Rechtsextremer Terror in Halle/Saale: Wer für Wochenblick-LeserInnen die wahren Mörder sind.

Am 9. Oktober 2019 ermordete der 27-jährige deutsche Neonazi Stephan B. im deutschen Halle/Saale 2 Menschen.
Eine Frau vor einer Synagoge, die er erfolglos zu stürmen versuchte und ein Mann in einem Döner-Imbiss fielen dem Holocaustleugner und Antisemiten zum Opfer.
B. streamte die Tat auf der Plattform Twitch (das Video liegt uns vor) und kommentierte sie in Deutsch und Englisch, weiters hinterließ er ein Manifest wie die rechtsextremen Attentäter/Massenmörder Anders Breivik, Brenton T. (Christchurch/NZ) oder der Synagogenattentäter von San Diego/CA, John T. E.
Darin erklärte er, warum er sein Attentat gerade an Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag ausführte und welcher Hass ihn antrieb. Er leugnete den Holocaust und gab als Motiv für seine Tat an, Feminismus würde zu weniger Geburten führen, deswegen gäbe es Masseneinwanderung – und hinter all diesen Problemen stecke „der Jude“.

Der Wochenblick, ein rechtsextremes Hassmedium aus Oberösterreich, das federführend in der Verbreitung freiheitlicher Anti-Islam/Ausländer/Flüchtlingshetze ist, berichtet ebenfalls über dieses Attentat. Die LeserInnen sehen fast ausschließlich den Täter bzw. die Schuld bei Angela Merkel und ihrer Willkommenspolitik, Werner Faymann, Flüchtlingen, Muslimen und Gutmenschen. „Nazi ist nur, wer denkt.“

Detail am Rande: Der GF des Wochenblick, Norbert Geroldinger, ein ehemaliger FPÖ-Funktionär aus Brunnenthal/OÖ ist auf Facebook nicht nur mit dem 2014 wegen Wiederbetätigung verurteilten Neonazi Franz Radl befreundet (am 19. Sept. 2019 wurde Radl erneut nicht rechtskräftig am LG Wien verurteilt), Geroldinger wünschte Radl zu dessen Berufungsverhandlung wegen § 3g VerbG. am 23. Juni 2014 „Alles Gute und Daumen hoch !“.
Das Daumendrücken brachte freilich nichts, Radls Berufung wurde abgewiesen.

36 ausgewählte Kommentare von Wochenblick-LeserInnen:

FPÖ-Gemeinderat huldigt dem faschistischen Ustascha-Regime

„Ich bin ursprünglich aus Kroatien und dort vor dem Bürgerkrieg geflohen.
Ich weiß was Friede und Sicherheit wert ist und bin dankbar in Österreich
leben zu dürfen.“

So stellt sich der 28-jährige Alen Ćorković auf der Facebook-Seite der FPÖ-Stockerau als Gemeinderat vor.
Zu schön, um wahr zu sein. Ein scheinbar bestens integrierter junger Mann aus dem Ausland, sein Deutsch ist nicht ganz perfekt, aber weit besser, als das vieler seiner einheimischen Parteikollegen. Doch neben der Mitgliedschaft in einer rechtsextremen und ausländerfeindlichen Partei, gibt es noch einen Haken. Einen gewaltigen Haken eigentlich: Er ist glühender Fan des faschistischen, kroatischen Ustascha-Regimes

Das Ustascha-Regime

Die Ustascha war ein von Ante Pavelić 1928 gegründeter und von ihm geführter, zunächst illegaler kroatischer rechtsextrem-terroristischer Geheimbund, der sich zu einer faschistischen Bewegung entwickelte.
Die Ustascha bediente sich ideologisch an Elementen des italienischen Faschismus und Nationalsozialismus. Diese Elemente umfassten auch den Antisemitismus, Antikommunismus, Rassismus und zusätzlich Serbenhass.
Der Ustascha-Staat blieb bis 1945 ein treuer Verbündeter des Deutschen Reiches und entsandte auch Truppen zur Unterstützung des deutschen Feldzuges gegen die Sowjetunion. Militärisch war er jedoch hauptsächlich mit dem Kampf gegen die von Tito angeführten Partisanen und gegen die Tschetniks (Serbische Nationalmonarchistische Bewegung) beschäftigt. Die bekannteste Einheit der Ustascha war die Schwarze Legion (Crna Legija), die als Kommentar in den Postings des FPÖ-Funktionärs ebenfalls vorkommt.

Der Ustascha-Staat erließ Rassengesetze nach dem Vorbild des Dritten Reiches, die sich gegen Juden und Roma, aber vorwiegend gegen Serben richteten, die kollektiv zu Feinden des kroatischen Volkes erklärt wurden. Serben, Juden, Roma und kroatische Antifaschisten wurden in Konzentrationslagern, deren größtes das KZ Jasenovac war, eingesperrt und vor allem von der Ustascha-Miliz auf zumeist brutalste Weise ermordet. Die zahlenmäßig stärkste Gruppe unter den Opfern stellten dabei die Serben dar.
Berichten zufolge waren bereits in den ersten 4 Monaten der Ustascha Herrschaft ca. 200.000 Serben ermordet und 104.000 in das deutsche Besatzungsgebiet nach Serbien deportiert worden.

Der Völkermord der Ustascha

Wie viele Menschen diesem Völkermord zum Opfer fielen, ist bis heute umstritten. Die Angaben variieren von mehr als 300.000 bis zu 750.000 ermordeten Menschen, zumeist vertreten von kroatischen bzw. serbischen Historikern. In der westlichen Forschung wird die Zahl der Serben, welche den Ustascha zum Opfer fielen, auf 330.000 bis 390.000 geschätzt.
Ca. 290.000 der 1,9 Millionen Serben sowie die große Mehrheit der 30.000 bis 40.000 Juden und der 25.000 bis 40.000 Roma, die zu Kriegsbeginn auf dem Einflussgebiet der Ustascha lebten, fielen der Ustascha zum Opfer, davon zwischen 60.000 und 100.000 im KZ Jasenovac.

„Za Dom – Spremni!“ und das Ustascha-Wappen

Die Grußformel der Ustascha lautete „Za Dom – Spremni!“ kurz: „ZDS“ (Für die Heimat – Bereit!) und wurde spätestens ab der Annäherung an das faschistische Italien und das nationalsozialistische Deutschland mit erhobenem rechten Arm ausgesprochen.
Diese Grußformel selbst ist im heutigen Kroatien verboten. In Österreich ist das Ustascha-Wappen – es beginnt im Unterschied zum offiziellen, mit einem weißen Feld statt mit einem roten – seit 1. März 2019 verboten.

