Unter Hofers Burschen: Arndt Praxmarer

Norbert Hofer hat ein erlesenes Kabinett, das ist inzwischen bekannt.
Sein Kabinettschef René Schimanek hatte sich im Umkreis des Neonazis Gottfried Küssel aufgehalten und Herwig Götschober gelangte im Zusammenhang mit dem Liederbuch der Bruna Sudetia in den öffentlichen Fokus. Wenig beleuchtet ist Arndt Praxmarer, Mitglied der Burschenschaft Suevia Innsbruck.

 

 

Heil Suevia!

Die deutschnationale Suevia erlangte in der jüngeren Zeit zweifelhaften Ruhm, da sie auf ihrem Denkmal am Westfriedhof in Innsbruck unter anderen ihrem verstorbenen Mitglied Gerhard Lausegger huldigt. Lausegger war 1938 an der Ermordung des damaligen Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde beteiligt. Nach vielen Diskussionen brachte die Suevia einen QR-Code an der Rückseite des Denkmals an, der zu einem Text über Lausegger und dessen Beteiligung am „gewaltsamen Tod des Leiters der Kultusgemeinde Innsbruck Ing. Berger” (http://www.schwabendenkmal.at) führt. Auf die Website der Suevia hat es dieser Text allerdings nicht geschafft – eine Verlinkung findet sich dort – selbstredend – auch nicht. Da ist lediglich von „herausragenden Persönlichkeiten“ (siehe Bilder unten), die aus der Suevia hervorgegangen seien, die Rede.

Wenig erstaunlich ist daher, dass der QR-Code als eindeutige Distanzierung vom SS-Mann Lausegger nicht anerkannt wird. (http://www.freiheitskaempfer.at/?p=982)

Auf Praxmarers Facebook-Account erfahren seine Freunde jedoch, dass das Denkmal vom Hofer-Unterstützer Odin Wiesinger restauriert wurde.

 

Flamme Empor!“ ist ganz zufällig auch in den Liederbüchern der Hitlerjugend und der Waffen-SS zu finden und wird auch von anderen FPÖ Funktionären gerne gesungen..

 

Im „Der Goldene Löwe“ – Tommy Frenck

 

So richtig zur Sache geht’s aber bei einer Lokalität, dem der Sueve Praxmarer sein Facebook-Like geschenkt hatte, nämlich beim Gasthaus „Der Goldene Löwe“ in Kloster Veßra in Thüringen: Der Inhaber Tommy Frenck ist in der deutschen Neonazi-Szene alles andere als ein unbeschriebenes Blatt (https://www.focus.de/politik/deutschland/besuch-bei-tommy-frenck-so-tickt-ein-rechtsextremer-im-bundesland-mit-der-niedrigsten-auslaenderquote_id_7437735.html). Der verurteilte Neonazi Frenck betreibt neben seinem Wirtshaus einen Versand und ist Veranstalter von rechtsextremen Konzerten. Die Gesinnung des Inhabers und seiner Gäste wird recht unverhohlen zur Schau getragen: So feiert man dort alljährlich Hitlers Geburtstag mit einem Schnitzel um 8,88 Euro – das ist auch heute wieder der Fall.

 

Die 88er-Zahl – ein Nazicode für Heil Hitler – hat es Frenck so sehr angetan, dass selbst eine Spende an ein krebskrankes Kind mit 888.- Euro dotiert wurde.

 

 

Just, als wir an der Recherche zu diesem Blogeintrag arbeiteten, verschwand die von Praxmarer gelikte Facebook-Seite des Goldenen Löwen.

Das Gasthaus ist natürlich Treffpunkt der Rechtsaußen-Szene. Auf der Website werden Fotos von „erlauchten“ Gästen präsentiert (http://www.gasthaus-goldener-loewe.com/das-restaurant/), darunter Frenck mit der mehrfach verurteilten Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck und der Nazi-Liedermacher Frank Rennicke als „gern gesehener Gast“, der auch schon in Wien bei der Burschenschaft Olympia seine Hasslieder zum Besten geben durfte.

 

 

Übrigens: Frencks Gasthaus wird offenbar aus der österreichischen Szene nicht nur gelikt, sondern auch besucht. Auf einem Foto posiert Frenck mit dem deutschen Geschichtsrevisionisten und Holocaustleugner Günter Deckert und mit dem Oberösterreicher Fred Duswald, seines Zeichens Stammautor der rechtsextremen „Aula“. Duswald zeichnete sich nicht zuletzt durch einen Artikel aus, in dem er Überlebende aus dem KZ-Mauthausen als „Massenmörder“ bezeichnete. Nach diesem Artikel setzte es eine Klage durch Holocaust-Überlebende mit einem gerichtlich erzwungenen Widerruf. Ein Verfahren gegen Duswald und die „Aula“ liegt nun beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

 

 

 

Ein Gedanke zu „Unter Hofers Burschen: Arndt Praxmarer“

  1. Das ist alles so arg..
    Gut, dass ihr aufdeckt!
    Hoffe, die Zeitungen/Medien checken, dass diese Infos mehr als nur fails sind. Sie müssen zum Großteil strafrechtlich verfolgt werden, sind häufig Wiederbetätigung und bei weitem nicht „witzig“, wie viele FPÖler meinen. Auch dieses „Das habe ich vergessen“ kann ich nicht mehr hören.
    Lieber Falter, Standard&Co. – Bitte lasst nicht zu, dass wir in Trumpville landen und solche Sachen als „Hoppala“ gewertet werden von der Gesellschaft. Jeder ernste miese move von Politikern muss vor der Justiz landen.
    Danke!

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