Nazi-Posting auf FPÖ Seite

Am Samstag, 15. September 2018 um 06:44 postet Claudia Michaela Six, Betreiberin der Seite „FPÖ – Vöcklamarkt„, ein Bild, das bei uns sofort die Alarmglocken schrillen ließ.

„Schütze Deine Rasse,
es ist das Blut
Deiner Ahnen!“

 

steht auf einem Bild zu lesen, das eine Maid mit blondem, zum Zopf geflochtenen Haar mitten in einem Feld zeigt.

Das Bild enstpricht in Diktion und Bildsprache ganz offensichtlich dem Ideal des arischen Menschen im Nationalsozialismus.
Das Wort „Rasse“ deutet wohl ganz klar auf den völkisch-rassistischen Hintergrund des Bildes hin. Die Intention, so ein Bild zu posten, das zu Reinhaltung der eigenen Rasse auffordert, ist ganz klar.

„Ich habe es gelöscht, weil mir wer gesagt hat,
dass das was mit NS und Nazis zu tun haben könnte.
‚Schütze deine Rasse‘ ist doch nichts Schlechtes, keine Hetze gegen andere.“

 

…meinte Administratorin Six gegenüber dem Standard und dass sie „öfter etwas teile, ohne dass sie sich die Seite anschaue“ .

Die Standardausrede von Freiheitlichen, die beim Posten einschlägiger Inhalte ertappt werden. Denn Frau Six postet selbst auf der FPÖ-Seite Inhalte von diversen rechtsextremen und antisemitischen Verschwörungsseiten, mit nicht nur tiefstem Niveau, auch Antisemitisches gegen George Soros und die Rothschilds von Seiten wie „Wochenblick“ , „alles roger?“ , „journalistenwatch“ , „news for friends“ oder „Zaronews“ . Letzteres Medium ist keines, über das man einfach so stolpert. Gehetzt wird gegen Flüchtlinge, den Islam, „Multikulti“ und besonders gerne gegen die EU und Angela Merkel – geteilt wird von AfDlern.

Es ist ja nicht so, dass diese Beiträge einfach so in der Timeline auftauchen, außerdem ist auf den ersten Blick ersichtlich, welches abscheuliche Gedankengut sich hinter ihnen verbirgt.

Besonders eindeutig ist die Seite von „Andre Weishaupt“, einem deutschen Neonaziprofil, von dem das oben beschriebene Posting stammt.
Ruft man seine Seite auf, sieht man als erstes das verbotene Symbol der „Schwarzen Sonne“, Blood & Honour, Eiserne Kreuze und ähnlich Einschlägiges, das mit freiheitlichem Patriotismus oder vielleicht einer berechtigten Islamkritik längst nichts mehr zu tun hat.

Ohne lange bei diesem Profil suchen zu müssen, finden sich dort solche mehr als eindeutigen Postings:

 

Doch wieder zurück zur unschuldig besorgten Bürgerin und Administratorin Claudia Michaela Six, die die EU schon mal in der öffentlichen FPÖ-Gruppe als „Missgeburt“ bezeichnet.

Und hier weitere von ihr auf der Seite „FPÖ – Vöcklamarkt“ geteilte Inhalte:

Die Wahrheit über Straches „Soros-Plan“

Interessant!

Strache postet einen Artikel vom 9.5.2018 aus dem Kurier, in dem es um den „Soros-Plan“ geht, der von der ungarischen Regierung an Bundespräsident Van der Bellen geschickt wurde.

Das Schreiben soll mit 6 kurzen und aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten belegen, dass George Soros für die Einwanderungswelle nach Europa verantwortlich wäre.
Die „stichhaltigen Gerüchte“ von Johann Gudenus und die allgemeine Panik der Rechtsextremen vor der „Umvolkung und Islamisierung“ Europas sind hinlänglich bekannt.

