Was ein Bild alles auslösen kann…

Die ÖBB will ihre Leser informieren, dass die Familienvorteilscard auch von Freunden, die mit ihren Kindern unterwegs sind, benützt werden kann und verdeutlicht das auf einem Plakat, auf dem zwei Männer und ein Baby abgebildet sind. Ein Mann hat eine etwas dunklere Hautfarbe.

Der Linzer Gemeinderat Manfred Pühringer postet ein Foto des Plakats auf seine private Timeline (sichtbar für über 2.300 Facebookfreunde). Der Shitstorm, der durch das Posten dieses harmlosen Bildes ausgelöst wurde, ist kaum fassbar. Wir möchten euch die Kommentare zeigen und dokumentieren, wie weit Homophobie und Rassismus bereits in Österreich Einzug gehalten haben.

Besonders aufgefallen ist uns dabei Bruno Weber. Er ist nicht nur FPÖ-Stadtrat der Stadtgemeinde Amstetten, sondern auch Kammerrat der AK Niederösterreich und Vorstandsmitglied der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse und administriert den offiziellen Facebookauftritt der FPÖ Amstetten. Wörtlich schreibt er: „[…] 2 vermeintliche Schwuchteln m Baby und davon noch ein Neger. Mir graust…“

p1p2p3p4p5p6p7

Den letzten Kommentar haben wir als Titel gewählt.

FPÖ St. Barbara verbreitet antisemitische Verschwörungstheorien

Nicht zum ersten Mal fällt die FPÖ St. Barbara durch hetzerische Postings auf, doch diesmal schrillten bei uns sofort die Alarmglocken.

Der „Hooton-Plan“

Der „Hooton-Plan“ des US-Amerikaners Earnest Hooton (1887-1954) taucht neben dem „Morgenthau-Plan“, „Kaufman-Plan“ und dem „Kalergi-Plan“ immer wieder bei Rechtsextremen, Neonazis und Antisemiten auf, wenn von „Umvolkung“ oder „Genozid-Projekt“ fantasiert wird.
Der Plan war lediglich ein Textbeitrag Hootons zu einer 1943 erschienen Ausgabe des Boulevardmagazins „PM Daily“, das 1948 wieder eingestellt wurde und war somit nie Teil der offiziellen US-Politik. In dem Beitrag plädierte er unter Anderem für die Ansiedlung nicht-deutscher Bevölkerung in Deutschland, um „den deutschen Nationalismus und die aggressive Ideologie zu zerstören“.
Der neonazistische Wikipedia-Klon „Metapedia“ bezeichnet Hooton deswegen als „deutschenhassenden Völkermordplaner“
Es ist die selbe antisemitische These, wie sie auch von Johann Gudenus mit seinen „stichhaltigen Gerüchten“ über George Soros genährt wird.
Die These besagt, dass Juden Kriege in muslimischen Ländern fördern und damit für eine von ihnen gewollte und gesteuerte Flüchtlingswelle von Moslems nach Europa sorgen würden. Ziel sei es, Europa „umzuvolken„, zu „islamisieren„, zu „unterwerfen“ und damit zu schwächen.

Umvolkung„, ein Begriff aus der NS-Zeit, findet man heute meist nur noch auf neonazistischen Portalen wie Metapedia. Rechtsextreme wie die Identitären haben den Begriff der heutigen Zeit angepasst und sprechen von „Austausch“ oder „Bevölkerungsaustausch„.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Stufe 1: Um ein Feindbild aufzubauen, dämonisiert man Menschen aus moslemischen Ländern, stellt sie und den Islam generell als das Böse hin, sie wären nur an einer „Islamisierung“ und Zerstörung „unserer Jüdisch-Christlichen Werte und Traditionen“ interessiert und würden ohnehin allesamt die Sharia in Europa fordern. Zusätzlich wären alle Moslems natürlich „importierte Antisemiten“, vor denen man „unsere Juden“ beschützen müsste, der beste Beweis also, dass „wir“ (FPÖler, AFDler, Patrioten, etc.) niemals Antisemiten sein könnten.

Stufe 2: Nun wird den Juden (!) vorgeworfen, im Rahmen einer „zionistisch-freimaurerischen Weltverschwörung“ die Flüchtlingswelle dieser „Invasoren“ zu fördern und dies um den Preis, sogar ihre eigenen Leute zu opfern.
Dass Hooton vorgeworfen wird, Jude und US-Amerikaner gewesen zu sein, untermauert  die These der „amerikanisch-jüdischen Verschwörung gegen die Deutschen und Europa“, bloß gibt es keinerlei Belege dafür, dass er jüdischer Abstammung sein sollte.

Johann Gudenus hatte schon einmal von „illegalen Invasoren“ (sic!) in Bezug auf Flüchtlinge gesprochen. Die Begriffserklärung finden Sie in unserem ARTIKEL dazu.

FPÖ St. Barbaras Quelle

Interessant sind natürlich auch immer die Quellen, von wo solche Postings geteilt werden.
In diesem Fall ist es der für uns nicht unbekannte „Eric Johann Pirklbauer“, dessen Liste der Likes auf Facebook erwartungsgemäß ausfällt. Hier ein kleiner Auszug davon.

