Die FPÖ hat ihren Göring gelesen. Wie in FPÖ Gruppen mittels Fake News rassistische Stimmung gemacht wird.

„Das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.“

Mit diesen Worten wird NS-Reichsmarschall Hermann Göring am 18. April 1946 vom amerikanischen Gerichtspsychiater G.M. Gilbert im „Nürnberger Tagebuch“ zitiert.

 


Am 19. 8.2019 postet ein „Michael Thomas (waschpusch)“ ein Video mit dem Kommentar „Einwanderer greifen die Polizei an“. Es wird bei dem deutschen AfD-Sympathisanten zwar nur 3x kommentiert, dafür aber 4.568x geteilt.

Unter anderem wird dieses Video in den FPÖ-Gruppen „Wir wollen H.C. zurück“ (1.981 Mitglieder) und „FPÖ – öffentliche Gruppe“ (11.408 Mitglieder) geteilt.
Mitglieder in „Wir wollen H.C. zurück“ sind ua. folgende FPÖ-Funktionäre bzw. Personen aus der Holocaustleugnerszene wie der AFP:

Heinz-Christian Strache
Markus Gudenus
Leo Kohlbauer
Markus Tschank
Helwig Leibinger
Silvia M.
Werner L.

 

Das Video belegt wieder einmal ganz klar, dass der Hass der WählerInnen rechtsextremer Parteien wie FPÖ oder AfD in inoffiziellen Parteigruppen täglich mit Fake News am Köcheln gehalten wird. Dazu benötigt es nur ein Video oder Foto, einen beliebigen Text dazu und schon läuft die rassistische Hassmaschinerie.
Es ist von Angreifern und Invasoren die Rede, schuld daran sind die „Gutmenschen“, die Lösung: FPÖ wählen.
Die FPÖ hat also ihren Göring gelesen.
Bildinhalt, Herkunft oder Wahrheitsgehalt der Begleitkommentare werden prinzipiell nicht hinterfragt, wie man am gegenständlichen Beispiel wunderbar erkennen kann:

Das Video zeigt Ausschnitte der Proteste und Straßenschlachten aus Baltimore/USA, die im April 2015 stattfanden. Auslöser war die Verhaftung des Afroamerikaners Freddie Gray wegen Besitzes eines verbotenen Messers, der in Polizeigewahrsam an einem gebrochenen Rückgrat starb.
Proteste und Straßenschlachten wie in dem Video zu sehen, waren die Folge. Der hauptverantwortliche Polizist wurde 2016 freigesprochen.

Die Kommentare beziehen sich ausschließlich auf Flüchtlinge, Muslime, Angela Merkel, Gutmenschen, Europa, Österreich, die FPÖ als Lösung für diese Probleme und: „Erschießen!!!“

Hier nun 59 ausgewählte Kommentare aus beiden Gruppen:

Unzensuriert.at im Innenministerium

„Sebastian Kurz für absolutes Gastronomie-Rauchverbot ab Mai 2018!“

titelte das FPÖ-Hetzmedium „unzensuriert.at“ noch 2017, dessen Chefredakteur Alexander Höferl der Pressesprecher von Innenminister Herbert Kickl werden sollte.


Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Innenministeriums gab allerdings bekannt, dass Höferl zwar im Kabinett Kickls wäre, aber nur als Kommunikationsverantwortlicher.
Höferl hatte bereits in Vergangenheit im Kommunizieren von Widerrufen und Gegendarstellungen auf unzensuriert.at einschlägige Erfahrungen sammeln dürfen.

Höferl ist lt. Vereinsregisterauszug bis 21.8.2021 Obmann Stellvertreter des Vereins „Unzensuriert – Verein zur Förderung der Medienvielfalt“.