Wenn sich eine Hassposterin als Abgeordnete des Burgenländischen Landtags entpuppt

Wenn sich eine Hassposterin mit Postings aus der Welt des Rechtsextremismus und des Neonazismus als Landtagsabgeordnete entpuppt.
Immer wieder sind wir über Postings von Frau Stampfel gestolpert, hatten so nebenbei ein Archiv über sie angelegt. Man weiß ja nie.
In unserem Hinterkopf war sie wie so viele andere FPÖlerInnen. Doch aufgrund ständiger Einzelfälle aus der Freiheitlichen Gesinnungsgemeinschaft, hatten wir nicht weiter recherchiert. Zu bieder sah die nette kleine Frau aus Gols im Burgenland aus. Eine kleine Funktionärin vielleicht?
Bis wir uns bei einem typisch tiefen, für die rechtsextreme Islamhasserszene üblichen Posting dann doch fragten, „Ist sie eigentlich etwas bei der FPÖ?“.
Tatsächlich! Karin Stampfel ist nicht nur eine kleine Funktionärin, nein sie ist sogar Abgeordnete zum burgenländischen Landtag und erhält dafür 14x 7.004,60 € / Jahr.

Sie weist ein interessantes, aber für rechtsextreme Islamhasser nicht ungewöhnliches Postingverhalten auf. Es lässt sich in drei Drittel teilen:

1. Drittel: Kitschige Sprüche von Sprücheseiten

2. Drittel: Tiere, Tiere, Tiere! Tierschutz, und sogar von Veganerseiten wird geteilt, was natürlich sehr löblich ist, würde Frau Stampfel  ihr Engagement für Tierwohl und Tierrechte nicht dann beiseite lassen, wenn es um den Islam und muslimische Mitbürger geht. Mehr dazu weiter unten im Artikel.

3. Drittel: Islamhass, FakeNews, Flüchtlingfeindliches und Artikel von antisemitischen Seiten, auf denen man Holocaustleugnung/Relativierung und neonazistische Verschwörungstheorien findet.

Naturgemäß interessiert uns nur das 3. Drittel, mit einer interessanten Überschneidung zum 2. Drittel. Dass die nette, harmlos aussehende Frau, nur zufällig über diese meist deutschen Seiten gestolpert ist, kann nicht angenommen werden, da sie von einigen Seiten wiederholt teilt und sogar bis zu 3x denselben Artikel innerhalb des von uns gesicherten Jahres 2019 postet.

Beginnen wir mit dem Initialposting, das unsere Recherchen auslöste:

Stampfel postet gleich 3x denselben Artikel vom rechtsextremen Blog „(Islam)nixgut“, der uA. Artikel von Martin Sellner, den Identitären, Compact, HC Strache oder Akif Pirinçci teilt bzw. bewirbt. 2016 wurde sogar die Immunität des damaligen Nationalrats Gerhard Deimek aufgehoben, da er einen der widerlichsten Artikel von Akif Pirinçci von (Islam)nixgut auf seinem Facebookprofil teilte.
Im gegenständlichen Artikel, der wieder vom nicht weniger rechtsextremen Blog „indexexpurgatorius“ übernommen wurde, wird gegen Muslime mit einem Titelbild gehetzt, das wir sonst nur von den primitivsten Rassistenseiten/Gruppen auf Facebook kennen.

Schon der Titel sagt alles über die Person aus, die so etwas teilt.
Dass eine vom Steuerzahler finanzierte Landtagsabgeordnete so etwas postet, ist eigentlich unfassbar, wird vermutlich weder wie bei Gerhard Deimek oder beim ebenfalls burgenländischen LAbg. Manfred Haidinger, der von „anonymousnews.ru“, einem antisemitischen Verschwörungsblog teilte (unser Artikel vom 20.1.2020), keine Folgen haben.

Das ist der Text, den Karin Stampfel gleich 3x teilte:

„Liebe muslimische Mitbürger, liebe muslimische Asylanten,auf allen Äckern in Deutschland, Österreich, Holland, Schweden,Dänemark, Finnland, England, Frankreich oder der Schweiz gedeihen unsere Rüben, unser Weizen, Hafer, Mais und unsere Gerste gar prächtig.

Und unsere freilebenden Rinder und Esel, Ziegen und Schafe, Hühner und Truthähne, Enten und Gänse führen ein glückliches Leben, weil sie auf saftigen Wiesen weiden dürfen. Aber auch die Tiere, die NICHT in den Genuss freier Natur kommen, werden gesund gefüttert – mit dem Heu, das von den blühenden Wiesen gemäht wurde.

Und wisst Ihr, WARUM diese so kräftig wachsen?

Weil wir sie im Frühjahr mit Schweinegülle düngen. Jawohl: mit Schweinescheiße.

Das bedeutet, dass Ihr alle hier indirekt Schweinefleisch esst. Und unsere Schweine sind ÜBERALL. Auch in Euren Nudeln und Eurem Fladenbrot, Eurer Pide und Eurem Lahmacun. Denn das Mehl dafür wurde aus mit Schweinescheiße gedüngtem Getreide gemacht.

Denkt mal an Eure Milchprodukte…“

 

Auch von „indexexpurgatorius“teilt sie direkt:

Die nächste Seite, die auch auf Facebook vertreten ist und von der sie sogar mehrmals direkt teilt, ist „ZAROnews“, eine rechtsextreme Seite mit rechtsextremen islam/flüchtlingsfeindlichen Artikeln, aber auch eindeutig antisemitischen und holocaustleugnerischen/relativierenden Inhalten.  Wir berichteten bereits über „ZAROnews“, mit deren antisemitischem Gründer Robert Zach, unzählige FPÖ-FunktionärInnen befreundet sind. Heinz-Christian Strache teilte von dieser Seite, ebenso wie NAbg. Peter Gerstner.

Hier ein von Stampfel gleich 2x geteilter Artikel über vermüllte Asylwerberunterkünfte in Deutschland. Das Foto ist natürlich Fake, denn es brauchte nur wenige Minuten um herauszufinden, dass das Foto aus dem französischen Marseille während eines Streiks der Müllabfuhr stammt.

 

Der Beweis, dass LAbg. Stampfel nicht zufällig über diese Seite gestolpert sein kann:

 

Aber das ist noch längst nicht alles. Der berüchtigte rechtsextreme Blog „BLOG.HALLE-LEAKS.DE“ darf auch nicht fehlen – natürlich wieder mehrmals geteilt.

 

Mit „unzensuriert“ folgt ausnahmsweise wieder eine einheimische FPÖ-Hetzseite, von der Stampfel einen Artikel aus dem Jahr 2012 hervorkramt, um gegen Sigi Maurer von den Grünen zu hetzen.

 

Zurück nach Deutschland: Karl-Michael Merkle unter dem Pseudonym „Michael Mannheimer“ darf mit seinem rechten Blog natürlich nicht fehlen. Der ehemalige „PI-News“ Autor steht im Verdacht, die als rechtsextrem eingestufte Prangerseite „Nürnberg 2.0“ betrieben zu haben, bestreitet dies aber.

