigentliche Problem. Da können sie noch so oft symbolisch Israel besuchen, ihre Gesinnung ist nicht zu verbergen.

Zweifellos ist das größte Risiko für Juden in Europa momentan von radikalislamischem Antisemitismus ausgehend. Erst kürzlich ist es wieder ausgebrochen, als US Präsident Donald Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannte. Bei einer Demonstration (Anm.: vor der US Botschaft) in Wien schrien Demonstranten „schlachtet die Juden“ und „Israel muss sterben“ auf arabisch und persisch.

Die Parteien der Mitte und der Linken haben zu lange ihre Augen vor muslimischem Antisemitismus verschlossen, sei es aus Angst, selbst als Rassisten abgestempelt zu werden oder politischem Interesse an muslimischen Wählern zur Wahlzeit. Oder auch einfach aus Desinteresse.

Durch die jihadistischen Attacken auf Charlie Hebdo, das Stadion von Paris, die Metro in Brüssel, in Nizza und auf den Weihnachtsmarkt in Berlin hat sich diese Ansicht jedoch geändert. Wo vorher jüdische Schüler in Marseille, israelische Touristen in Burgas oder das jüdische Museum in Brüssel das Ziel waren, hat sich der IS Terror nun gegen alle „Ungläubigen“ gerichtet.

Aber nun wollen uns die schwarz-blauen Apologeten in der Regierung glaubhaft machen, dass gewalttätige Islamisten das einzige Problem für die Juden Europa sind. Das ist nicht der Fall. Die neo-Nazis sind nicht ausgestorben, sie haben sich einfach Masken aufgesetzt.

Nicht jeder FPÖ-Politiker ist ein neo-Nazi. Aber die Tatsache, dass 20 der 54 Nationalratsabgeordneten der FPÖ Mitglieder in schlagenden Burschenschaften sind, spricht für sich selbst. Diese Burschenschaftler sind der idelogische Kern der FPÖ. Oft verlangen diese Burschenschaften (Anm.: nicht offiziell, es gibt jedoch sehr wohl Berichte darüber) einen Ariernachweis. Und ihre anhaltende Unterstützung der Waidhofen Beschlüsse von 1896, welche Juden aufgrund ihrer Ethnie von einem Beitritt ausschloss.

Ja, die Parteiführung distanziert sich in Reden vom Antisemitismus. Aber sie tut nichts, um den Antisemitismus in ihren eigenen Reihen zu dämmen. Ganz im Gegenteil: die FPÖ unterstützt das Magazin „Aula“, wo Überlende des KZ Mauthausen kürzlich als „Landplage“ und „Kriminelle“ bezeichnet wurden.

Man muss sich nur das Beispiel von unzensuriert.at ansehen. Der Verfassungsschutz bezeichnet die Seite in seinem jährlichen Bericht als Teil des „extrem rechten, nationalistischen Lagers“ und stellt fest, dass die Berichterstattung „extrem xenophobische und antisemitische Tendenzen aufweist“. Desweiteren veröffentlichen sie Verschwörungstheorien mit einer pro-russischen Ideologie.

Diese Woche wurde der Chefredakteur ebenjener Seite zum Kommunikationschef des Innenministers ernannt, der auch dem Verfassungsschutz vorsteht.

2016 wurde Norbert Hofer, nun Infrastrakturminister, gefragt: „sind sie ein Antifaschist?“. Seine einfache Antwort darauf: „nein.“

Das Forum gegen Antisemitismus verzeichnete 2016 insgesamt 477 antisemitische Vorfälle. 59 Prozent davon wurde kein ideologisch motivierter Hintergrund zugewiesen. 28 Prozent kamen jedoch aus dem eindeutigen rechtsextremen Eck. Wenn die Apologeten der schwarz-blauen Regierung nun die Existenz des gewalttätigen Rechtsextremismus verneinen, leugnen sie die Realität. Es ist der gleiche Personalpool, aus dem die FPÖ ihre Abgeordneten und Minister schöpft, die vielleicht in ihrer offiziellen Tätigkeit ihre Gesinnung verschleiern, jedoch auf der Straße diese offen zu Gesicht geben.

Wenn jüdische Mandatare wie David Lasar (FPÖ) und Martin Engelberg (ÖVP) nun diese zwei Parteien zu Antisemitismus-frei erklären wollen, können sie das gerne versuchen, aber sie sprechen für niemanden ausser sich selbst.

Die jüdische Gemeinde und der Staat Israel nehmen ihre historische Verantwortung wahr. Wir, in Österreichs jüdischer Gemeinde, lassen uns nicht von ihrer Maskerade täuschen.

Oskar Deutsch“

https://www.haaretz.com/opinion/1.830343

Demokratie a la AULA

Medieninhaber der AULA ist der Freiheitliche Akademikerverband, eine Vorfeldorganisation der FPÖ, die zufälligerweise an der selben Türnummer wie die FPÖ Wien residiert. Demokratie ist laut dieser Zeitschrift eh super, aber bitte nur für die „eigenen Leut“, nicht für die anderen. Ein Vorgeschmack auf die nächsten Jahre?

Hinter dem Pseudonym „Wolf Borkin“ wird der wegen NS-Wiederbetätigung verurteilte Neonazi Felix Budin vermutet.

Das Sprachrohr der FPÖ: Die Aula

„Gegen das antisemitische und rassistische Magazin AULA wurde vor kurzem von Holocaust-Überlebenden eine einstweilige Verfügung erwirkt. Dennoch treten der Grazer FPÖ-Obmann Eustacchio und sein Klubobmann Sippel in der zuletzt erschienenen Ausgabe der „Aula“ in diversen Inseratschaltungen, Interviews und Werbetexten auf.“
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170116_OTS0008/sos-mitmensch-grazer-fpoe-obmann-eustacchio-unterstuetzt-antisemitisches-magazin-massiv