Za Dom – Spremni!“ bzw. „ZDS„, wie auch das vorhin beschriebene Ustascha-Wappen, werden wir in den Kommentaren bei und von FPÖ-Gemeinderat Alen Ćorković noch öfters sehen.

Wir sind gespannt, was die serbischstämmige, Niederösterreichische FPÖ-LAbg. Vesna Schuster (geb. Racic) zur Ideologie der von ihrem Parteikollegen verehrten Ustascha meint.

 

Hier postet Ćorković eine Fahne der „Stockerau Jugend“ mit dem Ustascha-Wappen, die mit „ZDS“ (Za Dom – Spremni) und einem Bild der kroatischen Wehrmacht kommentiert wird. Alen Ćorković gefällt dieses Bild.

Hier gibt der FPÖ-Gemeinderat eine positive Bewertung für einen kroatischen „Patrioten“-Shop ab.
Als Model des Shops mit dem Ustascha-Wappen fungiert Marko Perković, Frontmann der kroatischen Band „Thompson“. Thompson ist eine kroatische Rockband, die nach dem Spitznamen ihres Gründers und Frontmannes Marko Perković benannt ist. Der in Kroatien erfolgreichen Band wird eine Verherrlichung des kroatischen Faschismus vorgeworfen. Bei Konzerten der Band wurde auch das faschistische Ustascha-Lied „Jasenovac i Gradiška Stara“ gespielt, das die Tötung von Juden und Serben in den Konzentrationslagern Jasenovac und Stara Gradiška verherrlicht.

Stolz präsentiert der Kriegsflüchtling seinen Ohrstecker mit dem Portrait des Ustascha-Gründers Ante Pavelić.

Za Dom – Spremni!“ bzw. „ZDS“ von und bei einem Posting mit Ćorković hinter Ustascha-Fahnen.

Unterwegs mit den Fans der Ustascha-begeisterten „Stockerau Jugend“.

Und schlussendlich ein letztes Bild mit Ustascha T-Shirt (eines von vielen).

 

Die FPÖ hat ihren Göring gelesen. Wie in FPÖ Gruppen mittels Fake News rassistische Stimmung gemacht wird.

„Das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.“

Mit diesen Worten wird NS-Reichsmarschall Hermann Göring am 18. April 1946 vom amerikanischen Gerichtspsychiater G.M. Gilbert im „Nürnberger Tagebuch“ zitiert.

 


Am 19. 8.2019 postet ein „Michael Thomas (waschpusch)“ ein Video mit dem Kommentar „Einwanderer greifen die Polizei an“. Es wird bei dem deutschen AfD-Sympathisanten zwar nur 3x kommentiert, dafür aber 4.568x geteilt.

Unter anderem wird dieses Video in den FPÖ-Gruppen „Wir wollen H.C. zurück“ (1.981 Mitglieder) und „FPÖ – öffentliche Gruppe“ (11.408 Mitglieder) geteilt.
Mitglieder in „Wir wollen H.C. zurück“ sind ua. folgende FPÖ-Funktionäre bzw. Personen aus der Holocaustleugnerszene wie der AFP:

Heinz-Christian Strache
Markus Gudenus
Leo Kohlbauer
Markus Tschank
Helwig Leibinger
Silvia M.
Werner L.

 

Das Video belegt wieder einmal ganz klar, dass der Hass der WählerInnen rechtsextremer Parteien wie FPÖ oder AfD in inoffiziellen Parteigruppen täglich mit Fake News am Köcheln gehalten wird. Dazu benötigt es nur ein Video oder Foto, einen beliebigen Text dazu und schon läuft die rassistische Hassmaschinerie.
Es ist von Angreifern und Invasoren die Rede, schuld daran sind die „Gutmenschen“, die Lösung: FPÖ wählen.
Die FPÖ hat also ihren Göring gelesen.
Bildinhalt, Herkunft oder Wahrheitsgehalt der Begleitkommentare werden prinzipiell nicht hinterfragt, wie man am gegenständlichen Beispiel wunderbar erkennen kann:

Das Video zeigt Ausschnitte der Proteste und Straßenschlachten aus Baltimore/USA, die im April 2015 stattfanden. Auslöser war die Verhaftung des Afroamerikaners Freddie Gray wegen Besitzes eines verbotenen Messers, der in Polizeigewahrsam an einem gebrochenen Rückgrat starb.
Proteste und Straßenschlachten wie in dem Video zu sehen, waren die Folge. Der hauptverantwortliche Polizist wurde 2016 freigesprochen.

Die Kommentare beziehen sich ausschließlich auf Flüchtlinge, Muslime, Angela Merkel, Gutmenschen, Europa, Österreich, die FPÖ als Lösung für diese Probleme und: „Erschießen!!!“

Hier nun 59 ausgewählte Kommentare aus beiden Gruppen:

Antisemitismus im Freiheitlichen Forum wegen Artikel über Holocaustüberlebenden Rudolf Gelbard

Seit fast 2 Jahren stehen unzählige antisemitische Kommentare (am Ende des Artikels) in der Facebook Gruppe „Freiheitliches Forum“ gegen den am 24.10.2018 verstorbenen Holocaustüberlebenden und Zeitzeugen Rudolf Gelbard.

Markus Stuefer, Redaktionsmitglied des rechtsextremen Mediums „ZAROnews“, das immer wieder holocaustleugnende/relativierende Artikel publizierte, postet einen Artikel über Gelbard, der erneut vor der FPÖ warnte und dafür attackiert wurde.
ZAROnews ist eine von Robert Zach im Jahr 2006 gegründete Presse und PR-Agentur mit Sitz in der Schweiz. Es existieren Redaktionen in Deutschland und Österreich, die auch auf Facebook äußerst aktiv diverse rechtsextreme „Patriotengruppen“ täglich befüllen.
Bereits als Heinz-Christian Strache, Ex-BPO der FPÖ von ZAROnews teilte, verfassten wir einen ausführlichen Artikel über ZAROnews und Robert Zach.