 

Wer Enthauptungsvideos des IS sucht, um pauschal gegen Muslime und Flüchtlinge zu hetzen, wird wie LAbg. Stampfel meist nur noch auf dem russischen YouTube-Klon „RuTube.ru“ fündig:

 

Wenn es etwas seriöser aussehen soll, teilt man einfach eine von David Bergers „Philosophia Perennis“ geteilte Umfrage des WDR. Es gibt nur einen Haken an der „Umfrage“, der nach 95,34% meinen, der Islam würde nicht zu Deutschland gehören:
Der WDR ließ einfach Zuseher anrufen anstatt ein repräsentatives ausgewähltes Sample abzufragen. Dass sich bei der „Umfrage“ hauptsächlich Islamgegner meldeten, liegt auf der Hand. Sämtliche seriösen Umfragen renommierter Umfrageinstitute zu diesem Thema, sehen freilich völlig anders aus.

 

Ein kurzer Blick auf ihre Postings und die Kommentare zeigt, Stampfel moderiert die überschaubar wenigen Kommentare nicht, lässt Forderungen nach der Todesstrafe für als „rote Brut“ bezeichnete SPÖ-PolitikerInnen wie Ulli Sima einfach stehen:

 

Auch hier wollen FPÖ-Wähler Blut und Tote sehen. Frau Stampfel stört das nicht.

 

Die rechte Verschwörungsseite „epochtimes.de“ darf bei keiner selbsternannten „PatriotIn“ fehlen. Die mehrsprachige Seite mit Hauptsitz in New York, die mit Falun Gong verbunden ist, bedient in der deutschsprachigen Ausgabe, flüchtlingsfeindliche und xenophobe Themen. Der Kommentar hier ist ausnahmsweise zum Schmunzeln:

 

Weniger zum Schmunzeln ist die offen zur Schau getragene Dummheit und Unwissenheit über Gesetze. Es ist natürlich falsch, wenn das FPÖ-Hetzmedium „unzensuriert“ behauptet, dass in der Hofburg einfach weiter geraucht werden darf, weil Bundespräsident Van der Bellen selbst Raucher ist. In der Hofburg herrscht, wie in allen öffentlichen Gebäuden, selbstverständlich striktes Rauchverbot. Allerdings dürfen laut Gesetz eigene Raucherkammerl in öffentlichen Gebäuden eingerichtet werden. Und genau so ein Kammerl nützt der Bundespräsident und seine MitarbeiterInnen.


Das Heuchlerische der ach so tierliebenden Freiheitlichen zeigt Karin Stampfel mit ihrem Posting zu einer typischen „Wegen der Moslems dürfen unsere Kinder unser traditionelles Fleisch nicht essen!!!“- Geschichte. Geht es um den Islam, muss Fleisch auf den Tisch, sonst aber spielen sie die empathischen TierfreundInnen, die nie ein Lämmlein essen könnten.

Und zum Schluss noch ein paar Postings, die wir eigentlich nur vom FPÖ-Wahlvolk gewohnt sind und nicht von AmtsträgerInnen der Republik Österreich.
Die Quellen sind einschlägig bekannt. „Anonymous Österreich“ hat freilich nichts mit den Netzaktivisten von „Anonymous (Kollektiv)“ zu tun, „Merkel muss weg“ und „Wir wollen keine Sozialschmarotzer“ sind selbsterklärend, „Ich bin Christ“ hat natürlich nichts mit wahren christlichen Werten, Bergpredigt, Nächstenliebe etc. zu tun. Auch das Nostradamus-Zitat ist beliebt bei Flüchtlingsfeinden, denn mit „Heuschrecken“ sind Flüchtlinge gemeint.

 

Antisemitismus, Rassismus und Lob fürs Dritte Reich – der abstoßende Lesestoff des FPÖ-LAbg. Haidinger

Wenn der burgenländische FPÖ-Landtagsabgeordnete, Sicherheitssprecher und Zivilbedienstete des Bundesheeres, Manfred Haidinger, auf Facebook nicht gerade von „Unzensuriert“ teilt oder seine Sympathien für Martin Sellner, den Chef der österr. Identitären und ideologisches Vorbild für rechtsextreme Massenmörder, kundtut, so teilt er zB. von „anonymousnews.ru“.
In Haidingers Freundesliste finden sich mindestens 2 Personen aus der Neonazi/Geschichtsrevisionistenszene. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass er von „anonymousnews.ru“ teilt, einer Website, deren mutmaßlicher Mitbetreiber, der deutsche Rechtsextremist Mario Rönsch, gerade eine 34-monatige Haftstrafe wegen illegalem Waffenverkaufs (Migrantenschreck) absitzt.
Die Seite hat wie die österreichische Facebookseite „Anonymous Österreich“ nichts mit den Netzaktivisten von „Anonymous (Kollektiv)“ zu tun, sondern profitiert von der Popularität des Originals, bedient aber völlig andere Themen.
„anonymousnews.ru“ ist eine auf den ersten Blick als solche erkennbare rechtsextreme Hass- u. Hetzplattform, in der gegen alles bis auf Nazis gehetzt wird, Geschichtsrevisionismus und Verherrlichung des NS nicht zu knapp kommt.
Juden kommen in zweierlei Funktion vor: Einerseits in antisemitischen Artikeln wie gegen den „Finanzjuden“ George Soros, andererseits als schützenswerte Opfer der „muslimischen Eroberer“. Eine Doppelstrategie, die wir immer öfter bei Rechtsextremen wie FPÖ oder AfD registrieren.

Hier also ein paar Beispiele von dem, was man bei den von Manfred Haidinger geteilten „anonymousnews.ru“ so findet:

 

Der NS-Begriff der „Umvolkung“, im rechtsextremen Neusprech von FPÖ und Identitären „Bevölkerungsaustausch, großer Austausch etc.“, findet sich in unzähligen Artikeln wieder, wie auch diverse Verschwörungstheorien und angebliche Geheimpläne wie der Hooton-Plan.
Die Kommentare sprechen auch hier eine eindeutige Sprache.

 

Kein rassistischer Ausdruck wird ausgelassen, Flüchtlinge als „Eroberer“ bezeichnet und das allgegenwärtige „Islamisierung“, das Äquivalent zum „Verjudung“ der 30er, darf natürlich auch nicht fehlen.

 

Der Holocaust wird durch den Vergleich mit Abtreibungen und „Schuldkult“ verharmlost.

 

Völlig aberwitzige Zahlen zu den Rheinwiesenlagern der Allierten und den Toten unter den deutschen Kriegsgefangenen bringt die von Haidinger geteilte Seite.
„anonymousnews.ru“ fantasiert von rund 2 Millionen Toten von 3.250.000 Gefangenen, lt. angeblicher Zeugenaussagen sollen es sogar noch mehr Tote sein.
Tatsächlich waren es nur ca. 1.000.000 Gefangene in den Lagern, die von April bis September 1945 in Deutschland existierten. Die Opferzahlen werden heute mit ca. 10.000 Toten geschätzt.

Und zu guter Letzt ein Artikel über den Tierschutz im NS.
In „Tierschutz unter Adolf Hitler: So fortschrittlich und human war das Dritte Reich“ wird erklärt, dass Menschen im KZ landeten, die trotz Verbotes Tierversuche durchführten.
Dass es ebenfalls zu Hitlers Herzensangelegenheit gehörte, 6 Millionen Juden zu vernichten, wird nirgendwo erwähnt.