Doch wen entdecken wir inmitten Herrn Pirkelbauers erwartungsgemäßen Likes?
Gabriele Beierl, Betreiberin der Facebookseite „ÖVP für Sebastian Kurz„, Verteidigerin der ÖVP/FPÖ Regierung vor „linkem Hass“ und Mitadmin der Gruppe „Opas gegen Links“.

Nachdem sich die ÖVP unter Sebastian Kurz von der ursprünglich „christlich-sozialen“ Volkspartei zu einer rechtspopulistischen Wirtschafts- u. Konzernpartei gewandelt hatte und man bei den meisten FPÖ-WählerInnen in ihren Likes auf Facebook BK Sebastian Kurz gleich neben Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus findet, wundert uns Frau Beierl ebendort nicht wirklich.

 

 

FPÖler Robert Kiesinger und Hitlers „Rassenvermischung“

„Gutmenschdeutsch für Rassenvermischung“

nennt FPÖler Robert Kiesinger (FPÖ Wien Liesing) die ihm sauer aufstoßende „Multi-Etnische-Vermischung“ (sic!), die es „auf Teufel komm raus bei uns geben muss“.

Dass Kiesinger, der schon mal zu Ostern einen NSDAP-Kalender postet, bei niemand geringerem als Adolf Hitler Anleihe nimmt, verwundert uns freilich nicht wirklich.

„Rassenvermischung“ in Adolf Hitlers
„Mein Kampf“

„Der Arier gab die Reinheit seines Blutes auf und verlor dafür den Aufenthalt im Paradiese, das er sich selbst geschaffen hatte. Er sank unter in der Rassenvermischung, verlor allmählich immer mehr seine kulturelle Fähigkeit, bis er endlich nicht nur geistig, sondern auch körperlich den Unterworfenen und Ureinwohnern mehr zu gleichen begann als seinen Vorfahren. Eine Zeitlang konnte er noch von den vorhandenen Kulturgütern zehren, dann aber trat Erstarrung ein, und er verfiel endlich der Vergessenheit.“

Adolf Hitler, Mein Kampf, S. 323

„An diesem einen Beispiele schon vermag man die Wirkung der Rassenvermischung klar und deutlich zu erkennen. Der rassisch rein und unvermischt gebliebene Germane des amerikanischen Kontinents ist zum Herrn desselben aufgestiegen; er wird der Herr so lange bleiben, so lange nicht auch er der Blutschande zum Opfer fällt.“

Adolf Hitler, Mein Kampf, S. 313

FPÖler Robert Kiesinger träumt von bewaffnetem Sturm auf die Hofburg

FPÖ-Mann Robert Kiesinger von der FPÖ Wien Liesing (wir hatten schon öfter von ihm berichtet) postet für 1.404 Personen geteilt, ein Bild vom Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789.

Kiesinger vergleicht die Bastille mit der Wiener Hofburg, dem Sitz des österreichischen Bundespräsidenten Alexander van der Bellen und ruft mehr oder weniger indirekt zum bewaffneten Sturm auf.
Freilich fällt sein Wunschtraum bei FPÖ-WählerInnen auf fruchtbaren Boden.

Dass gewaltbereite Rechtsextreme wie Antidemokrat Robert Kiesinger ganz leicht an legale Schusswaffen wie eine Glock 19 gelangen können und Funktionen in der Regierungspartei FPÖ innehaben, bereitet uns immer mehr Sorgen.

FPÖ-Mann Robert Kiesinger träumt davon, Journalistin Corinna Milborn enthaupten zu lassen.

Am selben Tag, als wir einen FPÖ-Wähler entdeckten, der den „Kinderficker“ BP Van der Bellen am Galgen sehen wollte, bekamen wir einen Hinweis auf einen Kommentar vom einschlägig bekannten FPÖ-Mann der FPÖ Wien Liesing, Robert Kiesinger, der als einer der übelsten Hetzer unter den freiheitlichen Funktionären gilt (Artikel) und schon gerne mal einen NSDAP-Kalender zu Ostern postet.

Diesmal kommentiert er bei einer nicht minder harmlosen FPÖ-Wählerin und träumt davon, dass sich die Visagistin der mehrfach ausgezeichneten Journalistin Corinna Milborn auf „EnthaupterIn“ umschulen lassen sollte.
Etwas subtiler als der Vorgänger mit dem Galgen für den Bundespräsidenten, aber dennoch eindeutig, was diese Visagistin dann in Kiesingers kranker Fantasie mit Corinna Milborn anstellen sollte.

Die Höbarts: Eine schrecklich blaue Familie

Der Abgeordnete zum Nationalrat Christian Höbart hat eine Freundin.
Carina ist Jugendreferentin bei der FPÖ Bezirk Gänserndorf und mag die SPÖ und gepflegte Ausdrucksweisen nicht besonders.