Die Ähnlichkeit der Zielsetzung zum von Rechtsextremen und Antisemiten verbreiteten „Hooton-Plan„[1] ist offensichtlich.

Strache kann sich wie immer sicher sein, dass sich keiner seiner Wähler dafür interessieren wird, was George Soros in seinem Plan von 2016 wirklich meinte. Dabei wäre der Plan eigentlich schnell zu finden und würde Erstaunliches zu Tage fördern.

Hier eine Zusammenfassung des Plans in der „Neuen Zürcher Zeitung“:
https://www.nzz.ch/international/die-eu-und-der-angebliche-soros-plan-ld.1320976

Und hier der vollständige Text in Deutsch:
https://www.wiwo.de/politik/europa/plan-von-george-soros-sieben-punkte-so-loesen-wir-die-fluechtlingskrise/13900490-all.html

[1] https://fpoefails.org/2018/08/11/fpoe-st-barbara-verbreitet-antisemitische-verschwoerungstheorien/

#EheFürAlle: Strache vs. VfGH

Es fällt zunehmend schwerer, seriös zu bleiben und die Contenance zu wahren, denn…

…laut Erkenntnis des VfGH ist der Weg für die Ehe für Alle ab 1. Jänner 2019 endlich geebnet. Fein.

Justizminister Moser meint zu dem Erkenntnis:
„Ich folge dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs, das besagt:
Ehe für alle und Eingetragene Partnerschaft für alle.“

Der geschiedene und wiederverheiratete Heinz-Christian Strache aber, will allen Ernstes trotz Trennung von Kirche und Staat, die zölibatäre Kirche zu diesem VfGH-Erkenntnis befragen, das freilich für alle Menschen gilt.
Egal, ob sie überhaupt an Götter glauben, oder an welche, oder ob für sie die österreichische Amtskirche bindend ist.

Laut einer Studie von Ulrike Zartler von der Universität Wien, Desiree Krivanek und Caroline Berghammer von der ÖAW aus 2018[1]  zeigt sich, dass bei aus der Kirche Ausgetretenen, kirchliche Moralvorstellungen großteils abgelehnt werden – Lehre zu Homosexualität, Abtreibung, Verhütung – sowie die Organisation der Kirche kritisiert werden und Frauenpriestertum, Zölibat und Hierarchie ebenfalls Gründe für den Kirchenaustritt waren.

Laut einer Market-Umfrage im Auftrag des Standard von 2018[2] glauben überhaupt nur 8% der Befragten an die „heilige katholische Kirche“.
Nur 21% der engagierten Katholiken glauben noch daran.

Weiters möchten wir an Norbert Hofer erinnern, der 2009 aus der katholischen Kirche mit der Begründung einer „linkskatholischen Hexenjagd gegen die FPÖ“ ausgetreten ist.
„Die damals stattgefundene „Kampagne gegen die FPÖ“ sei eine „dumme, heuchlerische und politisch motivierte Hexenjagd“. Eine solche habe es historisch häufig gegeben. „Hunderttausende unschuldige Frauen wurden von den moralisch impotenten Inquisitoren der katholischen Kirche als Hexen auf dem Scheiterhaufen – bei lebendigem Leib und vor den Augen ihrer Kinder – verbrannt.“, so Norbert Hofer.“ (oe24.at, 25.10.2016)[3]

 

https://diepresse.com/home/innenpolitik/5491658/Ehe-fuer-alle-Strache-will-erst-mit-Kirche-reden?from=suche.intern.portal

[1] derstandard.at/2000077003979/Immer-mehr-Katholiken-treten-in-Oesterreich-aus-der-Kirche-aus

[2] https://derstandard.at/2000077112169/In-Oesterreich-glauben-mehr-Menschen-an-Esoterik-als-an-Gott

[3] https://www.oe24.at/oesterreich/politik/Warum-Hofer-aus-der-katholischen-Kirche-ausgetreten-ist/256214310

 