Ursula Stenzel und der antisemitische Nazi-Blog

„Geht endlich auf die Barrikaden.
Boykottiert das Land wo ihr nur könnt.
Akzeptiert nicht mehr die Regierung,
die Verwaltungen die Ordnungskräfte.“

 

Wir konnten unseren Augen nicht trauen, was die stets ihre „christlich-jüdischen Wurzeln“ betonende „überzeugte Katholikin“ und nicht amtsführende FPÖ-Stadträtin Ursula Stenzel diesmal teilte und der ehemalige OÖ-Landesrat Elmar Podgorschek (FPÖ) mit einem „Wütend-Smiley“ bedachte.

Ein wirrer Verschwörungstext über „Die Zerschlagung Deutschlands als Programm“, in dem mit Worten wie „Multikulti-Konzept, Islamisierung, Flutung, Glaubenskrieg,…“ nicht gegeizt wird. Am Ende wird zum Boykott Deutschlands und dem nicht mehr Akzeptieren von Regierung, Verwaltungen und Ordnungskräften aufgerufen.
Aufruf zu Straftaten?

Doch es kommt noch extremer.
Der Blog, über den man als der Republik Österreich und dem antifaschistischen Konsens lt. Staatsvertrag verpflichteter Mensch niemals aus Versehen stolpern könnte, und schon gar nicht kommentarlos teilen würde, publiziert schon auf den ersten Blick erkennbaren, übelsten Antisemitismus, Geschichtsrevision, Verharmlosung des Holocaust/NS und Reinwaschung von Adolf Hitler.
Das volle Neonaziprogramm also, das den Betreiber nach österr. Verbotsgesetz zu 100% für Jahre gesiebte Luft atmen lassen würde. Doch der Blog „auswandern.uy“ wird von Peter Junge-Böring, einem deutschen Auswanderer in Montevideo/Uruguay betrieben.
Ab Minute 52:30 ist Junge-Böring in der „Y-Kollektiv“ Reportage „#Infokrieg – wie eine Schattenarmee politische Diskurse beeinflussen will“ im Interview zu sehen.

Stenzel hätte schon unter dem von ihr geteilten Artikel erkennen müssen, wes Geistes Kind der Blogbetreiber ist:

Und das ist noch nicht alles, was Junge-Böring aka „Uru-Guru“ zu bieten hat:

Schluss mit euren Lügen über Adolf Hitler!“ ist eigentlich selbstredend.

 

Unter „Belogen und Betrogen!“ erklärt Junge-Böring, dass „Adolf“ von den Juden und Zionisten zum Krieg und Holocaust gezwungen wurde und der „arme“ Iran gerade Hitlers Schicksal teilen würde.

Doch was sind Juden überhaupt?
In „Juden – Judentum Erläuterungen“ zitiert der Betreiber des Blogs diverse Texte, um „sich selbst ein Bild zu machen“. Freilich ist keiner der Texte als seriös oder gar neutral anzusehen. Es handelt sich ausschließlich um antisemitische Pamphlete.

 

Und was sind dann Nazis?
Unter „Was sind Nazis?“ erfahren wir, dass Angela Merkel der Obernazi ist, was uns etwas verwirrt zurücklässt, da im Artikel Nazis als ganz nett und ohnehin nur als „wir besorgte friedliebende Bürger“ dargestellt werden, die nicht einmal mehr „die Jüdische Frage“ offen diskutieren dürfen.

 

Und wer hat jetzt den Krieg begonnen?
Der arme, stets diffamierte Hitler und die Deutschen natürlich nicht, erklärt man Ursula Stenzel in „Wer hat nun schuld am 2. Weltkrieg?“ – es sind die zionistischen Juden.

Wer sind jetzt die Monster?
Unter „Wir Deutsche sind keine Monster!“ ist klar, dass es „wir Deutschen“ nicht sind, aber die Juden, in den Augen des Autors, trotz der „auf keinen Fall bewiesenen Gräueltaten gegenüber den Juden im 3. Reich heute davon vortrefflich leben würden.

 

Was ist jetzt die Wahrheit?
In „Deutschland? Die Wahrheit!“ erfährt man, dass natürlich Juden, Hochfinanz und Bilderberger die Bösen sind, während der unschuldige Deutsche in „Bezug auf Deutschland Hitler und die Judenfrage“ belogen und auch sonst nur betrogen und missbraucht wurde.

Und wer sind jetzt die besseren Nazis?
In „Israelis sind wohl die besseren Nazis!“ sind es natürlich die Israelis, die „die ganze Welt terrorisieren„.

 

Dies waren nur ein paar ausgewählte Artikel aus dem Neonazi-Blog.
In dieser Tonart geht es ausschließlich weiter und wir fragen uns, wie weit rechts man sein muss, dass einem nicht sofort auf den ersten Blick auffällt, dass fast jeder Artikel des Blogs strafrechtlich relevant ist.
Wer wie die „überzeugte Katholikin“ Stenzel stets auf seine „jüdisch-christlichen Wurzeln“ verweist, müsste doch erst recht eine gewisse Sensibilität für derartiges Gedankengut aufweisen.
Scheinbar beweist dieser Fall nur zu gut, dass zwischen der Hetze der NSDAP gegen Menschen einer gewissen Religionszugehörigkeit (Juden) Anfang der 30er und der Hetze der FPÖ gegen Menschen einer gewissen Religionszugehörigkeit (Muslime) heute, kaum ein Unterschied besteht.

 

 

Daniel Geiger – Kickls „Kammerjäger“ im BFA

30. Mai 2018: Glückliche Gesichter zur Eröffnung der Leobener Außenstelle des BFA (Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl) bei Herbert Kickl, damals noch Innenminister, dem steirischen LAbg. Marco Triller und dessen Freund Daniel Geiger, seines Zeichens 2. Vizebürgermeister von Leoben und FPÖ Stadtparteiobmann der Montanstadt.

Offenbar wurden bei der Eröffnung erste zarte Bande geknüpft, denn bald darauf absolvierte Geiger den für einen Job beim BFA erforderlichen, 4-monatigen SIAK-Lehrgang, in dem er unter anderem mit Behördenorganisation, dem Flüchtlingsbegriff, Einvernahmetechnik, Datenschutz sowie dem formellen Verwaltungsrecht vertraut gemacht wurde.

Geiger trat im Dezember 2018 nach bestandener Abschlussprüfung seinen Dienst im BFA an, meldete hoffentlich seine Nebenbeschäftigung als EDV-Trainer für die VHS/AK Steiermark und ist somit für Interviews (Vernehmungen) mit Asylwerbern und Entscheidungen in asyl- und fremdenrechtlichen Verfahren zuständig.

Alleine schon ein Wahnsinn, Funktionäre einer rechtsextremen und fremdenfeindlichen Partei über das Schicksal von Asylwerbern entscheiden zu lassen, ist Geiger auch kein Unbekannter. Geigers Stiefvater ist Johann Mogeritsch, Mitglied der extrem rechten Burschenschaft Leder, und ehemaliger FPÖ-Stadtparteiobmann von Leoben.
2010 erhielt der damalige FPÖ Jungfunktionär Geiger vom ehemaligen NAbg. und nunmehrigen Leobner Bezirksfunktionär Udo Grollitsch eine Ausgabe von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ als Geburtstagsgeschenk. Bei der freiheitlichen Geburtstagsfeier im Arkadenhof in Leoben lauschte man am Handy laut „report“ dem Lieblingsmarsch des „Führers“ und Grollitsch überreichte Hitlers Kampfschrift.