Die Gruppe „Freiheitliches Forum“ nannte sich in Vergangenheit auch schon „Wir wollen Norbert Hofer als BP & HC Strache alls(sic!) Kanzler“ und „Freiheitliche Widerstandsbewegung“.
Derzeit hat die Gruppe 6.100 Mitglieder, die sich aus FPÖlern, AfDlern, Identitären, Hooligans und Neonazis zusammensetzen. Ein Auszug aus der Mitgliederliste (Stand 31.8.2019):

Günther Kumpitsch, FPÖ Nationalrat u. Polizeijurist(!)*
Michael Hornak, Vorstandsmitglied bei der FPÖ Schwechat, Personalvertreter der  AUF/FEG bei der LPD Wien (!)*
Dietrich Kops, FPÖ Landtagsabgeordneter u. GR Wien
Friedrich Dallinger, FPÖ BR Wien 10, Nowotny Gedenken
Manfred Dvorak, FPÖ Klubobmann-Stellvertreter FPÖ Wien 15
Friedrich Trawniczek, FPÖ Ex-BR Wien 12, Nowotny Gedenken
Harald Sturm, FPÖ GR in Kaumberg
Reinhard Lehner, FPÖ Ortsparteiobmann Breitenau
Siegfried Steiner, FPÖ Stadtparteiobmann Mattersburg
Alfred Gleitsmann, FPÖ GR Eichgraben
Andreas Traxler, FPÖ Ortsparteiobmann und Gemeinderat in Vorderweißenbach
Gottfried Jarolin, FPÖ Stadtparteiobmann Gänserndorf*
Otto Hofmair, FPÖ Ersatz GR Ansfelden
Mario Rosensteiner, FPÖ GR u. Obmann Brunn am Gebirge

Harald Peter Wiedner, Identitäre Steiermark
Roland Moritz, Identitäre Oberösterreich
Reconquista Steiermark (Identitäre Steiermark)
Thomas Kirschner, PDV Graz

Tino Chrupalla (AfD), Bundestagsabgeordneter der AfD – Vorsitzender AfD Kreisverband Görlitz
Steffen Wegert (AfD), Stadtrat Chemnitz, Schatzmeister im Chemnitzer AfD-Kreisvorstand
Dieter Gareis (AfD), Schatzmeister AfD Kulmbach
Bernd Reichert (AfD), AfD Aachen
David Berger, Philosophia Perennis

* Kumpitsch, Hornak und Jarolin sind nach unserem letzten Artikel über diese Gruppe aus ihr ausgetreten.

 

24 ausgewählte Kommentare:

Antisemitismus im „freiheitlichen Forum“ gegen Oskar Deutsch, Präsident der IKG

Seit einem Jahr stehen unzählige antisemitische Kommentare in der Facebook Gruppe „Freiheitliches Forum“ gegen Oskar Deutsch, den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG).

Oskar Deutsch, wird vom in diversen rechtsextremen FPÖ-Gruppen umtriebigen Hetzer „Peter Grill“ aus einem offenen Brief vom 22. Oktober 2017 an die damaligen Regierungsparteien zitiert.
So hieß es in dem Brief: „Deutschnationale haben in der Regierung nichts verloren!“ und „Wenn sich der nationalistische Wolf einen blauen Schafspelz überzieht, ändert er sein Wesen nicht, nur sein Aussehen.“.
Daraus konstruiert Peter Grill „Ein Jude beschimpft 26% FPÖ-Wähler als Nazis!„.
In den daraus resultierenden Kommentaren wird so gut wie kein Vorurteil gegen Juden, keine antisemitische Beschimpfung oder Verschwörungstheorie ausgelassen.

Die Gruppe „Freiheitliches Forum“ nannte sich in Vergangenheit auch schon „Wir wollen Norbert Hofer als BP & HC Strache alls(sic!) Kanzler“ und „Freiheitliche Widerstandsbewegung“.
Derzeit hat die Gruppe über 6.000 Mitglieder, die sich aus FPÖlern, AfDlern, Identitären, Hooligans und Neonazis zusammensetzen. Ein Auszug aus der Mitgliederliste:

Günther Kumpitsch, FPÖ Nationalrat u. Polizeijurist (!)
Michael Hornak, Vorstandsmitglied bei der FPÖ Schwechat, Personalvertreter der  AUF/FEG bei der LPD Wien (!)
Dietrich Kops, FPÖ Landtagsabgeordneter u. GR Wien
Friedrich Dallinger, FPÖ BR Wien 10, Nowotny Gedenken
Manfred Dvorak, FPÖ Klubobmann-Stellvertreter FPÖ Wien 15
Friedrich Trawniczek, FPÖ Ex-BR Wien 12, Nowotny Gedenken
Harald Sturm, FPÖ GR in Kaumberg
Reinhard Lehner, FPÖ Ortsparteiobmann Breitenau
Siegfried Steiner, FPÖ Stadtparteiobmann Mattersburg
Alfred Gleitsmann, FPÖ GR Eichgraben
Andreas Traxler, FPÖ Ortsparteiobmann und Gemeinderat in Vorderweißenbach
Gottfried Jarolin, FPÖ Stadtparteiobmann Gänserndorf
Otto Hofmair, FPÖ Ersatz GR Ansfelden
Mario Rosensteiner, FPÖ GR u. Obmann Brunn am Gebirge

Harald Peter Wiedner, Identitäre Steiermark
Roland Moritz, Identitäre Oberösterreich
Reconquista Steiermark (Identitäre Steiermark)
Thomas Kirschner, PDV Graz

Tino Chrupalla (AfD), Bundestagsabgeordneter der AfD – Vorsitzender AfD Kreisverband Görlitz
Steffen Wegert (AfD), Stadtrat Chemnitz, Schatzmeister im Chemnitzer AfD-Kreisvorstand
Dieter Gareis (AfD), Schatzmeister AfD Kulmbach
Bernd Reichert (AfD), AfD Aachen
David Berger, Philosophia Perennis

62 ausgewählte Kommentare:

 

Wie Strache einen FakeNews-Titel als Beweis für „Bevölkerungsaustausch“-Hetze nutzt