Besorgte Mordlust bei Johann Gudenus

Ganz schockiert postet Johann Gudenus 1 Stunde nach dem steirischen Landtagsabgeordneten Marco Triller ein immerhin schon 12 Tage altes Bild der Erstürmung der spanischen Enklave Ceuta durch afrikanische Flüchtlinge.
Das Bild stammt aus der „Kronen Zeitung“ vom 2.9.2018 aus der Rubrik „Bild der Woche“.
Warum die Woche bei der Krone statt der üblichen 7 Tage sogar 12 Tage lang ist, ist uns allerdings ein Rätsel.

Immerhin muss man als ressortloser Klubobmann des FPÖ Parlamentsklubs für 14x 14.884,80 Euro/Jahr Ängste schüren, am Köcheln halten und von sinkenden Umfragewerten ablenken.
Die Reaktionen sind wie erwartet und werden seit Stunden nicht gelöscht:

Besorgte Mordlust bei LAbg Marco Triller

Ganz besorgt postet der steirische Landtagsabgeordnete Marco Triller ein immerhin schon 12 Tage altes Bild der Erstürmung der spanischen Enklave Ceuta durch afrikanische Flüchtlinge.
Das Bild stammt aus der „Kronen Zeitung“ vom 2.9.2018 aus der Rubrik „Bild der Woche“.
Warum die Woche bei der Krone statt der üblichen 7 Tage sogar 12 Tage lang ist, ist uns allerdings ein Rätsel.

Immerhin muss man Ängste schüren, am Köcheln halten und von sinkenden Umfragewerten ablenken.
Die Reaktionen sind wie erwartet und werden seit Stunden nicht gelöscht:

Christian Höbarts rassistisches Heldenmärchen

„Nationalrat stellt drei Ladendiebe
in Supermarkt“

titelt ein Heute-Redakteur mit dem Kürzel „Lie“ (engl.: Lüge), vermutlich Joachim Lielacher am 29. August im Gratisblatt „Heute“.
Lielacher wäre ein perfekter Kandidat für diesen Artikel, ist er für rassistische Aussagen, gefakte Artikel (Islamisten im Gemeindebau) und FPÖ-Nähe bekannt.
In der Vorschau des „Heute“-Artikels auf Twitter und auf Facebook, steht eindeutig zu lesen, dass es sich bei den von Höbart festgehaltenen Männern um 3 Ladendiebe handelte. Nicht Verdächtige, nicht mutmaßliche, nein: „LadenDIEBE“, noch vor Eintreffen der Exekutive unter Übergehung der Judikative schuldig gesprochen, ganz zufällig Asylwerber, die dann auch von der Polizei festgenommen wurden.

„Gegen 15.15 Uhr am Montag bemerkte ich drei junge Männer, offenbar Asylwerber, beim Billa. Das Trio wollte Waren stehlen…“

Berichtet der Nationalratsabgeordnete dem Gratisblatt. Die Sache hat freilich einen gewaltigen Haken: Sie stimmt nicht!

„Aber daraus habe sich „kein polizeilich relevanter Sachverhalt“ ergeben, die Kollegen haben die drei Kunden durchsucht und nur ein Cola gefunden – das haben sie allerdings bezahlt, wie die
Kassierin bestätigte.“

Stellt ein Sprecher der LPD Niederösterreich gegenüber Kontrast.at klar.