 

Carina hat eine Mutter namens Hilde, die gute Ideen für die Aufstellung der deutschen Fußballnationalmannschaft hat:

 

Wir haben uns das Foto etwas näher angesehen und nicht verstanden, warum alle Spieler dem Publikum zeigen, wie hoch sie springen können. Also kurz recherchiert, und siehe da: Das war die deutsche Fußballnationalmannschaft bei einem Freundschaftsspiel gegen Spanien 1935, und da hat man eben so gegrüßt.

 

Das Ding auf der Fahne im Hintergrund dürfte dieses Sonnenrad sein, das die Hindus überall hinmachen, aber das wird die Hilde vermutlich nicht wissen.

Die Hilde ist auch begeisterte FPÖ Wählerin, aber sicher nicht rechts, wie ihr Fußballbild und die konstruktiven Kommentare zur Asyldebatte, Muslimen oder dem Bundespräsidenten weiter unten belegen.

 

Hilde kann auch nicht rechts sein, nur weil sie Freunde wie den Thomas Kirschner hat, den Chef der rechtsextremen PDV. Der Kirschner Thomas nämlich, hatte mal etwas mit einem Schweinskopf und einer Moschee zu tun und wollte auch einmal das Parlament stürmen, wenn er nicht gerade auf Fotos mit HC Strache, Mario Kunasek oder dem Holocaustleugner Wolfgang Pestl zu sehen ist.

 

Hilde hält viel auf traditionelle Erziehung à la Holzscheitelknien, das ihren Eltern auch nicht geschadet hat. Früher hat sie den eigenen Kindern auch mal eine auf den Popo geben.

 

Die Mama von der Carina hat auch gute Ideen für beschleunigte Asylverfahren.

 

Hilde mag auch Videos.
Manchmal geht es um Angela Merkel wie in diesem Video, wo tanzenden Muslimen pauschal Messerattentate unterstellt werden. Das ist nach österreichischem Recht nach den §§ 188 u. 283 StGB strafbar, aber das weiß die zukünftige Schwiegermutter vom Nationalratsabgeordneten Höbart vielleicht auch nicht.

 

Manchmal gehen ihr auch Einheimische auf die Nerven wie Natascha Kampusch, die es wagt den Herrn Kickl wegen seiner Pläne zu einer berittenen Polizei zu kritisieren.
Parteitreue geht nunmal über Tierschutz, denn die Hilde hat Tiere und besonders Pferde eigentlich ganz lieb.

 

Oder der Wiener Bürgermeister Michael Häupl, der schon im Mai erkannt hatte, dass die FPÖ eine „Arbeiter-Verräterpartei“ ist.

 

Dass der Hofer Norbert zwei mal nicht Bundespräsident geworden ist, wurmt sie halt immer noch, und deswegen unterstellt sie dem amtierenden Bundespräsidenten Van der Bellen gleich einmal „Betrug und viele viele Lügen“.

 

Trotzdem hätte sie ganz lustige Modetipps für den Bundespräsidenten.
Dass der Andreas Dieter, der eigentlich „Andreas Hufnagl“ heißt und in der Pressestelle der FPÖ Wien arbeitet, wie die Hilde, den Kopftuch-Sager von Van der Bellen nicht verstanden hat, wundert uns jetzt dann doch nicht.

 

Auch der vielleicht zukünftige Schwiegersohn aus dem Nationalrat, der unter anderem zweifelhafte Berühmtheit wegen seines „Höhlenmenschen-Sagers“ erlangt hatte, hat – seinem Niveau entsprechend – Ideen für die Amtskleidung des Bundespräsidenten.

 

So, zurück in die weite Welt, nach Syrien, wo ein Giftgasangriff angeblich inszeniert worden sein soll. Sagt die Krone. Warum es keine männlichen Opfer geben kann und was die alle so bei uns tun, weiß die Hilde genau.

 

Und zu guter Letzt beweist die Hilde ihre ganze Tierliebe, indem sie gegen das Schächten ist, aber keinesfalls auf das Schweinefleisch am Teller verzichten möchte. Und das, obwohl es – ja, Sie haben es erraten – um die bösen Moslems geht, die unsere Tiere schächten, aber das Schweinderl aus der Massentierhaltung verbieten wollen. Kompliziert das mit der kulinarischen Islamisierung!

 

Halt!
Eins haben wir noch: Und zwar isst Hildes Freundin Livi Ehrlich, die vor kurzem noch Livi Boros hieß und auch die FPÖ wählt, gerne „ihren KÜMMELBRATENSemmel“ in der U-Bahn, sicher auch zum Leidwesen der anderen Mitfahrer, und wünscht ihren muslimischen Freunden einen #happyramadan.
Nein, Scherz! In Wahrheit ist das natürlich so ein „lustiger“ Insiderschmäh bei FPÖ-WählerInnen, muslimische Mitbürger während des Fastenmonats Ramadan mit Essensgerüchen zu reizen – vorzugsweise vom Schweinernen.

 

Die Livi ist natürlich eine ganz eine tolle Tierfreundin und will nicht, dass Tiere durch menschliches Handeln leiden müssen.

 

Außer sie landen dann zwischen Livis beiden Semmelhälften.