Redistanzierung – zurück zu den Wurzeln

2. Mai 2019.
Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) hat längst erkannt, dass ihn die Distanzierung von der Identitären Bewegung (IB) extrem viele Stimmen kosten wird, denn die von ihm seit Jahren selbst propagierte rechtsextreme Verschwörungstheorie des „Bevölkerungsaustauschs“ ist unter dem Slogan „der große Austausch“ das Hauptthema der Identitären Bewegung und wird von vielen FPÖ WählerInnen ebenfalls geteilt. Die Solidarität zur IB ist unter dem FPÖ-Wahlvolk unübersehbar. Wegen „Straches Rückgratlosigkeit“ angekündigte Parteiaustritte und nach 20 Jahren das 1. Mal statt FPÖ weiß wählen zu wollen, lesen wir immer öfter.
Auslöser für Straches ohnehin unglaubwürdige Distanzierung waren mehrere Spenden des rechtsextremen Terroristen von Christchurch/NZ an die Identitären, der am 15. März 2019 50 Muslime ermordete und dessen Manifest den Titel „Der große Austausch“ trug. Auch der antisemitische Attentäter von San Diego/USA, der im April 2019 ein tödliches Attentat auf eine Synagoge verübte, phantasierte von einem von Juden gesteuerten Austausch der „weißen Rasse“. Auch sonst wird diese Verschwörungstheorie unter dem aus der NS-Zeit stammenden Begriffs der „Umvolkung“, ausschließlich nur von rechtsextremen bis antisemitisch/neonazistischen Kreisen wie der „AFP“ geteilt. Bei deren „Politischen Akademien“, bei denen das Publikum hauptsächlich aus Holocaustleugnern und Geschichtsrevisionisten besteht, sprachen ua. FPÖ-Politiker wie Johann Gudenus oder Hans-Jörg Jenewein, Abgeordneter zum Nationalrat und FPÖ-Mediensprecher. Jenewein hielt 2008 seine Rede direkt vor der mittlerweile wegen Wiederbetätigung verurteilten und inhaftierten Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck.

 

 

An jenem Tag also teilt Strache einen Artikel des Boulevardmediums oe24.at mit dem irreführenden Titel:

„Ranking 2018: Mohammed in Berlin beliebtester Vorname“

 

Strache steigert seine rassistische Angstmache, indem er, wie auch schon bei der „1. Mai Kundgebung 2019 der FPÖ“ im Linzer Bierzelt, zusätzlich von „Bevölkerungsverdrängung und Bevölkerungswechsel“ spricht. „Islamisierung“, vor 80 Jahren sprach man von „Verjudung“, darf in diesem Zusammenhang natürlich auch nicht fehlen.

Der Vizekanzler bezieht sich auf die völlig irreführenden Überschriften des copy/paste Artikels, der vor Fehlern nur so strotzt.

Dass „Mohammed“ niemals der häufigste Erstname in Berlin sein kann, versteht sich bei einem Moslemanteil von 9% eigentlich von selbst. Im 3. Absatz steht dann doch etwas von einer gesonderten Auswertung, die ergibt, dass Mohammed unter den türkisch-arabischen Vornamen auf Rang 1 liegen und sogar in Berlin der häufigste Vorname für Jungen sein soll.
Etwas widersprüchlich das Ganze und zudem auch noch falsch.
Oe24.at verweist auf eine Pressemitteilung der Gesellschaft für deutsche Sprache e. V. (GfdS). Dort finden wir in den Rankings nirgendwo den Namen Mohammed. Bei den 15 beliebtesten Erst- u. Folgenamen für Jungen im gesamten deutschen Bundesgebiet ist kein einziger türkisch-arabischer Name aufgeführt, auch nicht in einer Vergleichsgrafik für den deutschsprachigen Raum.
Lediglich in einem Absatz wird erwähnt, dass Mohammed in all seinen Schreibweisen in manchen Bundesländern unter den Top 10 sei.
Also was steckt hinter dieser wirren Zahlenvermischung? Was sagen die Daten tatsächlich aus?

257 von 22.177 Jungen heißen Mohammed – AUSTAUSCH!!!

„Von den insgesamt 22 177 Jungen, die 2018 in Berlin geboren wurden, bekamen genau 280 den Namen Mohammed“, wird Dr. Andrea-Eva Ewels (GfdS) von der „Bild“-Zeitung zitiert. 280 Mohammeds? Wir haben uns die Daten von Berlinonline zu den häufigsten Vornamen in Berlin 2018 genau angesehen. Auf 280 kommen wir nur, wenn wir Mohammed in all seinen Schreibweisen auch als Zweit- u. Drittnamen mitberücksichtigen würden. Wir kommen auf 257 Mohammeds als Erstnamen, was bei 22.177 neugeborenen Jungen in Berlin gerade einmal 1,16% ausmacht. Nehmen wir die 280 der GfdS, wären dies auch nur 1,26%.
Bedenkt man, dass Berlin mit 9% den höchsten Moslemanteil in Deutschland besitzt (im Bundesdurchschnitt sind es ca. 5%-6%), kann von einer „Islamisierung“ oder einem „Bevölkerungsaustausch“ Deutschlands oder Berlins, alleine von den nackten Zahlen her, nicht einmal annähernd die Rede sein.

Doch es sind natürlich nicht nur Zahlen, es geht um Menschen. Es ist nichts als pure antiislamische/rassistische Hetze, die Heinz-Christian Strache hier betreibt. Einerseits sprechen die Zahlen ganz eindeutig gegen einen „Austausch“ oder eine „Islamisierung“. Andererseits unterstellt Strache Menschen muslimischen Glaubens pauschal negative Eigenschaften, das Ablehnen des Staates, seiner Gesetzgebung und die Forderung nach der Sharia. Dasselbe Konzept wie schon vor 80 Jahren, als den Juden ua. diverse „volkszersetzende, parasitäre“ Eigenschaften unterstellt wurden. Es wird mit zweierlei Maß gemessen, denn den Muslimen, die in Österreich seit 1912 als Religionsgemeinschaft anerkannt sind, wird im Unterschied zu den Gläubigen anderer Religionen im Land unterstellt, dass ohnehin alle radikal wären und nach Erreichen einer kritische Masse, die Sharia einfordern und unsere Sitten und Traditionen austauschen wollten.
Ist man mit dem Namen Mohammed automatisch Moslem? Nein.
Ist man als Moslem automatisch radikal? Nein.
Ist man als Moslem automatisch ein schlechter Mensch? Nein.

Auch erkennen alle Muslime, die wir kennen, mit denen wir gesprochen haben, den Staat und seine Gesetze an und niemanden von ihnen interessiert es, die Sharia ins Strafgesetzbuch aufnehmen lassen, oder gar generell einführen zu wollen. Keiner von ihnen will unsere Bevölkerung austauschen und unsere gemeinsame Heimat zu einem islamischen Staat machen.

 

Zum Schluss haben wir die Zahlen der Berliner Standesämter aufgeschlüsselt, die ebenfalls ganz offensichtlich zeigen, dass ein paar Mohammeds nicht das Problem Deutschlands oder Österreichs sind, sondern rechtsextreme Hetzer wie Heinz-Christian Strache oder Alice Weidel von der deutschen AFD, zu der es zum selben Thema HIER einen Artikel gibt.