Auch die Polizei NÖ konnte keinen Ladendiebstahl bestätigen:

Auf „Heute.at“ entdeckt man dann immerhin das Wort „mutmaßlich“ vor „Ladendieben“, das in sämtlichen Vorschauen fehlt. Dass ganz am Anfang des Artikels von Höbart, dem „Gauner-Schreck“ zu lesen ist – die drei verdächtigten Männer werden also zu Gaunern abgestempelt – und erst im letzten Satz „Laut Polizei blieb aber nichts Strafrelevantes übrig.“ erwähnt wird, zeigt die perfide Strategie des Redakteurs:

– In den Vorschauen werden die 3 jungen Männer als Diebe vorverurteilt

– Mit „Gauner-Schreck“ werden die von Höbart zu Unrecht Festgehaltenen weiters als Gauner vorverurteilt

– Der letzte Satz, so Heute-Leser so weit lesen, lässt beim Leser das Gefühl zurück „Naja, für eine Anzeige hats halt nicht gereicht, aber irgendwas wird schon gewesen sein.“

Denn hätte man den Artikel so geschrieben, wie es sich tatsächlich zugetragen hatte, wäre der 3.489ste Sommerlochartikel über „Nessie“ das Monster vom Loch Ness interessanter gewesen.
So aber gibt es solche Leser-Reaktionen bei „Heute“:

 

Heimo Lepuschitz

der Kommunikationskoordinator der FPÖ, der schon den Fackelzug der Sozialistischen Jugend mit den Fackelzügen der Nationalsozialisten verglich, teilt den Artikel natürlich ebenfalls ungeprüft und nur mit „Bravo @Hoebi75“ kommentiert auf Twitter.

Christian Höbart bedankt sich artig und ist stolz darauf, „Fachkräfte“ – ein bei Rechtsextremen beliebter rassistischer Ausdruck für Flüchtlinge bzw. Asylwerber – bei der „Arbeit“ gestört zu haben.
Und wieder Rassismus, denn mit „Arbeit“ ist in FPÖ-Kreisen natürlich Diebstahl gemeint, der sämtlichen Dunkelhäutigen, wie den 3 jungen Marokkanern, pauschal unterstellt wird.
Geteilt und gelikt wird der Tweet bei Lepuschitz und Höbart u.A. von

Stefan Magnet, InfoDIREKT, Rechtsextremer (auf einem Foto mit den verurteilten Neonazis Gottfried Küssel und Felix Budin, sowie Elmar Podgorschek (FPÖ) zu sehen), ehemals Bund freier Jugend (BfJ) der 2006 bei der „41. Akademie der AFP“ einen Vortrag unter dem Titel „Integration ist Völkermord“ hielt.

Siegfried Wasching, Identitärer und parlamentarischer Mitarbeiter von Axel Kassegger, der uA. für Stefan Magnets „InfoDIREKT“ oder „Sezession“ schreibt.

Leo Kohlbauer, Wiener Landtagsabgeordneter und für seine Anti-Islamhetze bekannt, sieht hinter allem und jedem einen „Kniefall vor dem Islam“

Gabriele Beierl, ganz rechts außen bei der ÖVP, Betreiberin der Facebookseite „ÖVP für Sebastian Kurz“, Verteidigerin der ÖVP/FPÖ Regierung vor „linkem Hass“ und Mitadmin der Gruppe „Opas gegen Links“.

 

 

Norbert Hofer sponsert von Strache geteilten Artikel im Wochenblick, der neo-nazistische Ausschreitungen in Chemnitz beschönigt. GF Geroldinger pflegt Kontakt zu Neonazi.

 

 

Wir sind schon auf die Erklärung Norbert Hofers gespannt, warum er in diesem einschlägig bekannten Hetzmedium gleich zwei Anzeigen auf einer Seite schaltet, die weder informieren, noch einen anderen Zweck erfüllen.

Die Grafik für die Anzeigen ist in ein paar Minuten erledigt, das Geld schnell überwiesen.
Ein Schelm, wer dabei Böses denkt.

Dass der „Wochenblick“ kein Problem mit Neo-Nazis hat, dürfte uA. mit GF Norbert Geroldinger zu erklären sein, der dem wegen Wiederbetätigung rechtskräftig verurteilten und immer noch hochaktiven Neonazi Franz Radl zu dessen erfolgloser Berufungsverhandlung „Alles Gute und Daumen hoch !“ (sic!) wünschte.