„Lichtscheues Gesindel“
Dass Geiger „Mein Kampf“ auch tatsächlich gelesen hatte, lässt die Formulierung „lichtscheues Gesindel“ vermuten, die im NS nicht nur von Hitler selbst gebräuchlich war.

Nicht das deutsche Volk an sich hat diese Kainstat verbrochen, sondern das lichtscheue Gesindel seiner Deserteure, Zuhälter usw.
(Adolf Hitler, Mein Kampf, S. 583)

So sicher die Revolution nur infolge der allmählichen Zersetzung des Heeres gelingen konnte, so sicher war der wirkliche Träger der Revolution und Zersetzer des Heeres nicht der Soldat der Front gewesen, sondern das mehr oder weniger lichtscheue Gesindel, das sich entweder in den Heimatgarnisonen herumtrieb oder als „unabkömmlich“ irgendwo in der Wirtschaft Dienste verrichtete.
(Adolf Hitler, Mein Kampf, S. 586)

 

BFA-Referent Geiger dürfte auch sonst keine Probleme mit Nationalsozialismus und Antisemitismus haben. Sein erfolgloser Widerstand gegen die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft des Leobener Lokalhistorikers Josef Freudenthaler, nicht ohne über „illegale Asylanten“ herzuziehen, deutet darauf eindeutig hin.

Josef Freudenthaler, Parteimitglied der NSDAP seit 1927, betonte besonders, dass ihm „als Lehrer und Erzieher eine desto wirkungsvollere Möglichkeit gegeben, die empfängliche Jugend für alles Völkische zu begeistern“.
Dass es noch weiterer Anstrengungen zur Rechtfertigung der Judenvertreibung bedurfte, zeigt ein Beitrag des Antisemiten Freudenthalers aus dem Jahr 1941 in der Obersteirischen Volkszeitung. Darin greift er auf seine Autorität als Historiker zurück und bemüht die Leobner Geschichte, um die Judenverfolgung der Nationalsozialisten zu rechtfertigen.

Vielfach ist bei oberflächlichen Leuten die Meinung verbreitet, die ‚Verfolgung‘
der ‚armen Juden‘ sei eine Erfindung der ‚bösen Nazis‘. Unterstützt wird
diese Anschauung durch die sprichwörtliche Gutmütigkeit der Ostmärker, die
sofort von Mitleid gerührt sind, wenn einen Hebräer die verdiente Strafe ereilt,
und durch die ebenso weitverbreitete Gedankenlosigkeit, die hier Ursache mit
Wirkung verwechselt. Jedenfalls haben es alle diese ‚Menschenfreunde‘ vorerst
an berechtigtem Mitleid mit den Opfern dieser Blutsauger und an gerechter
Empörung über die Gewissenlosigkeit fehlen lassen, mit der ihre christlichen
und blutsverwandten Mitbürger von den rassefremden Betrügern zugrundegerichtet worden sind. Haben doch alle Jahrhunderte her die Juden ihre Gastgeber
nach allen Regeln der ‚Kunst‘ zu betrügen und um Hab und Gut zu bringen verstanden. Wenn dann endlich einmal ein Volkszorn erwachte und
sich durch Vertreibung der fremden Blutsauger zu helfen suchte, dann wurde
Zeter und Mordio geschrien und von ungerechter ‚Verfolgung’ geschwafelt.“

(Aus: Die Eisenstraße 1938 – 1945 – NS-Terror – Widerstand – Neues Erinnern
Werner Anzenberger, Christian Ehetreiber, Heimo Halbrainer (Hrsg.)

Nicht nur seine mangelnde Distanz zum Nationalsozialismus ist auffällig, auch sein Hass auf „Linke“, mit im NS gebräuchlichen Verunglimpfungen als Ungeziefer garniert, scheint schon pathologisch zu sein.
Grüne und SPÖ werden als „Linksfaschisten“ bezeichnet, die Existenz linker „Zecken“ hinterfragt und der Kammerjäger quasi als Endlösung vorgeschlagen. Dass Geiger das Verhalten SPÖ-Abgeordneter als „Schleim am Ärmel“ bezeichnet, rundet seinen Linkehass dann ab.

BFA Referent Geiger und sein Verhältnis zu Asylwerbern und der Wahrheit

Erwartungsgemäß schlecht. Sehr schlecht.
Für einen FPÖ-Funktionär typisch, verbreitet er offensichtliche Lügen um Neid in der Bevölkerung zu schüren, wie den Klassiker „Asylwerber würden mehr Geld als unsere Pensionisten erhalten“.

In Wahrheit erhalten Pensionisten mindestens 885,70 Euro
(Pension plus Ausgleichszulage = 933,06 Euro abzüglich 5,1% Krankenversicherungsbeitrag).
Asylwerber erhalten maximal 320,- Euro
(Bei selbst organisiertem und gemietetem Wohnraum ohne Betreuung durch den Quartiergeber: 120,-Euro für Miete und Verpflegsgeld pro Erwachsenem 200,- Euro)

Ein weiteres Beispiel:
Geiger postet einen Artikel über den Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund (BVB), bei dem der Attentäter mittels eines Bekennerschreibens eine falsche Fährte zu Islamisten legte.

Freudig kommentiert er dies mit „Überraschung!“, doch der wahre Attentäter wurde gefasst und zu 14 Jahren Haft verurteilt.
Der Elektrotechniker Sergej W. hatte am Abend des 11. April 2017 am Dortmunder Hotel „L’Arrivée“ per Funkfernsteuerung drei selbstgebaute Sprengsätze just zu dem Zeitpunkt gezündet, als das Team des Fußball-Bundesliga-Klubs Borussia Dortmund im Vereinsbus zum Champions-League-Spiel gegen den AS-Monaco aufgebrochen war. W. wollte einen Kurssturz der BVB-Aktie hervorrufen, um mit Put-Optionen, die er kurz zuvor gekauft hatte, eine sechsstellige Summe zu verdienen.
Eine Richtigstellung Geigers? Fehlanzeige.
Ebenso wartet man beim BFA Referenten auf ein Gedenk-Posting in Gedenken an die Novemberpogrome 1938. Stattdessen postet Geiger am 8.11.2019 etwas zum Mauerfall in Deutschland und den Fall des Kommunismus.

Geigers Haltung zu Asylwerbern ist klar, wie auch die seines Helden und damaligen Chefs Herbert Kickl.
Kickls widerrechtliche Umbenennung von Erstaufnahmezentren in „Ausreisezentren“ ist für Geiger „ein wichtiges Signal“, ebenso wie Anwesenheitspflicht und Sicherungshaft für Asylwerber.
Kann man von so einem Referenten Unvoreingenommenheit und Neutralität im Rahmen eines Asylverfahrens erwarten?

 

Ein korrekter Umgang mit Menschen aus meist islamischen Herkunftsländern wird kaum zu erwarten sein, greift Geiger jede Meldung über Flüchtlinge oder Attentäter auf, die den Islam als Vorwand für ihre Taten missbrauchen und kommentiert sie mit „Einzelfall“ oder der Frage, wann „wir“ denn endlich aufwachen würden.
Die Unterstellung, „sie gehen NIE wieder heim“ ist für einen Referenten des BFA ebenso unzulässig.