„Mohammed“ phonetisch (mit allen Schreibweisen) in Berlin

Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 0
Anzahl: 19

Berlin Friedrichshain-Kreuzberg
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 10. (gemeinsam mit 6 weiteren Namen)
Anzahl: 34

Berlin Lichtenberg
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 0
Anzahl: 17

Berlin Marzahn-Hellersdorf
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 0
Anzahl: 4

Berlin mitte
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 0
Anzahl: 62

Berlin Neukölln
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 8.
Anzahl: 47

Berlin Pankow
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 0
Anzahl: 4

Berlin Reinickendorf
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 3. (gemeinsam mit 7 weiteren Namen)
Anzahl: 13

Berlin Spandau
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 0
Anzahl: 19

Berlin Steglitz-Zehlendorf
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 0
Anzahl: 4

Berlin Tempelhof-Schöneberg
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 0
Anzahl: 31

Berlin Treptow-Köpenick
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 0
Anzahl: 3

Total: 257

Vizekanzler Strache teilt von ZAROnews! ZAROnews publiziert übelsten Antisemitismus und Holocaustverharmlosung.

Heinz-Christian Strache, österreichischer Vizekanzler, BPO der FPÖ, Ex-Neonazi, dem man seit 2004 eine Nähe zum NS-Gedankengut nachsagen darf, teilt am 19.4.2019 auf seinem Privatprofil einen Artikel aus „ZAROnews“, den er mit „Nein, ich lasse mich sicher nicht mundtot machen!“ kommentiert.
Am 20.4.2019 um 18:05 teilt Strache ihn auf seiner Seite „HC Strache“.
Die Kommentare seiner Fans auf seinem Privatprofil dazu finden Sie am Ende dieses Artikels. (Anm. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung sichern wir gerade die Kommentare auf seiner Seite „HC Strache“ und aktualisieren den Artikel zu einem späteren Zeitpunkt)

ZAROnews ist eine von Robert Zach im Jahr 2006 gegründete Presse und PR-Agentur mit Sitz in der Schweiz. Es existieren Redaktionen in Deutschland und Österreich, die auch auf Facebook äußerst aktiv diverse rechtsextreme „Patriotengruppen“ täglich befüllen.

Robert Zach ist mit mindestens 2 Profilen auf Facebook vertreten: Robert Zach und Roberto Zaro. Auf dem Profil „Roberto Zaro“ findet sich unter seinen Freunden neben zahlreichen Neonazis, die sogar ganz ungeniert animierte Hakenkreuze als Profilbild wählen, die Niederösterreichische FPÖ-Abgeordnete zum Nationalrat(!) Edith Mühlberghuber:

Strache teilt einen Artikel, der eigentlich schon einen Monat alt ist und in dem es darum geht, dass Ümit Vural, der Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ), Vizekanzler Heinz-Christian Strache wegen des Verdachts der Verhetzung angezeigt hatte.

 

Doch ZAROnews ist kein übliches Hetzmedium à la Wochenblick oder Unzensuriert. Nein, hier findet man den ärgsten Antisemitismus, Holocaustverharmlosung und diverseste Verschwörungstheorien. Alleine George Soros kommt in über 360 Artikeln vor.
Wir haben hier ein paar repräsentative Artikel herausgesucht.
Beginnen wir mit dem bei Neonazis sehr beliebten Artikel „Der Holocaust ist die größte Lüge“:

Zitat: “Der Holocaust ist die größte Lüge der Geschichte. Deutschland hat keine Schuld am Zweiten Weltkrieg und Adolf Hitler war der einzige Staatsmann der Welt, der die Welt vor der plutokratisch-jüdischen Gefahr hätte retten können, um den unterjochten Planeten wieder zu befreien.”

Am Ende wird noch auf das holocaustrelativierende Video „Buchenwald – Die Wahrheit“ auf Youtube verlinkt, das dort allerdings schon gelöscht wurde. Auf dem russischen Videoportal „rutube.ru“ ist es auf dem Kanal „Volksdeutschland“ HIER noch zu finden.


 

Ein kleiner Ausschnitt aus „Die jüdische Elite…„:
Das finanzmächtige internationale Judentum steuert seit sehr langer Zeit(genau genommen seit der Entstehung des Römischen Imperiums) aus dem Hintergrund den Werdegang des Weltgeschehens, es beherrscht nicht nur das Geld- und Bankenwesen, 99% der Medien, die Geheimgesellschaften(von den Rotariern über die Freimaurer bis zu den Lubawitschern), alle Organisationen der internationalen Politik (UNO, EU, UNESCO usw.) und sämtliche Staaten der „westlichen Wertegemeinschaft (USA, OMF-BRD usw.)…

Die jüdische Elite hat schon seit Paulus (dem Juden Saul, dem größten Schreibtischtäter aller Zeiten) die ursprüngliche spirituelle Lehre des nordischstämmigen Wander-Philosophen Jesus (aus dem Heidenland Galiläa) mit der gewaltigsten Intrige der Menschheitsgeschichte in niederträchtigster Weise verunstaltet und für die Interessen des Judentums mißbraucht.

Führende Juden haben schon seit 1871 ganz gezielt drei Weltkriege zur Zerschlagung der großen Reiche und sämtlicher souveränen Staaten geplant und sind Drahtzieher und Hauptverursacher der allermeisten Kriege, der Ausplünderung und Unterjochung der Völker und des daraus resultierenden Massenelends.

Sie haben die massenhafte Überschwemmung Europas mit raum-, wesens- und kulturfremden Ausländern von langer Hand geplant, womit sie ihrem obersten Leitspruch „Amalek muß vernichtet werden!“ zur Umsetzung zu bringen versuchen und vor allem ihren Erzfeind, die Deutschen, geistig-kulturell und ethnisch auszulöschen (Anmerkung: Als Amalekiter bezeichneten die Juden schon damals die aus dem nordischen Raum stammenden Atlanter [= Seevölker], deren Kernvolk heute die Deutschen sind).“


 

Ein kleiner Ausschnitt aus „Der lange Schatten von Zion„:
„Aus diesem Grunde will ich an alle Wahrheitssucher appellieren, sich eindringlich mit der Rolle von führenden Zionisten, vor allem aus der Hochfinanz, in Bezug auf vergangene und aktuelle Weltgeschehnisse zu beschäftigen. Kriege, Massenzuwanderung, Dekadenz der westlichen Gesellschaft, Werteverfall – all das steht im unmittelbaren Zusammenhang mit einer kleinen Gruppe von zionistischen Ausbeutern, die Namen Rothschild, Warburg, Schiff und Rockefeller seien hier als erste genannt.

Vor allem für uns Deutsche sind diese Zionisten und ihre finsteren Machenschaften von enormer Bedeutung, gehören wir doch zu den Hauptopfern ihrer perfiden Machtspiele. Kaum ein anderes Volk wurde so betrogen, gequält und an seiner eigenen kulturellen Entwicklung gehindert, wie das deutsche.

Die Rothschilds finanzieren schon seit Napoleons Zeiten zahlreiche Kriege und die beteiligten Kriegsparteien, doch die entscheidende Geschichte – gerade für Deutschland – beginnt am 23.12.1913.“

Israelbewunderer Heinz-Christian Strache:
Die Vorsitzende des Front National in Frankreich, Marine le Pen, hat mittlerweile einen pro-zionistischen Kurs eingeschlagen und sich somit von der kritischen Haltung ihres Vaters entfernt. Geert Wilders von der PVV in den Niederlanden ist sowieso bekennender Israelbewunderer, und Heinz-Christian Strache von der FPÖ gab schon 2014 die Marschroute vor: „Wir stehen voll und ganz zum Existenzrecht Israels und seinem Recht auf Selbstverteidigung.“ Zudem spricht Strache in diesem Zusammenhang von einer angeblich besonderen Verantwortung Europas gegenüber Israel.“

Und dann wird sogar noch auf den Artikel von „anonymousnews.ru“AfD, FPÖ, PEGIDA: Europas „Patrioten“ bekennen sich öffentlich zum Schurkenstaat Israelverlinkt.


 

Hier wird wieder einmal der Holocaust verharmlost. Es wird von 500.000 deutschen Bombenopfern phantasiert, obwohl die realistischen Schätzungen von 22.700 und 25.000 Toten ausgehen.


 

Dazu muss wohl nichts mehr gesagt werden.
Neben unzähligen weiteren antisemitischen Verschwörungstheorien und Holocaustverharmlosung, gehen die Themen von NWO über Chemtrails und Impfgegnerei bis zu UFOs und der Leugnung des Klimawandels.


Hier nun die Kommentare bei Heinz-Christian Strache:

Udo Landbauers Instagram-Abos: Ein Neonazi und Identitäre

Udo Landbauer

Udo Landbauer ist geschäftsführender Landesparteiobmann der FPÖ Niederösterreich, Abgeordneter zum niederösterreichischen Landtag und fungiert dort als geschäftsführender Klubobmann.
Seit 18.2.2019 ist Landbauer wieder Gemeinderat in Wiener Neustadt, nachdem er wegen bei seiner Burschenschaft „p.B.! Germania zu Wiener Neustadt“ gefundener NS-Liedtexte, vorübergehend aus der Politik schied.

Die Recherche

Nachdem bekannt wurde, dass  Martin Sellner, der Anführer der rechtsextremen Identitären, eine Spende des rechtsextremen Terroristen von Christchurch/NZ erhielt, konzentrierten sich unsere Recherchen besonders auf Verbindungen von FPÖ-FunktionärInnen zu Identitären. Viele sind trotz unglaubwürdiger Distanzierungsversuche seitens der FPÖ längst bekannt, viele weitere tauchen gerade in unseren Recherchen in diversen Social Media Portalen auf.

Neben Facebook findet man auch einige FPÖ-FunktionärInnen auf Instagram, wo man Personen abonnieren oder von anderen abonniert werden kann.
Dass wir gerade bei Funktionären aus Wiener Neustadt fündig werden, war uns klar, gibt es dort eine aktive Identitärenszene und das Naheverhältnis von Landbauers Parteikollegen Michael Schnedlitz ist bekannt und wurde im Rahmen unserer Recherchen von uns belegt.

Landbauers Instagram Abonnements

Auf Instagram wird zwischen Abonnements und Abonnenten unterschieden. Abonnements sind Personen, die man aktiv durch Klicken auf einen blauen „Folgen“-Button abonniert. Abonnenten sind Personen die einem folgen.

Udo Landbauers Instagram-Profil ist ein bestätigter Account, ersichtlich am blauen Symbol mit weißem Häkchen neben seinem Namen. Es gibt keinen sichtbaren Hinweis darauf, dass der Account von Admins bedient wird. Der letzte Eintrag stammt vom 4. April 2019, unsere Sicherung vom 11. April 2019.

Nachdem wir unter „abonniert“ 2 klar als Identitäre erkennbare Abonnements fanden und unzählige rechtsextreme, trauten wir unseren Augen nicht:
Die „Schwarze Sonne“ als Profilbild und als Name „antizion03 – free palestine“ – ein Antizionist mit einem NS-Symbol.

Gegencheck: Udo Landbauer befindet sich unter den Abonnenten von „antizion03“

Ein paar Profile darunter „nerviger_kapitalist“ mit einer antisemitischen Karikatur eines Juden.

Schwarze Sonne

Die „Schwarze Sonne“ ist ein Symbol, das aus zwölf in Ringform gefassten gespiegelten Siegrunen oder drei übereinander gelegten Hakenkreuzen besteht. Das Symbol wurde in der NS-Zeit von der SS im „Obergruppen­Führersaal“ im Nordturm der Wewelsburg auf Befehl des Reichsführers SS Heinrich Himmler und unter der Leitung des Architekten Hermann Bartels eingelassen. Für die Arbeiten ab 1934 wurden Zwangsarbeiter des benachbarten Konzentrationsagers Niederhagen eingesetzt.

Die „Schwarze Sonne“ ist ein in Österreich nach dem Abzeichengesetz verbotenes Symbol, das nicht immer verboten war und sich deshalb in der Neonaziszene als Ersatzsymbol für das Hakenkreuz dementsprechender Beliebtheit erfreute.
Es gab in Österreich bereits mehrere rechtskräftige Verurteilungen wegen sichtbar getragener Tattoos dieses Symbols, unter anderem Isabella Kordas, einem Kader der Wiener Neonaziszene. Sie war auf einer der 19 CDs mit „aktuellen Fällen“ zu finden, die bei der Leiterin des Rechtsextremismusreferats, Sybille G., im Rahmen der Stürmung des BVT beschlagnahmt wurden.