Geigers Grundhaltung gegen alles von Außen zeigt sich ganz deutlich beim Kommentar zum Spielfilm „Kevin allein zu Haus“. Der Junge im Film schützt sein Heim vor Einbrechern – Geiger sieht in jedem Asylwerber einen Kriminellen, vor dem es die Heimat zu schützen gilt.

Apropos Video: Der Kornblumen tragende Trump-Fan Geiger ist noch in einem zweiten Video zu sehen.  In seinem persönlichen, hochformatigen Wahlaufruf kann er es ebenfalls nicht lassen, Migranten und Sozialfälle gegen Österreicher auszuspielen.
Was Geiger unter „Sozialfälle“ versteht, warum sie scheinbar keine Österreicher (mehr) sind, wird uns der BFA-Referent vermutlich nie erklären können.

Dass Geiger eine „Durchmischung der Gesellschaft“ ablehnt und sein Freund Markus Thanner, Burschenschafter, FPÖ-Funktionär und wie LAbg. Marco Triller ebenfalls Mitglied im Österreichischen Kameradschaftsbund (ÖKB), ein gemeinsames Foto mit „Tradition statt Migration“ kommentiert, lässt uns auch nicht gerade auf einen menschlichen Zugang zu schutzsuchenden Menschen hoffen.
Die Unterstellung, dass Flüchtlinge auf unsere Sozialleistungen scharf wären und wir 2015 angeblich wegen „Hirnwäsche“ und „linkslinker realitätsfremder Politik linker Gutmenschen“ vor schweren Zeiten stehen würden, klingt auch nicht gerade nach einer seriösen, ernstzunehmenden Herangehensweise.

 

Und dann gibt es noch Eric W., auf den Fotos links neben Daniel Geiger, der sich öfter in dessen hier gezeigtem „Clubtreff W.“ aufhält. Mehr als 20 Vorstrafen, unter anderem Drogenhandel und Betrug hat der Bekannte/Freund Geigers auf dem Kerbholz, wurde uA. von der Interpol gesucht, da er sich nach Venezuela abgesetzt hatte und betrieb ein Bordell in Lassing.
W. betreibt jetzt mit seiner Frau das als Verein geführte Lokal.
Ob dieser Herr der richtige Umgang für einen Referenten des BFA Leoben ist, der über Menschenleben entscheiden soll?

 

Und zu guter Letzt fragen wir uns, wie jemand dem österreichischen Rechtsstaat gegenübersteht, der den amtierenden Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen, bei Rechtsextremen „Bello, WauWau oder Wuff Wuff“ genannt, nicht als seinen Präsidenten ansieht.

 

Rechtsextremer Terror in Halle/Saale: Wer für Wochenblick-LeserInnen die wahren Mörder sind.

Am 9. Oktober 2019 ermordete der 27-jährige deutsche Neonazi Stephan B. im deutschen Halle/Saale 2 Menschen.
Eine Frau vor einer Synagoge, die er erfolglos zu stürmen versuchte und ein Mann in einem Döner-Imbiss fielen dem Holocaustleugner und Antisemiten zum Opfer.
B. streamte die Tat auf der Plattform Twitch (das Video liegt uns vor) und kommentierte sie in Deutsch und Englisch, weiters hinterließ er ein Manifest wie die rechtsextremen Attentäter/Massenmörder Anders Breivik, Brenton T. (Christchurch/NZ) oder der Synagogenattentäter von San Diego/CA, John T. E.
Darin erklärte er, warum er sein Attentat gerade an Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag ausführte und welcher Hass ihn antrieb. Er leugnete den Holocaust und gab als Motiv für seine Tat an, Feminismus würde zu weniger Geburten führen, deswegen gäbe es Masseneinwanderung – und hinter all diesen Problemen stecke „der Jude“.

Der Wochenblick, ein rechtsextremes Hassmedium aus Oberösterreich, das federführend in der Verbreitung freiheitlicher Anti-Islam/Ausländer/Flüchtlingshetze ist, berichtet ebenfalls über dieses Attentat. Die LeserInnen sehen fast ausschließlich den Täter bzw. die Schuld bei Angela Merkel und ihrer Willkommenspolitik, Werner Faymann, Flüchtlingen, Muslimen und Gutmenschen. „Nazi ist nur, wer denkt.“

Detail am Rande: Der GF des Wochenblick, Norbert Geroldinger, ein ehemaliger FPÖ-Funktionär aus Brunnenthal/OÖ ist auf Facebook nicht nur mit dem 2014 wegen Wiederbetätigung verurteilten Neonazi Franz Radl befreundet (am 19. Sept. 2019 wurde Radl erneut nicht rechtskräftig am LG Wien verurteilt), Geroldinger wünschte Radl zu dessen Berufungsverhandlung wegen § 3g VerbG. am 23. Juni 2014 „Alles Gute und Daumen hoch !“.
Das Daumendrücken brachte freilich nichts, Radls Berufung wurde abgewiesen.

36 ausgewählte Kommentare von Wochenblick-LeserInnen:

FPÖ-Gemeinderat huldigt dem faschistischen Ustascha-Regime

„Ich bin ursprünglich aus Kroatien und dort vor dem Bürgerkrieg geflohen.
Ich weiß was Friede und Sicherheit wert ist und bin dankbar in Österreich
leben zu dürfen.“

So stellt sich der 28-jährige Alen Ćorković auf der Facebook-Seite der FPÖ-Stockerau als Gemeinderat vor.
Zu schön, um wahr zu sein. Ein scheinbar bestens integrierter junger Mann aus dem Ausland, sein Deutsch ist nicht ganz perfekt, aber weit besser, als das vieler seiner einheimischen Parteikollegen. Doch neben der Mitgliedschaft in einer rechtsextremen und ausländerfeindlichen Partei, gibt es noch einen Haken. Einen gewaltigen Haken eigentlich: Er ist glühender Fan des faschistischen, kroatischen Ustascha-Regimes

Das Ustascha-Regime

Die Ustascha war ein von Ante Pavelić 1928 gegründeter und von ihm geführter, zunächst illegaler kroatischer rechtsextrem-terroristischer Geheimbund, der sich zu einer faschistischen Bewegung entwickelte.
Die Ustascha bediente sich ideologisch an Elementen des italienischen Faschismus und Nationalsozialismus. Diese Elemente umfassten auch den Antisemitismus, Antikommunismus, Rassismus und zusätzlich Serbenhass.
Der Ustascha-Staat blieb bis 1945 ein treuer Verbündeter des Deutschen Reiches und entsandte auch Truppen zur Unterstützung des deutschen Feldzuges gegen die Sowjetunion. Militärisch war er jedoch hauptsächlich mit dem Kampf gegen die von Tito angeführten Partisanen und gegen die Tschetniks (Serbische Nationalmonarchistische Bewegung) beschäftigt. Die bekannteste Einheit der Ustascha war die Schwarze Legion (Crna Legija), die als Kommentar in den Postings des FPÖ-Funktionärs ebenfalls vorkommt.

Der Ustascha-Staat erließ Rassengesetze nach dem Vorbild des Dritten Reiches, die sich gegen Juden und Roma, aber vorwiegend gegen Serben richteten, die kollektiv zu Feinden des kroatischen Volkes erklärt wurden. Serben, Juden, Roma und kroatische Antifaschisten wurden in Konzentrationslagern, deren größtes das KZ Jasenovac war, eingesperrt und vor allem von der Ustascha-Miliz auf zumeist brutalste Weise ermordet. Die zahlenmäßig stärkste Gruppe unter den Opfern stellten dabei die Serben dar.
Berichten zufolge waren bereits in den ersten 4 Monaten der Ustascha Herrschaft ca. 200.000 Serben ermordet und 104.000 in das deutsche Besatzungsgebiet nach Serbien deportiert worden.