Ebenfalls zu finden war die Schwarze Sonne auf dem Cover des Manifests des rechtsextremen Terroristen von Christchurch mit dem Titel „The Great Replacement“ (Der große Austausch).

Auch findet man Tattoos der Schwarzen Sonne bei den Neonazi-Hooligans, die von den Identitären bei deren Kundgebungen als inoffizielle Ordner eingesetzt werden.
Am 27.7.2016 wurde einer der Neonazi-Hooligans bei einer Kundgebung der Identitären wegen seines Tattoos am Unterarm von der Polizei zur Identitätsfeststellung aus der Absperrung geholt.

Derselbe Mann bei der IB-Kundgebung am 11.6.2016, bei der auch Heinrich Sickl (FPÖ-GR Graz), Katharina Walter (BR FPÖ Wien 3) und Helwig Leibinger (BR FPÖ Wien 2) mitmarschierten. Ebenfalls mit IB-Fahne in der Hand dabei war Wolfgang Dvorak-Stocker, Verleger von Martin Hobeks Strache-Biografie „Vom Rebell(sic!) zum Staatsmann“.


 

Edit:
Kurz nach erscheinen unsere Artikels  am 14.4.2019 um 16:26 hat „antizion03“ einen Abonnenten weniger: Udo Landbauer

 

 

Strache: Die Identitären-Lüge

Machen wir es kurz:
Am 15. März 2019 ermordete ein rechtsextremer Terrorist in Christchurch/NZ 50 Menschen muslimischen Glaubens.
Ähnlich wie der rechtsextreme Terrorist Anders Breivik, der 2011 in Oslo und auf der Insel Utøya 77 Menschen kaltblütig ermordete, verfasste er ein Manifest.
Er nannte es „The Great Replacement“ – „Der große Austausch“, wie auch der Slogan der rechtsextremen Identitären Bewegung (IB) lautet und dessen sich ebenfalls Heinz-Christian Strache und andere FPÖ Politiker in teils abgewandelter Form bedienen. „(Bevölkerungs)Austausch“ ist lediglich eine modernere Variante des NS-Begriffes der „Umvolkung“.
Die darauffolgenden Ermittlungen ergaben, dass sich der Attentäter von Christchurch nicht nur in Österreich aufhielt, sondern auch noch dem Chef der österr. Identitären, Martin Sellner, eine Spende von 1.500,- Euro zukommen ließ, für die sich Sellner artig bedankte, angeblich ohne sich den Spender der ungewöhnlich hohen Zuwendung näher anzusehen.

Auf seine Sympathien und die Verstrickungen der FPÖ mit den Identitären angesprochen, begann Heinz-Christian Strache sofort mit einem Distanzierungs- u. Relativierungstango, der an Peinlichkeit nicht zu übertreffen ist.

Strache: FPÖ „hat mit Identitären nichts zu tun“

Gefragt, ob er Verbindungen der FPÖ zu den rechtsextremen Identitären ausschließen könne, sagte Strache: „Die Freiheitliche Partei hat mit den Identitären nichts zu tun.Es sei auch klare Beschlusslage der Partei, dass jemand, der sich dort engagiere, „auch keinerlei Funktion in der FPÖ innehaben kann“.
(https://orf.at/stories/3116679/)

EINE LÜGE

Eigentlich sind es derer mehrere:
Seit Gründung der IB waren und sind immer schon diverse FunktionärInnen in der IB tätig, bzw. wurden Aktivisten der Identitären zu FPÖ FunktionärInnen, Bezirks- u. Gemeinderäten etc. Ebenso waren und sind die FPÖ-Vorfeldorganisationen RFJ und RFS eng mit der IB verknüpft, aber dazu später.
Beginnen wir mit Heinz-Christian Strache selbst, der einer der ersten war, der die Identitären bewarb. 2015 teilt er ein Video der französischen Identitären, die 2018 in der Al Jazeera Reportage „Generation Hass“ zeigen, was hinter den „friedlichen Aktivisten einer nicht-linken Bürgerbewegung“ (O-Ton Strache, 2016) in Wahrheit steckt.

 

Die Kommentare zeigten schon damals, dass die Gesinnung der Identitären, ihre Hetze gegen Flüchtlinge und besonders gegen Muslime, zu weit mehr als nur Märschen durch den Wald im steirischen Spielfeld führen können.

 

Der frühere FPÖ-Gemeinderat von Fohnsdorf, Luca Kerbl, seit 2016 Leiter der IB Steiermark, freut sich hier noch in seiner Funktion als Bezirksobmann der FPÖ Graz Lend über die Teilung durch seinen Parteiobmann.
2016 nimmt Kerbl an der IB-Aktion gegen das Haus der Grünen in Graz teil und muss daraufhin seine Funktionen zurücklegen. „Bei den Identitären mitzutun steht nicht in Widerspruch zu unserem Parteistatut.“ war die Begründung von Mario Eustacchio, gegen Kerbl kein Parteiausschlussverfahren einzuleiten. Eustacchio, heute Grazer Vizebürgermeister, war am 15.11.2015 bei der Identitären-Kundgebung in Spielfeld selbst anwesend, ebenso wie Siegfried Waschnig und der Grazer FPÖ-Gemeinderat Heinrich Sickl, der den Grazer Identitären die Räumlichkeiten ihres „Hackherzentrums“ in der Schönaugasse 102 bis heute vermietet. Sickl trat allerdings nicht nur 2015 in Spielfeld als Ordner der Identitären in Erscheinung.

 

 

Bleiben wir noch kurz bei Luca Kerbl.
Am 18.4.2018 veranstalteten die Identitären eine eher nicht von Erfolg gekrönte Info-Aktion auf der Wiener Freyung. Knapp vor Ende der Aktion wurde der Tullner FPÖ-Bezirksobmann Andreas Bors im Gespräch mit Luca Kerbl entdeckt. Bors wäre 2017 als jüngstes Mitglied für den Bundesrat nominiert gewesen, hätte ihm nicht ein 2014 aufgetauchtes Foto von ihm beim Hitlergruß, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dass er wegen des Fotos 2014 nicht aus der Partei ausgeschlossen wurde, sondern nach einer kurzen Pause sogar Bezirksobmann werden konnte, verwundert Kenner der FPÖ vermutlich nicht.

 

Wieder zurück zu Heinz-Christian Strache:
Am 27.11.2015 verteidigt er den Fernsehauftritt des damaligen Identitären-Chefs Alexander Markovics gegen „linken Gesinnungsterror„.
Auch Elisabeth Keyl, Mädelschafterin und Mitarbeiterin im FPÖ-Parlamentsklub, davor Sekretärin von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, die 2010 bei einer Schlägerei bei einer Party der Burschenschaft Silesia in einem Wiener Gürtel-Etablissement Neonazi Gottfried Küssel als Beschützer holte, sieht in dem Identitären nur einen jungen Menschen, der sich um „sein Volk und deren Sicherheit“(sic!) Sorgen macht.

 


Einen Tag nach der Stürmung von Elfriede Jelineks „Schutzbefohlene performen Jelineks Schutzbefohlene“ im Audimax der Uni Wien am 14. April 2016, sah sich Strache genötigt, eine Stellungnahme von FPÖ-Generalsekretär Kickl zu den Identitären zu veröffentlichen. „Alles im Gesetzlichen Rahmen, politisch unabhängig, haben nichts mit der FPÖ zu tun und sind sogar am aktionistischen Stil der Linken angelehnt.“

 

Zwei Tage später, am 17.4.2016 teilt er einen Artikel des FPÖ-Hetzmediums „unzensuriert„, das von einer „linksextremen Propagandawelle nach friedlicher Identitären-Protestaktion“ phantasiert. In Wahrheit wurde die alles andere als friedliche Stürmung der Vorstellung nur von Rechtsextremen nicht verurteilt.

 

Wieder einen Tag später verteidigt Strache, der mit den Identitären nie etwas zu tun haben wollte, diese als „quasi junge Aktivisten einer nicht-linken Zivilgesellschaft„.

 

Strache hat auch so überhaupt nichts mit den Identitären zu tun, dass er Patrick Lenart, dem Co-Chef der Rechtsextremen, noch am 19.7.2017 auf Twitter folgt und ihm die IB Österreich auf seinem Facebook-Privatprofil gefällt:

 

Die Gerichtsposse um das Foto des „gemütlichen Beisammenseins“ Straches mit Identitären in Werner Legats „Las Legas“ am 4.12.2015 in Spielfeld, endete damit, dass Strache die Klage gegen den Politikberater Rudi Fußi zurückzog, nachdem er sogar das Gericht offensichtlich belog.

 

 

NAbg. Wolfgang Zanger

hielt am 13.2.2016 eine Rede bei einer Identitären-Kundgebung im steirischen Judenburg.

 

 

Ursula Stenzel

Die Wiener FPÖ-Stadträtin teilt am 2.8.2017 einen Bericht von „Info-Direkt“ über das Identitären-Fiasko „Defend Europe“, bei dem die Identitären rund 250.000 USD an Spendengeldern quasi versenkten und letztendlich selbst zu Schleppern wurden.

 

 

RFJ Burgenland

Der damalige burgenländische RFJ-Landesobmann Werner Wassicek, Gattin und heute Obmann-Stellvertreterin Sabine, luden die IB-Burgenland im Jahresrhythmus zu Infoveranstaltungen ein. Am 21.10.2016 stellte Kornblumenträger Wassicek zusammen mit Alexander Markovics die IB-Burgenland beim Gründungsstammtisch vor.

 

 

Friedrich Langberg, Generalsekretär des RFJ Burgenland beschwert sich am 17.3.2018 unter „Sellner verklgt GB„(sic!) darüber, dass dem Identitären-Chef Martin Sellner in England die Einreise verwehrt und er kurzfristig in Haft genommen wurde.

 

 

Nicht unerwähnt sollten Katharina Walter (FPÖ-Bezirksrätin Wien 3),  Bernadette Therese Conrads (FPÖ-Bezirksvertretungskandidatin) bleiben, die auf diversen IB-Kundgebungen gesichtet wurden.

Jan Pawlik (FPÖ-Bezirksrat Wien 14) arbeitet laut einer Recherche des Standard in Heinz-Christian Straches Sportministerium und ist dort in der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit tätig.

Sämtliche FPÖ-FunktionärInnen mit Identitärenbezug hier aufzuzeigen, würde zwar den Rahmen sprengen, aber einen haben wir noch:
Im Zuge einer Sicherung eines hasspostenden FPÖ-Funktionärs, stießen wir in seiner Freundesliste auf einen FPÖ-Gemeinderat der Marktgemeinde Sollenau.
Solche Profilbilder im Design der rechtsextremen Identitären sind allerdings keine Seltenheit bei FPÖ-WählerInnen oder Funktionärinnen.

 

Nazi-Skandal in der aB! Teutonia. Mitglieder: Ua. FPÖ NAbg. Reinhard Eugen Bösch

Aktueller Nazi-Skandal in der „Akademischen Burschenschaft Teutonia

Möglicherweise noch brisanter als die Liederbuchaffäre in Udo Landbauers Burschenschaft Germania erscheint uns der aktuellere Vorfall bei der aB! Teutonia vom 2.2.2019, den wir bei fipu_at auf Twitter entdeckten.

Prominente Mitglieder der aB! Teutonia sind uA:
– FPÖ NAbg. Reinhard Eugen Bösch
– Hubert Erhart – Pressereferent im FPÖ Parlamentsklub (hatte Kontakte zu Gottfried Küssels VAPO)
– ÖBB Aufsichtsrats-Chef Arnold Schiefer

 

Ostmark

Am 2.2.2019 postete die aB! Teutonia, dass Mitglieder ihrer Verbindung die nicht weniger einschlägig bekannte Burschenschaft „Die Alte Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn“ besuchten.

In dem Text verwendeten sie für Österreich den Ausdruck „Ostmark„, der ausschließlich im NS zwischen 1939 und 1942 als offizieller Gebietsname des vormaligen Staates Österreich nach dem „Anschluss“ im März 1938 an das Deutsche Reich verwendet wurde.

 

Odalrune auf blutrotem Tuche

Darunter findet man den Liedtext des „Rübezahllieds“ in der Version mit der Textzeile „Odalrune auf blutrotem Tuche„.

Die Odalrune auf rotem Grund war die Fahne der 1994 verbotenen Wiking-Jugend (WJ). Bei einem behördlich untersagten Aufmarsch dieser neonazistischen Gruppierung in Fulda wurden 21 Neonazi Demonstranten in Verwahrungshaft genommen, um die Stürmung einer Synagoge zu verhindern. Unter den verhafteten Neonazis:
Heinz-Christian Strache.

Weiters war die Odalrune
– Symbol der Hitler Jugend (HJ)
– Ärmelraute des Rasse- und Siedlungshauptamts
– Erkennungszeichen der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division „Prinz Eugen“