Der Völkermord der Ustascha

Wie viele Menschen diesem Völkermord zum Opfer fielen, ist bis heute umstritten. Die Angaben variieren von mehr als 300.000 bis zu 750.000 ermordeten Menschen, zumeist vertreten von kroatischen bzw. serbischen Historikern. In der westlichen Forschung wird die Zahl der Serben, welche den Ustascha zum Opfer fielen, auf 330.000 bis 390.000 geschätzt.
Ca. 290.000 der 1,9 Millionen Serben sowie die große Mehrheit der 30.000 bis 40.000 Juden und der 25.000 bis 40.000 Roma, die zu Kriegsbeginn auf dem Einflussgebiet der Ustascha lebten, fielen der Ustascha zum Opfer, davon zwischen 60.000 und 100.000 im KZ Jasenovac.

„Za Dom – Spremni!“ und das Ustascha-Wappen

Die Grußformel der Ustascha lautete „Za Dom – Spremni!“ kurz: „ZDS“ (Für die Heimat – Bereit!) und wurde spätestens ab der Annäherung an das faschistische Italien und das nationalsozialistische Deutschland mit erhobenem rechten Arm ausgesprochen.
Diese Grußformel selbst ist im heutigen Kroatien verboten. In Österreich ist das Ustascha-Wappen – es beginnt im Unterschied zum offiziellen, mit einem weißen Feld statt mit einem roten – seit 1. März 2019 verboten.

Za Dom – Spremni!“ bzw. „ZDS„, wie auch das vorhin beschriebene Ustascha-Wappen, werden wir in den Kommentaren bei und von FPÖ-Gemeinderat Alen Ćorković noch öfters sehen.

Wir sind gespannt, was die serbischstämmige, Niederösterreichische FPÖ-LAbg. Vesna Schuster (geb. Racic) zur Ideologie der von ihrem Parteikollegen verehrten Ustascha meint.

 

Hier postet Ćorković eine Fahne der „Stockerau Jugend“ mit dem Ustascha-Wappen, die mit „ZDS“ (Za Dom – Spremni) und einem Bild der kroatischen Wehrmacht kommentiert wird. Alen Ćorković gefällt dieses Bild.

Hier gibt der FPÖ-Gemeinderat eine positive Bewertung für einen kroatischen „Patrioten“-Shop ab.
Als Model des Shops mit dem Ustascha-Wappen fungiert Marko Perković, Frontmann der kroatischen Band „Thompson“. Thompson ist eine kroatische Rockband, die nach dem Spitznamen ihres Gründers und Frontmannes Marko Perković benannt ist. Der in Kroatien erfolgreichen Band wird eine Verherrlichung des kroatischen Faschismus vorgeworfen. Bei Konzerten der Band wurde auch das faschistische Ustascha-Lied „Jasenovac i Gradiška Stara“ gespielt, das die Tötung von Juden und Serben in den Konzentrationslagern Jasenovac und Stara Gradiška verherrlicht.

Stolz präsentiert der Kriegsflüchtling seinen Ohrstecker mit dem Portrait des Ustascha-Gründers Ante Pavelić.

Za Dom – Spremni!“ bzw. „ZDS“ von und bei einem Posting mit Ćorković hinter Ustascha-Fahnen.

Unterwegs mit den Fans der Ustascha-begeisterten „Stockerau Jugend“.

Und schlussendlich ein letztes Bild mit Ustascha T-Shirt (eines von vielen).

 

Die FPÖ hat ihren Göring gelesen. Wie in FPÖ Gruppen mittels Fake News rassistische Stimmung gemacht wird.

„Das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.“

Mit diesen Worten wird NS-Reichsmarschall Hermann Göring am 18. April 1946 vom amerikanischen Gerichtspsychiater G.M. Gilbert im „Nürnberger Tagebuch“ zitiert.

 


Am 19. 8.2019 postet ein „Michael Thomas (waschpusch)“ ein Video mit dem Kommentar „Einwanderer greifen die Polizei an“. Es wird bei dem deutschen AfD-Sympathisanten zwar nur 3x kommentiert, dafür aber 4.568x geteilt.

Unter anderem wird dieses Video in den FPÖ-Gruppen „Wir wollen H.C. zurück“ (1.981 Mitglieder) und „FPÖ – öffentliche Gruppe“ (11.408 Mitglieder) geteilt.
Mitglieder in „Wir wollen H.C. zurück“ sind ua. folgende FPÖ-Funktionäre bzw. Personen aus der Holocaustleugnerszene wie der AFP:

Heinz-Christian Strache
Markus Gudenus
Leo Kohlbauer
Markus Tschank
Helwig Leibinger
Silvia M.
Werner L.

 

Das Video belegt wieder einmal ganz klar, dass der Hass der WählerInnen rechtsextremer Parteien wie FPÖ oder AfD in inoffiziellen Parteigruppen täglich mit Fake News am Köcheln gehalten wird. Dazu benötigt es nur ein Video oder Foto, einen beliebigen Text dazu und schon läuft die rassistische Hassmaschinerie.
Es ist von Angreifern und Invasoren die Rede, schuld daran sind die „Gutmenschen“, die Lösung: FPÖ wählen.
Die FPÖ hat also ihren Göring gelesen.
Bildinhalt, Herkunft oder Wahrheitsgehalt der Begleitkommentare werden prinzipiell nicht hinterfragt, wie man am gegenständlichen Beispiel wunderbar erkennen kann:

Das Video zeigt Ausschnitte der Proteste und Straßenschlachten aus Baltimore/USA, die im April 2015 stattfanden. Auslöser war die Verhaftung des Afroamerikaners Freddie Gray wegen Besitzes eines verbotenen Messers, der in Polizeigewahrsam an einem gebrochenen Rückgrat starb.
Proteste und Straßenschlachten wie in dem Video zu sehen, waren die Folge. Der hauptverantwortliche Polizist wurde 2016 freigesprochen.

Die Kommentare beziehen sich ausschließlich auf Flüchtlinge, Muslime, Angela Merkel, Gutmenschen, Europa, Österreich, die FPÖ als Lösung für diese Probleme und: „Erschießen!!!“

Hier nun 59 ausgewählte Kommentare aus beiden Gruppen:

Antisemitismus im Freiheitlichen Forum wegen Artikel über Holocaustüberlebenden Rudolf Gelbard

Seit fast 2 Jahren stehen unzählige antisemitische Kommentare (am Ende des Artikels) in der Facebook Gruppe „Freiheitliches Forum“ gegen den am 24.10.2018 verstorbenen Holocaustüberlebenden und Zeitzeugen Rudolf Gelbard.

Markus Stuefer, Redaktionsmitglied des rechtsextremen Mediums „ZAROnews“, das immer wieder holocaustleugnende/relativierende Artikel publizierte, postet einen Artikel über Gelbard, der erneut vor der FPÖ warnte und dafür attackiert wurde.
ZAROnews ist eine von Robert Zach im Jahr 2006 gegründete Presse und PR-Agentur mit Sitz in der Schweiz. Es existieren Redaktionen in Deutschland und Österreich, die auch auf Facebook äußerst aktiv diverse rechtsextreme „Patriotengruppen“ täglich befüllen.
Bereits als Heinz-Christian Strache, Ex-BPO der FPÖ von ZAROnews teilte, verfassten wir einen ausführlichen Artikel über ZAROnews und Robert Zach.

Die Gruppe „Freiheitliches Forum“ nannte sich in Vergangenheit auch schon „Wir wollen Norbert Hofer als BP & HC Strache alls(sic!) Kanzler“ und „Freiheitliche Widerstandsbewegung“.
Derzeit hat die Gruppe 6.100 Mitglieder, die sich aus FPÖlern, AfDlern, Identitären, Hooligans und Neonazis zusammensetzen. Ein Auszug aus der Mitgliederliste (Stand 31.8.2019):

Günther Kumpitsch, FPÖ Nationalrat u. Polizeijurist(!)*
Michael Hornak, Vorstandsmitglied bei der FPÖ Schwechat, Personalvertreter der  AUF/FEG bei der LPD Wien (!)*
Dietrich Kops, FPÖ Landtagsabgeordneter u. GR Wien
Friedrich Dallinger, FPÖ BR Wien 10, Nowotny Gedenken
Manfred Dvorak, FPÖ Klubobmann-Stellvertreter FPÖ Wien 15
Friedrich Trawniczek, FPÖ Ex-BR Wien 12, Nowotny Gedenken
Harald Sturm, FPÖ GR in Kaumberg
Reinhard Lehner, FPÖ Ortsparteiobmann Breitenau
Siegfried Steiner, FPÖ Stadtparteiobmann Mattersburg
Alfred Gleitsmann, FPÖ GR Eichgraben
Andreas Traxler, FPÖ Ortsparteiobmann und Gemeinderat in Vorderweißenbach
Gottfried Jarolin, FPÖ Stadtparteiobmann Gänserndorf*
Otto Hofmair, FPÖ Ersatz GR Ansfelden
Mario Rosensteiner, FPÖ GR u. Obmann Brunn am Gebirge

Harald Peter Wiedner, Identitäre Steiermark
Roland Moritz, Identitäre Oberösterreich
Reconquista Steiermark (Identitäre Steiermark)
Thomas Kirschner, PDV Graz

Tino Chrupalla (AfD), Bundestagsabgeordneter der AfD – Vorsitzender AfD Kreisverband Görlitz
Steffen Wegert (AfD), Stadtrat Chemnitz, Schatzmeister im Chemnitzer AfD-Kreisvorstand
Dieter Gareis (AfD), Schatzmeister AfD Kulmbach
Bernd Reichert (AfD), AfD Aachen
David Berger, Philosophia Perennis

* Kumpitsch, Hornak und Jarolin sind nach unserem letzten Artikel über diese Gruppe aus ihr ausgetreten.

 

24 ausgewählte Kommentare:

Antisemitismus im „freiheitlichen Forum“ gegen Oskar Deutsch, Präsident der IKG

Seit einem Jahr stehen unzählige antisemitische Kommentare in der Facebook Gruppe „Freiheitliches Forum“ gegen Oskar Deutsch, den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG).

Oskar Deutsch, wird vom in diversen rechtsextremen FPÖ-Gruppen umtriebigen Hetzer „Peter Grill“ aus einem offenen Brief vom 22. Oktober 2017 an die damaligen Regierungsparteien zitiert.
So hieß es in dem Brief: „Deutschnationale haben in der Regierung nichts verloren!“ und „Wenn sich der nationalistische Wolf einen blauen Schafspelz überzieht, ändert er sein Wesen nicht, nur sein Aussehen.“.
Daraus konstruiert Peter Grill „Ein Jude beschimpft 26% FPÖ-Wähler als Nazis!„.
In den daraus resultierenden Kommentaren wird so gut wie kein Vorurteil gegen Juden, keine antisemitische Beschimpfung oder Verschwörungstheorie ausgelassen.

Die Gruppe „Freiheitliches Forum“ nannte sich in Vergangenheit auch schon „Wir wollen Norbert Hofer als BP & HC Strache alls(sic!) Kanzler“ und „Freiheitliche Widerstandsbewegung“.
Derzeit hat die Gruppe über 6.000 Mitglieder, die sich aus FPÖlern, AfDlern, Identitären, Hooligans und Neonazis zusammensetzen. Ein Auszug aus der Mitgliederliste:

Günther Kumpitsch, FPÖ Nationalrat u. Polizeijurist (!)
Michael Hornak, Vorstandsmitglied bei der FPÖ Schwechat, Personalvertreter der  AUF/FEG bei der LPD Wien (!)
Dietrich Kops, FPÖ Landtagsabgeordneter u. GR Wien
Friedrich Dallinger, FPÖ BR Wien 10, Nowotny Gedenken
Manfred Dvorak, FPÖ Klubobmann-Stellvertreter FPÖ Wien 15
Friedrich Trawniczek, FPÖ Ex-BR Wien 12, Nowotny Gedenken
Harald Sturm, FPÖ GR in Kaumberg
Reinhard Lehner, FPÖ Ortsparteiobmann Breitenau
Siegfried Steiner, FPÖ Stadtparteiobmann Mattersburg
Alfred Gleitsmann, FPÖ GR Eichgraben
Andreas Traxler, FPÖ Ortsparteiobmann und Gemeinderat in Vorderweißenbach
Gottfried Jarolin, FPÖ Stadtparteiobmann Gänserndorf
Otto Hofmair, FPÖ Ersatz GR Ansfelden
Mario Rosensteiner, FPÖ GR u. Obmann Brunn am Gebirge

Harald Peter Wiedner, Identitäre Steiermark
Roland Moritz, Identitäre Oberösterreich
Reconquista Steiermark (Identitäre Steiermark)
Thomas Kirschner, PDV Graz

Tino Chrupalla (AfD), Bundestagsabgeordneter der AfD – Vorsitzender AfD Kreisverband Görlitz
Steffen Wegert (AfD), Stadtrat Chemnitz, Schatzmeister im Chemnitzer AfD-Kreisvorstand
Dieter Gareis (AfD), Schatzmeister AfD Kulmbach
Bernd Reichert (AfD), AfD Aachen
David Berger, Philosophia Perennis

62 ausgewählte Kommentare:

 

Wie Strache einen FakeNews-Titel als Beweis für „Bevölkerungsaustausch“-Hetze nutzt

Redistanzierung – zurück zu den Wurzeln

2. Mai 2019.
Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) hat längst erkannt, dass ihn die Distanzierung von der Identitären Bewegung (IB) extrem viele Stimmen kosten wird, denn die von ihm seit Jahren selbst propagierte rechtsextreme Verschwörungstheorie des „Bevölkerungsaustauschs“ ist unter dem Slogan „der große Austausch“ das Hauptthema der Identitären Bewegung und wird von vielen FPÖ WählerInnen ebenfalls geteilt. Die Solidarität zur IB ist unter dem FPÖ-Wahlvolk unübersehbar. Wegen „Straches Rückgratlosigkeit“ angekündigte Parteiaustritte und nach 20 Jahren das 1. Mal statt FPÖ weiß wählen zu wollen, lesen wir immer öfter.
Auslöser für Straches ohnehin unglaubwürdige Distanzierung waren mehrere Spenden des rechtsextremen Terroristen von Christchurch/NZ an die Identitären, der am 15. März 2019 50 Muslime ermordete und dessen Manifest den Titel „Der große Austausch“ trug. Auch der antisemitische Attentäter von San Diego/USA, der im April 2019 ein tödliches Attentat auf eine Synagoge verübte, phantasierte von einem von Juden gesteuerten Austausch der „weißen Rasse“. Auch sonst wird diese Verschwörungstheorie unter dem aus der NS-Zeit stammenden Begriffs der „Umvolkung“, ausschließlich nur von rechtsextremen bis antisemitisch/neonazistischen Kreisen wie der „AFP“ geteilt. Bei deren „Politischen Akademien“, bei denen das Publikum hauptsächlich aus Holocaustleugnern und Geschichtsrevisionisten besteht, sprachen ua. FPÖ-Politiker wie Johann Gudenus oder Hans-Jörg Jenewein, Abgeordneter zum Nationalrat und FPÖ-Mediensprecher. Jenewein hielt 2008 seine Rede direkt vor der mittlerweile wegen Wiederbetätigung verurteilten und inhaftierten Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck.

 

 

An jenem Tag also teilt Strache einen Artikel des Boulevardmediums oe24.at mit dem irreführenden Titel:

„Ranking 2018: Mohammed in Berlin beliebtester Vorname“

 

Strache steigert seine rassistische Angstmache, indem er, wie auch schon bei der „1. Mai Kundgebung 2019 der FPÖ“ im Linzer Bierzelt, zusätzlich von „Bevölkerungsverdrängung und Bevölkerungswechsel“ spricht. „Islamisierung“, vor 80 Jahren sprach man von „Verjudung“, darf in diesem Zusammenhang natürlich auch nicht fehlen.

Der Vizekanzler bezieht sich auf die völlig irreführenden Überschriften des copy/paste Artikels, der vor Fehlern nur so strotzt.

Dass „Mohammed“ niemals der häufigste Erstname in Berlin sein kann, versteht sich bei einem Moslemanteil von 9% eigentlich von selbst. Im 3. Absatz steht dann doch etwas von einer gesonderten Auswertung, die ergibt, dass Mohammed unter den türkisch-arabischen Vornamen auf Rang 1 liegen und sogar in Berlin der häufigste Vorname für Jungen sein soll.
Etwas widersprüchlich das Ganze und zudem auch noch falsch.
Oe24.at verweist auf eine Pressemitteilung der Gesellschaft für deutsche Sprache e. V. (GfdS). Dort finden wir in den Rankings nirgendwo den Namen Mohammed. Bei den 15 beliebtesten Erst- u. Folgenamen für Jungen im gesamten deutschen Bundesgebiet ist kein einziger türkisch-arabischer Name aufgeführt, auch nicht in einer Vergleichsgrafik für den deutschsprachigen Raum.
Lediglich in einem Absatz wird erwähnt, dass Mohammed in all seinen Schreibweisen in manchen Bundesländern unter den Top 10 sei.
Also was steckt hinter dieser wirren Zahlenvermischung? Was sagen die Daten tatsächlich aus?

257 von 22.177 Jungen heißen Mohammed – AUSTAUSCH!!!

„Von den insgesamt 22 177 Jungen, die 2018 in Berlin geboren wurden, bekamen genau 280 den Namen Mohammed“, wird Dr. Andrea-Eva Ewels (GfdS) von der „Bild“-Zeitung zitiert. 280 Mohammeds? Wir haben uns die Daten von Berlinonline zu den häufigsten Vornamen in Berlin 2018 genau angesehen. Auf 280 kommen wir nur, wenn wir Mohammed in all seinen Schreibweisen auch als Zweit- u. Drittnamen mitberücksichtigen würden. Wir kommen auf 257 Mohammeds als Erstnamen, was bei 22.177 neugeborenen Jungen in Berlin gerade einmal 1,16% ausmacht. Nehmen wir die 280 der GfdS, wären dies auch nur 1,26%.
Bedenkt man, dass Berlin mit 9% den höchsten Moslemanteil in Deutschland besitzt (im Bundesdurchschnitt sind es ca. 5%-6%), kann von einer „Islamisierung“ oder einem „Bevölkerungsaustausch“ Deutschlands oder Berlins, alleine von den nackten Zahlen her, nicht einmal annähernd die Rede sein.

Doch es sind natürlich nicht nur Zahlen, es geht um Menschen. Es ist nichts als pure antiislamische/rassistische Hetze, die Heinz-Christian Strache hier betreibt. Einerseits sprechen die Zahlen ganz eindeutig gegen einen „Austausch“ oder eine „Islamisierung“. Andererseits unterstellt Strache Menschen muslimischen Glaubens pauschal negative Eigenschaften, das Ablehnen des Staates, seiner Gesetzgebung und die Forderung nach der Sharia. Dasselbe Konzept wie schon vor 80 Jahren, als den Juden ua. diverse „volkszersetzende, parasitäre“ Eigenschaften unterstellt wurden. Es wird mit zweierlei Maß gemessen, denn den Muslimen, die in Österreich seit 1912 als Religionsgemeinschaft anerkannt sind, wird im Unterschied zu den Gläubigen anderer Religionen im Land unterstellt, dass ohnehin alle radikal wären und nach Erreichen einer kritische Masse, die Sharia einfordern und unsere Sitten und Traditionen austauschen wollten.
Ist man mit dem Namen Mohammed automatisch Moslem? Nein.
Ist man als Moslem automatisch radikal? Nein.
Ist man als Moslem automatisch ein schlechter Mensch? Nein.

Auch erkennen alle Muslime, die wir kennen, mit denen wir gesprochen haben, den Staat und seine Gesetze an und niemanden von ihnen interessiert es, die Sharia ins Strafgesetzbuch aufnehmen lassen, oder gar generell einführen zu wollen. Keiner von ihnen will unsere Bevölkerung austauschen und unsere gemeinsame Heimat zu einem islamischen Staat machen.

 

Zum Schluss haben wir die Zahlen der Berliner Standesämter aufgeschlüsselt, die ebenfalls ganz offensichtlich zeigen, dass ein paar Mohammeds nicht das Problem Deutschlands oder Österreichs sind, sondern rechtsextreme Hetzer wie Heinz-Christian Strache oder Alice Weidel von der deutschen AFD, zu der es zum selben Thema HIER einen Artikel gibt.

„Mohammed“ phonetisch (mit allen Schreibweisen) in Berlin

Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 0
Anzahl: 19

Berlin Friedrichshain-Kreuzberg
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 10. (gemeinsam mit 6 weiteren Namen)
Anzahl: 34

Berlin Lichtenberg
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 0
Anzahl: 17

Berlin Marzahn-Hellersdorf
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 0
Anzahl: 4

Berlin mitte
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 0
Anzahl: 62

Berlin Neukölln
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 8.
Anzahl: 47

Berlin Pankow
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 0
Anzahl: 4

Berlin Reinickendorf
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 3. (gemeinsam mit 7 weiteren Namen)
Anzahl: 13

Berlin Spandau
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 0
Anzahl: 19

Berlin Steglitz-Zehlendorf
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 0
Anzahl: 4

Berlin Tempelhof-Schöneberg
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 0
Anzahl: 31

Berlin Treptow-Köpenick
Mohammed unter den ersten 30 häufigsten Namen: 0
Anzahl: 3

Total: 257